mini|Das heutige Amtsgericht Bremerhaven, Sitz des Amtsgerichtes Lehe (2006) Das Amtsgericht Lehe war ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Lehe.
Nach der Revolution von 1848 wurden im Königreich Hannover die Rechtsprechung von der Verwaltung getrennt und die Patrimonialgerichtsbarkeit abgeschafft.Gesetz über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 () Das Amtsgericht wurde daraufhin mit der Verordnung vom 7. August 1852 die Bildung der Amtsgerichte und unteren Verwaltungsbehörden betreffend als königlich hannoversches Amtsgericht gegründet. Es umfasste das Amt Lehe.Hannoversche Gesetzgebung über Staats- und Gemeinde-Verwaltung, 1852, S. 32, 66, online Das Amtsgericht war dem Obergericht Lehe untergeordnet.Verzeichnis der Obergerichte, Anlage zur Verordnung zur Ausführung der §§ 14, 15 und 35 des Gesetzes über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 vom 7. August 1852, abgedruckt in: Gerhard Adolf Wilhelm Leonhardt: Die Justizgesetzgebung des Königreichs Hannover: unter besonderer Berücksichtigung der Regierungs- und ständischen Motive zum practischen Gebrauche. Band 3, 1852, S. 135 online Im Jahre 1859 wurde das Amtsgericht Beverstedt aufgelöst und Teile seines Gerichtsbezirks dem Amtsgericht Lehe zugeordnet. Auch das Amtsgericht Bederkesa wurde gleichzeitig aufgelöst und dem Amtsgericht Lehe zugeschlagen.Verordnung vom 31. März 1859 zur Bildung der Gerichte; abgedruckt in: Christian Hermann Ebhardt: Gesetze, Verordnungen und Ausschreiben für das Königreich Hannover: aus dem Zeitraume von 1813 bis 1839. Vierte Folge. 1856–1862: Abtheilung I. Rechts-Sachen, Band 12, 1863, S. 306–307, online 1859 wurde auch das Obergericht Lehe durch Verordnung vom 3. März 1859 aufgehoben. Das Amtsgericht Lehe kam zum Obergericht Verden. Daneben vergrößerte sich der Sprengel des Amtsgerichts um den Rest des Amtes Bederkesa und Teile des Amtes Beverstedt.
Das Gericht wurde 1864 in die Amtsgerichte Lehe und Geestemünde geteilt. Beim Amtsgericht Lehe verblieben die Gemeinden Lehe, Bederkesa, Alfstedt, Ankelohe, Debstedt, Drangstedt, Elmlohe, Fickmühlen, Flögeln, Großenhain, Hainmühlen, Hymendorf, Köhlen, Krempel, Kührstedt, Langen, Laven, Lintig, Marschkamp, Meckelstedt, Neuenwalde, Ringstedt, Sievern, Spaden Wanhöden, Wehden und Wremen.
Mit der Annexion Hannovers durch Preußen wurde es zu einem preußischen Amtsgericht in der Provinz Hannover.
Sein Gerichtsbezirk umfasste ab der Neuordnung aufgrund der Reichsjustizgesetze 1879 das Amt Lehe außer dem Teil, der dem Amtsgericht Geestemünde zugeordnet war. Es war nun dem Landgericht Verden nachgeordnet.Verordnung, betreffend die Bildung der Amtsgerichtsbezirke vom 5. Juli 1879, GS Nr. 30, S. 516, Digitalisat Am Gericht bestanden 1880 zwei Richterstellen. Das Amtsgericht war damit ein mittelgroßes Amtsgericht im Landgerichtsbezirk. Gerichtstage wurden in Ottersberg gehalten.Carl Pfafferoth: Jahrbuch der deutschen Gerichtsverfassung. 1888, S. 410 online
Am 9. Oktober 1942 wurden die drei Amtsgerichte Lehe, Geestemünde und Bremerhaven zum Amtsgericht Wesermünde (später in Amtsgericht Bremerhaven umbenannt) zusammengefasst und dem Landgericht Verden unterstellt.
Richter Karl Rasch (1887 bis 1890)
Weblinks Behördengeschichte beim Niedersächsisches Landesarchiv (Abteilung Stade)
Einzelnachweise
Lehe Lehe Kategorie:Lehe (Bremerhaven) Kategorie:Gerichtsgründung 1852 Kategorie:Aufgelöst 1942