Der Volkspark () ist ein Parkgelände in Flensburg, oberhalb der Flensburger Förde im Stadtteil Fruerlund. Er besteht aus zahlreichen Kleingärten, Gehwegen, großen Baumbeständen sowie dem Flensburger Stadion. Im Volkspark steht zudem der Mürwiker Wasserturm. Geschichte
Vorgänger des Volksparks mini|links|Der Stein vor dem Mürwiker Wasserturm mit der Inschrift: „Johann Cornelius 1641“ der vom alten Mürwiker Park in den neuen Park versetzt wurde. mini|Direkt hinter dem Torbogen liegt die ehemalige Marinesiedlung Parkhof, die 1925/1928 auf einem Teil des alten Mürwiker Parks errichtet wurde.Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, Seite 546 In Flensburg gab es schon lange vor der Anlegung des Volksparks verschiedene Parkanlagen, die jedoch anders gestaltet waren, anderen Zwecken dienten und sich an ein anderes Publikum richteten. So war beispielsweise der heute noch erhaltene Christiansenpark, der am Ende des 18. Jahrhunderts bei der Westliche Höhe entstanden ist, im Privatbesitz. Der Anfang des 20. Jahrhunderts eingerichtete Stadtpark in der Nähe des Christiansenparks und in der Nähe des Diakonissenkrankenhauses war im Gegensatz zu diesem ein für die Öffentlichkeit eingerichteter Park zum Flanieren.Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!, Flensburg 2009, Artikel: Volkspark Der kurz nach dem Volkspark entstandene Carlisle-Park gestaltet den öffentlichen Vorbereich des Bahnhofs, wo zuvor der Mühlenteich gelegen hatte.
Aber auch im Osten der Stadt hatte es vor dem Volkspark schon einen großen und sogar recht bekannten Park gegeben, der nördlich der Ziegeleistraße in der Keimzelle Mürwiks lag, also nicht sonderlich weit entfernt vom heutigen Volkspark, der südlich der Ziegeleistraße liegt. Der besagte alte Mürwiker Park soll der Überlieferung nach von einem Holländer namens Johann Cornelius angelegt worden sein. Ein Stein des alten Mürwiker Parks, der noch heute an Johann Cornelius erinnert, trägt die Inschrift „1641“, so dass der Stein demnach im 17. Jahrhundert aufgestellt wurde. Der Mürwiker Park wechselte seit dem 17. Jahrhundert mehrfach seinen Besitzer.Ludwig Rohling u. a.: Kunstdenkmäler der Stadt Flensburg. München 1955, Seite 550Amtliche Bekanntmachung zum Bebauungsplan für das Seniorenzentrum Swinemünder Straße, Seite 16, vom: 15. April 2015; abgerufen am: 19. Dezember 2015
Weitgehend gestaltet wurde der Park dann offenbar in den 1830er Jahren vom Besitzer des Mürwiker Hofes, dem Klostervogt vom Kloster zum Heilige Geist Heinrich Göttig, der zuvor als Kaufmann tätig gewesen war. Der Park beherbergte eine Räuberhöhle (eine künstliche Grotte) mehrere Goldfischteiche, Gesundbrunnen (eine „heiligen“ Quelle), Gartenhäuser, ein Pavillon, seltene Bäume und Sträucher, exotische Blumen, verschiedenste Gemüsepflanzen, Statuen, Walfischbeinbacken und weitere Attraktionen.Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!, Flensburg 2009, Artikel: ParkhofFlensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: ParkhofGerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009. Seite 137 Im Park befanden sich zudem künstlicher Friedhof und ein Museum, welches eine Sammlung von Kunst und Altertumsgegenständen sowie Naturalien beherbergte.Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: ParkhofAmtliche Bekanntmachung zum Bebauungsplan für das Seniorenzentrum Swinemünder Straße, Seite 16, vom: 15. April 2015; abgerufen am: 19. Dezember 2015
In den 1850er Jahren besuchte König Friedrich VII. mehrmals den Park. Weitere berühmte Besucher waren der Lyriker und Schriftsteller Wilhelm Jensen, der schleswig-holsteinische Patriot Uwe Jens Lornsen sowie der sogenannte Gesundheitsapostel Ernst Mahner. Göttig war im Übrigen ein überzeugter Abstinenzler. Er veröffentlichte eine ganze Schrift, in der er sich für die generelle Enthaltsamkeit in der Gesellschaft aussprach. Er war der erste Schleswig-Holsteiner der sich diesem Thema schriftstellerisch widmete.Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!, Flensburg 2009, Artikel: ParkhofFlensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: ParkhofGerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009. Seite 137 Heinrich Göttig starb im Jahre 1863Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!, Flensburg 2009, Artikel: ParkhofFlensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Parkhof oder erst 1868.Eine Einzelquelle besagt 1868: Porträt Heinrich Göttig. Auf: museen-nord.de
