Schildorn ist ein Dorf im Innviertel von Oberösterreich wie auch Hauptort, Ortschaft und Katastralgemeinde der Gemeinde Schildorn im Bezirk Ried.

Geographie Der Ort befindet sich etwa acht Kilometer südlich von Ried im Innkreis, am Nordrand des Hausruck-und-Kobernaußerwald-Zuges zum Innviertler Hügelland.

Das Dorf Schildorn liegt auf um die Höhe am Anfang des Riedels, der sich zwischen Waldzeller Ache im Westen und Oberach im Osten vom Hausruck–Kobernaußerwald-HauptkammDie Abgrenzung Hausruck zu Kobernaußerwald wird irgendwo hier im Raum gesehen; die Gemeinde rechnet man zu beiden: in das südliche Innviertel hinunterstreckt, und damit oberes Achental (südwestliches Innviertel) vom Einzugsgebiet der Antiesen (zentrales Innviertel) trennt. Die Ortschaft Schildorn umfasst gut 140 Gebäude mit über 400 Einwohnern, knapp der Gemeindebevölkerung.

Die Landesstraße Schildorner Straße (L1069) Pramet – L1064 bei Waldzell führt durch den Ort (km 1,6–2.2). Der Ort selbst hat folgende Straßenbezeichnungen:, schildorn.at, abgerufen am 3. September 2014. (PDF) Broschüre, Version vom 1. Juli 2008, insb. Tabelle Haushaltsverzeichnis sortiert nach alten Adressen: Schildorn, S. 42 ff und Tabelle Haushaltsverzeichnis sortiert nach neuen Adressen: Schildorn. S. 56 ff. (schildorn.at; abgerufen am 3. September 2014). Ahornweg, Am Sonnenhang, Buchenweg, Burgstraße, Dorfplatz, Fischerstraße, Gartenweg, Hauptstraße, Kellerberg, Kirchenplatz, Litzlhamer Straße, Ringweg, Rosenweg, Schulstraße, Sportplatzstraße, Teichweg.

Zur umfassenderen Katastralgemeinde Schildorn mit 858,5 Hektar gehört das nördliche Gemeindegebiet, mit den Ortschaften Ottenberg, Piereth, Freidling, Parz, und Auerding, Weiketsedt, Otzling am Riedel und am Schaubach zur Waldzeller Ache hin nördlich und nordwestlich des Hauptorts, Litzlham und Weissenbrunn (Unterburgstall) am Litzlhamer Bach westlich, Ebersau und Marö am Schildorngraben südlich, und Rampfen, Aigen, Au (ehemals Prüglau, Ortschaft Knirzing) und Kronawitten im Tal der Oberach und am Kronawittbach nord- bis südwestlich.

Nachbarorte

Geschichte und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche Hl. Martin Der Ortsname Schildorn, schildorn.atLit. geht zurück auf einen althochdeutschen Dativ Plural *skiltârim ‚königliche Schildträger‘ und dürfte 903 erstmals in einer Bistum Passauer Urkunde als Scilhara oder Sciltara, also ‚Ansiedlung königlicher Schildträger‘, nachgewiesen sein.Urkundenbuch II, S. 47/48, im O.Ö. Landesarchiv. Die Originalurkunde wurde 977 bei einem Brand vernichtet. Die genannte Form der erhaltenen Abschrift könnte auch gelautet haben. Die Datierung der nächsten Urkunde, 1067, ist umstritten, gesichert ist 1111 ; Lit.

Die Schildorner Kirche zum hl. Martin, 1064–83 erbaut, war dann auch die Haupt- und Mutterpfarre des nördlichen Hausruck-Kobernaußerwald-Gebietes, um 1300 wurde die Pfarrei aber in das inzwischen wichtigere Waldzell verlegt.Lit. Hier waren auch Edle von Schildorn ansässig, über deren Ansitz nichts bekannt ist, das Geschlecht erlosch im 13. Jahrhundert, die weltliche Verwaltung lag seither bei einem Propsteigericht zu Ried.

In 14. oder 15. Jahrhundert wurde die heutige Kirche errichtet, ab etwa dieser Zeit ist wieder eine (Filial-)Pfarrei genannt.

Bis 1779 war die Gegend bayrisch (damals Innbaiern), und bis 1783 gehörte sie zum Bistum Passau, Erzdekanat Mattsee, Pfarre Waldzell. Mit Gründung des Bistums Linz wurde 1784 die Pfarre neu errichtet, die bis 1884 auch Pramet umfasste.Lit. Daher wurde der Dichter Franz Stelzhamer, geboren zu Großpiesenham, hier 1802 getauft.

In der Nacht des 14. Oktober 1811 brannte der Pfarrhof ab, wodurch das Pfarrarchiv vernichtet wurde, daher sind die Kenntnisse über die frühe Neuzeit lückenhaft.Lit. Der Neubau steht heute unter Denkmalschutz. 1834 vernichtete ein Großbrand 18 Häuser, darunter die alte Schule.

Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz königlich-bayrisch, gehört der Ort seit 1812 endgültig zum Kronland Österreich ob der Enns. Mit der Revolution von 1848/49 wurde die Ortsgemeinde Schildorn geschaffen und der Ort auch politischer Amtssitz. 1887 wurde dann Pramet auch als politische Gemeinde eigenständig.

1969/70 wurde wieder eine Volksschule eingerichtet, bis 1975/76 mit Oberstufe, ab dann gehörte der Ort zum Schulspängel der Hauptschule Waldzell.Lit.

Bei der Adressreform der Gemeinde 1. Juli 2008 bekam der Ort erstmals Straßennamen, die alten Adressen waren noch dem System der Konskriptionsnummern gefolgt, und wurden nach Bauzeit vergeben, sodass die Hausnummern sehr unübersichtlich geworden waren.

+ Bevölkerung und Gebäudestand Hzgt. Bay. (zu Bst. Passau) Krld. Österr. o.d.Enns(EHzgt. Österr.) Kgr. Bay. Krld. Österr. o.d.Enns(Kthm. Österr./Österr.- Ugrn.) Bld. Oberösterreich(Rep. Österr.)∗1260 1788 1809 1811 1825 1869 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2011 − − − 156 199 162 139 160 208 219 240 399 4102 32 32 28 27 25 26 34 46 62 84 123 (125) ∗ unscharfe Angabe des Jahres Gebäudestand für 2011 ist von 2008

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Bezirk Ried Kategorie:Geographie (Schildorn) Kategorie:Innviertler Hügelland Kategorie:Hausruck und Kobernaußerwald