Saint-Germain-du-Bois [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Revermont 71. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden San-Germinois, resp. San-Germinoises genannt.

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Lage und Struktur Saint-Germain-du-Bois liegt etwas nördlich des Zentrums des Arrondissements Louhans. Es liegt 14,9 Kilometer südlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse und 14 Kilometer nördlich von Louhans-Châteaurenaud.

Im Norden grenzt Saint-Germain-du-Bois an die Gemeinde Serley, im Nordosten an Bouhans, im Osten an Sens-sur-Seille. Im Südosten grenzt Frangy-en-Bresse und noch etwas südlicher Montcony an die Gemeinde. Im Süden liegt Saint-Usuge, im Südwesten Simard, im Westen Devrouze und im Nordwesten Mervans.

Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse.

Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «Ländliche Ortschaft». Etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt im Bourg, der Rest in Weilern und Einzelsiedlungen.

Die Gemeinde weist 486 Hektar bewaldete Flächen auf, was 16 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 77 % Laubwald und 18 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Nordwesten, Bois de la Faye, südlich des Bourg Bois de la Dame und Bois Chavé und südöstlich des Bourg Prot des Vernes und im Süden der Gemeinde Bois de la Petite Chanaie, Bois des Vernays und Bois de la Barrière.

In der Gemeinde werden 1745,7 Hektar (entsprechend 57,6 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wovon 45 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind. Rund 31 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 7 % werden Ölpflanzen (Soja), auf 16 % wird Weichweizen und auf rund 17 % Körner- und Silomais angebaut.

Gewässer In der Gemeinde finden sich 17 benannte stehende Gewässer, nebst weiteren Weihern und Teichen.

Ganz im Süden der Gemeinde, alimentiert von La Guyotte, liegt der Étang du Moulin Augras. Er wird auch durch die Guyotte entwässert, diese nimmt kurz darauf den Bief des Étang Guyot auf. Er selber erhält zusätzlich Wasser aus dem Étang Nyon, der etwas östlich liegt.

Unmittelbar südlich des Bourg liegt der Étang de Compaté und östlich davon der Étang Titard, die beide in die Guyotte entwässern. Am Étang de Titard liegt der Camping municipal.

Südlich dieser beiden Étangs, in der Gegend des Weilers La Grande Commune, liegt der Étang de la Commune, dessen Wasser ebenfalls in die Guyotte fließt.

Ganz im Norden, etwas nordöstlich des Bourg liegt auf der Grenze zu Serley der Étang Brétain

Im Nordosten der Gemeinde, zwischen Le Villey und Petit Louis liegt der Étang Dagonnot, etwas nördlich der Étang de Layer und etwas östlich davon der Étang Balard. Sie entwässern alle in den Étang du Moulinot in der Gemeinde Bouhans.

Etwas südlich dieser drei Étangs liegt auf der Grenze zu Sens-sur-Seille der zweite, etwas größere Étang de Layer, der in die nahegelegene Brenne entwässert.

Beim Weiler Prost des Vernes liegt der Étang de la Guère, der sein Wasser nach Osten in den Étang des Platières schickt. Dieser liegt auf der Grenze zu Sens-sur-Seille, sein Wasser fließt im Bief de l'Étang des Platières in die Brenne.

Schließlich befindet sich im Südosten der Gemeinde eine weitere Gruppe von vier Étangs, die ihr Wasser in La Seille schicken. Auf der Grenze zu Sens-sur-Seille liegt der größte Étang der Gruppe, der Étang de la Chanée mit dem Moulin de la Chanée. Westlich liegt der Petit Étang de la Chanée und südlich von diesem der Étang Gauthey. Schließlich liegt noch östlich von diesem der Étang des Vernes.

Bei den fließenden Gewässern ist vor allem La GuyotteLa Guyotte, Länge 41,1 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei in Saint-Usuge auf ca. 205 m, Mündung bei in Navilly auf ca. 175 m, La Guyotte auf sandre.eaufrance.fr zu nennen. Sie erreicht die Gemeinde von Süden, aus Saint-Usuge, indem sie den Étang du Moulin Augras versorgt. Von dort fließt sie nördlich, westlich am Bourg vorbei und beim Weiler La Cornière wird sie zum Grenzfluss zu Serley. Kurze Zeit später verlässt sie die Gemeinde nach Norden.

