Erich Schaedler (* 6. August 1949 in Biggar, South Lanarkshire; † 24. Dezember 1985 in den Scottish Borders) war ein schottischer Fußballspieler mit deutschen Wurzeln, der in der Abwehr agierte.
Vater Sein gleichnamiger Vater hatte in den 1930er Jahren für Borussia Mönchengladbach gespielt und war während des Zweiten Weltkriegs in britische Gefangenschaft geraten, die ihn in ein Kriegsgefangenenlager nach Douglas, South Lanarkshire, führte. Dort lernte er eine junge Frau aus dem benachbarten Ort Biggar kennen und heiratete sie. Das Paar ließ sich im benachbarten Peebles nieder.
Vereine Erich Peter Schaedler wandelte in den Fußstapfen seines Vaters und begann ebenfalls eine Laufbahn als Fußballspieler; zunächst im Nachwuchsbereich seines Heimatvereins Peebles Rovers und anschließend bei Melbourne Thistle. Seinen ersten Profivertrag erhielt er 1969 bei Stirling Albion. Nach 24 Einsätzen für Stirling wurde er vom Erstligisten Hibernian Edinburgh verpflichtet, für den er am 8. Dezember 1969 in einem Freundschaftsspiel gegen Górnik Zabrze debütierte. Mit den Hibs gewann er zweimal in Folge den Drybrough Cup sowie einmal den schottischen Ligapokal. Darüber hinaus wurde er zweimal Vizemeister der schottischen Liga: 1973/74 hinter dem Celtic FC und 1974/75 hinter dem Rangers FC. Schaedler, der der Abwehr zu Stabilität verhalf und einer der maßgeblichen Erfolgsgaranten war, erfreute sich einer hohen Beliebtheit bei den Hibs-Fans.
Umso enttäuschter war die Fanbasis, als er im November 1977 zum Zweitligisten FC Dundee wechselte. Auch bei seinem neuen Arbeitgeber spielte sich Schaedler schnell in die Herzen der Zuschauer und gewann mit der Mannschaft in der Saison 1978/79 die Meisterschaft und somit die Rückkehr ins Fußballoberhaus.
1981 kehrte er zu den Hibs zurück, bei denen er in den folgenden vier Jahren bis zum Ende der Saison 1984/85 unter Vertrag stand. Vor der Saison 1985/86 wechselte er ablösefrei zum FC Dumbarton.
Nationalmannschaft Am 27. März 1974 bestritt Schaedler seinen einzigen Länderspieleinsatz für die schottische Nationalmannschaft ausgerechnet im Heimatland seines Vaters, im Frankfurter Waldstadion, gegen die deutsche Nationalmannschaft, bei der insgesamt acht Spieler mitwirkten, die wenige Monate später das erfolgreiche WM-Finale gegen die Niederlande (2:1) bestreiten sollten. Die Tore zum 2:0-Pausenstand für den Gastgeber erzielten Paul Breitner (per Elfmeter) und der in diesem Stadion heimische Jürgen Grabowski zwischen der 33. und 35. Minute. Den Anschlusstreffer für die Schotten zum 1:2-Endstand erzielte Kenny Dalglish in der 77. Minute.Deutschland-Schottland 2:1 bei weltfussball.de
Schaedler gehörte auch zum schottischen WM-Aufgebot 1974, kam dort allerdings nicht zum Einsatz.
Todesumstände Wenige Wochen vor Weihnachten 1985 wurde die Ehe zwischen Erich und seiner Frau geschieden. Am Heiligabend wurde er in seinem VW Passat im Cardrona Forest in den Scottish Borders tot aufgefunden. Todesursache war ein Kopfschuss, den sich Schaedler nach offizieller Version selbst beigebracht haben musste. Diese Begründung wurde von seiner Familie immer wieder angezweifelt. So erklärte sein Bruder John: Ein Vierteljahrhundert später wurde seitens der Polizei noch einmal betont, dass man nicht vorhabe, den Fall neu aufzurollen.Foul play fears over death of Hibs’ Eric Schaedler. In: Edinburgh News. 27. Oktober 2013. (englisch)
Erfolge Drybrough Cup: 1972 und 1973 Schottischer Ligapokal: 1973 Schottischer Vizemeister: 1974 und 1975 Schottischer Zweitligameister: 1979
Literatur Colin Leslie: Shades: The Short Life and Tragic Dead of Erich Schaedler (B&W Publishing), Edinburgh 2013, ISBN 978-1-84502-541-0.
Weblinks
Profil beim Verband ‘Shades – The short life and tragic death of Erich Schaedler’ by Colin Leslie (englisch; Artikel vom 5. November 2013)
Einzelnachweise
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