Göttigs Park wurde dann später offenbar schrittweise überbaut. 1925/1928 wurde so auch der Parkhof, ein Wohnhof im Stil der Heimatschutzarchitektur angelegt. Den Namen Parkhof erhielt die Wohnanlage aber erst am 28. März 1947. Der Name soll an den Park von Göttig erinnern.Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!, Flensburg 2009, Artikel: ParkhofFlensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Parkhof Ein Löwe der früher im Mürwiker Park gestanden hatte, steht heute auf dem gegenüberliegenden Ufer, auf dem Museumsberg. Der Löwe, mit seinem Wappen, auf dem sich eine Linde befindet, ist heute als ein Kulturdenkmal des Stadtteils Friesischer Berg eingetragen. Der schon erwähnte „Gründerstein“ aus dem 17. Jahrhundert wurde in den Volkspark versetzt. Er steht heute zu Füßen des Wasserturms und erinnert mit seiner Präsenz daran, dass der Volkspark dem alten Mürwiker Park folgte und diesen ersetzte.Ludwig Rohling u. a.: Kunstdenkmäler der Stadt Flensburg. München 1955, Seite 550Amtliche Bekanntmachung zum Bebauungsplan für das Seniorenzentrum Swinemünder Straße, Seite 16, vom: 15. April 2015; abgerufen am: 19. Dezember 2015
Die Anlegung des Volksparks mini|Die Überreste des Hansigartens, unterschiedliche Baumarten und die Fundamente der Käfige der Ziervogelzucht, beim Twedter Plack (Foto 2014) mini|Das Stadion im Jahr 2012 Durch Moränenablagerungen war vor Jahrtausenden offensichtlich das Gebiet des späteren Volksparks mit seinen drei Bergen, dem Ballastberg, dem Blasberg sowie dem Finisberg geformt worden.Flensburg. Freizeitangebote. Volkspark, abgerufen am: 10. November 2019 Als am 11. August 1912 der Zeppelin Hansa über die Stadt flog und von diesem die ersten Luftbilder der Stadt gemacht wurden, waren auf dem Gelände, auf dem einige Jahre später der Volkspark angelegt werden sollte, noch Felder mit Knicks der Jürgensbyer Höfe zu erkennen. Baumbewuchs war kaum vorhanden.Einsamer Tod und Idylle am Hang: Flensburgs Blankenese (beziehungsweise dort), vom: 4. Juli 2009; abgerufen am: 25. Februar 2018
Das Volksparkgelände wurde ab dem Jahre 1925 angelegt. Geplant war offenbar ein richtiger Volkspark, der der Erholung und der sportlichen Betätigung dienen sollte. Hierfür wurde auch das dortige Stadion errichtet. Am 3. Juli 1927 wurde es eingeweiht.Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, Seite 408 Somit entwickelte sich der Volkspark in die Richtung des kurz zuvor entstandenen Altonaer Volksparks in dem sich damals noch das Altonaer Stadion befand (heute: Volksparkstadion) und des heutigen Hamburger Stadtparks, wie auch ein wenig in die Richtung des erst Anfang der 1970er Jahre entstandenen Olympiaparks in München. Damals entstand auch auf dem Gelände ein Sonnenwendplatz () an der Hangkante sowie der Ehrenhain.Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Am Volkspark Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Volkspark weniger gepflegt. In der Zeit nach dem Krieg ging ein Teil der Ausrüstung, unter anderem einige der Zäune, durch Diebstahl verloren. Größte Schäden entstanden durch Holzdiebstahl.Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Am Volkspark Ab 1947 erfolgte danach die schrittweise Erweiterung und Neugestaltung des Geländes. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden beim Volkspark Kleingärten, die zunächst der Selbstversorgung dienten. Im südlichen Bereich des Volksparks wurde der Park ab 1960 durch Kleingärten stark erweitert.Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, Seite 520 1957 wurde ein Höhenweg entlang der Hangkante angelegt. Gleichzeitig entstand im Norden die Brücke über die „Wolfsschlucht“.Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, Seite 520 und 124 f. 1959 zog die Pädagogische Hochschule Flensburgs an den Rand des Volksparks, sie verblieb dort bis zum Ende der neunziger Jahre. 1961 wurde inmitten des Volksparks der Mürwiker Wasserturm errichtet, der sich als ein Wahrzeichen des Volksparks etablierte.Marsch und Förde, Volkspark; abgerufen am 27. Juli 2014 1962 wurde angedacht einen botanischen Garten und ein Wassertiergarten auf dem Gelände einzurichten. Die Pläne wurden aber nicht verwirklicht. Eine Art kleinen Zoo (beziehungsweise Tiergarten oder auch Tierpark) gab es jedoch später mit dem Hansigarten beim Twedter Plack, eine Ziervogelzucht die besucht werden konnte, die bis in die 1980er Jahre hinein existierte.Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!, Flensburg 2009, Artikel: Hansigarten Zur Erinnerung an drei der Förderer des Volksparks wurden im 20. Jahrhundert zudem im Volkspark Findlinge mit jeweiligen Inschriften aufgestellt. Auch ein Trimm-dich-Pfad wurde eingerichtet.Trimm Dich Pfad Flensburg; abgerufen am 27. Juli 2014
In der Folgezeit wurde der Volkspark zu einem Fotomotiv der Stadt. Auch als Ansichtskartenmotiv fungierte er. Er gewann an touristischer Bedeutung.SPD-Initiative: Wer rettet die städtischen Parks?, vom: 24. November 2016; abgerufen am: 3. Mai 2018
Der Volkspark seit Anfang des 21. Jahrhunderts