La SeilleLa Seille, Länge 100,51 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Ladoye-sur-Seille auf ca. 390 m, Mündung bei in La Truchère auf ca. 169 m, La Seille auf sandre.eaufrance.fr streift die Gemeinde im äußersten Südosten, beim Moulin de Clémencey erreicht sie das Gemeindegebiet und bildet Grenzfluss, bis sie im äußersten Südosten die Gemeinde nach Süden verlässt.

Schließlich beginnt in einem kleinen Étang im Südosten der Bief de l’Étang de BaloleBief de l’Étang de Balole, Länge 2,2 km, Zufluss zu Seille, Quelle bei in Saint-Germain-du-Bois auf ca. 200 m, Mündung bei in Saint-Usuge auf ca. 180 m, Bief de l’Étang de Balole auf sandre.eaufrance.fr, er bildet die Südgrenze zu Saint-Usuge und mündet kurz darauf in die Seille.

Verkehrswege Alle wichtigen Straßen kreuzen sich im Bourg von Saint-Germain-du-Bois.

Von Nordwesten, aus der Gemeinde Serley erreicht die Départementsstraße D970 die Gemeinde. Sie durchfährt den Bourg und setzt sich fort nach Osten, nach Sens-sur-Seille. Diese Straße folgt weitgehend dem Trassee der Römerstraße nach Lons-le-Saunier.

Von Norden, ebenfalls von Serley kommt die D13, durchfährt den östlichen Bourg und setzt ihren Weg nach Süden fort, nach Saint-Usuge. Diese Straße geht vermutlich auf die Römerstraße zurück, die Louhans mit Pierre-de-Bresse verband.

Aus Nordosten erreicht die D137 die Gemeinde aus Bouhans. Schnurgerade erreicht die Allée de la Balme den östlichen Bourg.

Beim Weiler Le Guidon zweigt die D87 nach Südosten ab, bei Condé verlässt sie die Gemeinde nach Sens-sur-Seille.

Schließlich kommt aus Westen, von Thurey die D24 und erreicht den westlichen Bourg. Erschließungen mini|Katzenkopfmast - Starkstromleitung 400kV Genissiat-Poste – Vieilmoulin, östliche Leitungmini|links|Starkstromleitung 400kV Genissiat-Poste – Vieilmoulin, westliche LeitungDas Gemeindegebiet wird von zwei parallel verlaufenden 400-kV-Hochspannungsleitungen der Verbindung Génissiat–Poste – Vieilmoulin durchquert. Die östliche Trasse ist die Ligne aérienne 400 kV N° 3 Genissiat-Poste – Vieilmoulin (Baujahr 1958), während die westliche Trasse als Doppelleitung die Stromkreise Nr. 1 und Nr. 2 trägt und als Ligne aérienne 2 x 400 kV Genissiat-Poste – Vieilmoulin N° 1 et 2 bezeichnet wird (Baujahr 1980). Die Leitung kommt über den Etang du Moulin Augras und verläuft nordnordwestlich (330°) bis Bois de la Faye. Auf Gemeindegebiet ist die östliche Leitung 4,38 Kilometer lang und weist 8 Katzenkopfmasten auf, die westliche ist 4,46 Kilometer lang mit 9 Museumsmasten (auch: Beaubourg-Masten).

Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: L’Allée-de-la-Balme, Arpillières, Beausoleil, Les Billardz, Les Bioux, La Borduelle, La Brussières, La Chanée, Condé, La Corbière, La Cornière, La Croix-Blanche, La Croix-Rouge, Le Dorial, Bief de l’Étang-Chasse-Loup (Gewässer), Les Flattots, Forêts, La Fosse, Grand-Balosle, Grande-Commune, La Grande-Faye, La Grande-Margot, La Gravière, La Guichardière, Le Guidon, La Guyotte (Gewässer), Layer, La Lune, Malporte, La Motte, Moulin-au-Gras, Moulin-de-Clémencey, La Panissière, Les Pelletiers, Petit-Balosle, La Petite-Commune, La Petite-Faye, La Petite-Margot, Petit-Layer, Petit-Louis, Prost-des-Vernes, Les Rampes, Les Regons, La Replonge, Les Réserves, La Revaillière, Le Ruisseau, Saint-Claude, La Torchepotte, Torey, La Tuilerie, Tuilerie-Bruchon, Tuilerie-de-la-Balme, Tuilerie-de-la-Faye, Tuilerie-de-Malporte, Vernay-Passerat, Villechemin, Villerogues, Le Villey, Vinges.

Höhenprofil mini|400pxDas Höhenprofil beginnt im Nordwesten der Gemeinde, wo La Guyotte die Gemeinde nach Norden verlässt. Die Guyotte bildet hier Grenzfluss, bevor sie nach Norden fließt und die Profillinie kreuzt. Bereits etwas höher liegt der Weiler La Chanée mit der Kläranlage der Gemeinde. Das Profil erreicht die normale Höhe der Bresse-Ebene und kreuzt die Départementsstraße D24, die in den Bourg führt. Der Bourg liegt auf rund 210 Metern. In einer erneuten Senke liegt der Bief zwischen Étang Titard und Étang de Compaté. Das Gelände bleibt nun auf der Höhe, bis Le Guidon, wo die Départementsstraße D87 aus der D13 nach Osten abzweigt. Das Gelände weist nun deutliche Einschnitte auf, im ersten liegen etwa vier Quellen, im nächsten der Petit Étang de la Chanée und etwas später der Étang des Vernes. Wieder auf rund 205 Metern liegt der Weiler Petit Balosle, worauf das Gelände steil abfällt ins Tal der Seille, die nach Osten – zusammen mit La Boissine – ein recht breites, flaches Tal gebildet hat.

Klima Das Klima in Saint-Germain-du-Bois ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,0 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,2 °C, der kälteste der Januar mit 3,3 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie 1155 wird die Kapelle Sanctus-Germanus de Bosco erstmals erwähnt, sie ist letztlich namensgebend für die Ortsbezeichnung. Die heutige Kirche ist ebenfalls Saint Germain geweiht.

Als Folge der Revolution und der damit verbundenen Säkularisierung wurde die Gemeinde für einige Zeit umbenannt in Belle-Place .

Geschichte Der Ort liegt an der alten Römerstraße, die von Louhans nach Bellevesvre führte. Im Ortszentrum befindet sich noch eine runde Motte mit Graben und Brücke. Während des Schwedisch-Französischen Krieges und des Devolutionskrieges war Saint-Germain und seine Umgebung immer wieder Frontgebiet und litt unter den Kriegswirren. 1370 liegt die Herrschaft bei Geoffroy de Froloy, geht dann über an die Familien Beauffremont, Damas, Bataille, an den Herzog von Foix und letztlich an die Familie Scoraille im Jahr 1670. Im 17. Jahrhundert war Saint-Germain-du-Bois umgeben von riesigen Wäldern mit Altholz, die 1697 zerstört wurden. Auf die Scorailles ist die Entstehung eines großen Teils der schönen Häuser und der Hallen zurückzuführen. Die Familie besaß ein Schloss im Weiler Layer, zusammen mit einer Kapelle, die noch besteht und dem Claudius von Condat geweiht ist. Zur Zeit des Jahrhundertwechsels zum 18. Jahrhundert, ließen die Scorailles ein Schloss im Weiler Faye erbauen, das im 19. Jahrhundert restauriert, jedoch Mitte des 20. Jahrhunderts abgerissen wurde. Alleen wurden sternförmig angelegt, ausgehend von la Grande Place, denen heute die Straßen in verschiedenen Richtungen folgen. Als letzte wurde die Allee Richtung la Balme gepflanzt, die heute noch besteht. 1794 nannte sich der Ort Belle Place und wurde 1801 Kantonshauptort. 1828 werden der Gemeinde die zwei Weiler Margot zulasten der Gemeinde Devrouze und 1840 Balosle zulasten Frangy-en-Bresse eingegliedert.1184 wird bereits eine Kapelle erwähnt, die dem Germanus von Auxerre geweiht war. 1844 wurde die heutige Kirche erbaut, deren Altar von Chalon-sur-Saône stammt, 1847 die Mairie, 1894 ein neues Pfarrhaus und 1896 das Schulgebäude. 1883 wurde die Bahnlinie Bourg-en-Bresse – Calais eröffnet und 1907 übernahm die Post das Pfarrhaus, das seinerseits an der Place du Monument eingerichtet wurde. Es bestanden drei Wassermühlen, drei Ziegeleien, zwei Töpfereien. 1988 bestanden in der Gemeinde 79 Landwirtschaftsbetriebe.

Die Herren von Saint-Germain-du-Bois Ein Teil des heutigen Gemeindegebietes war Teil der Kastellanei von Sagy.