Untererlbach (fränkisch: (Unda)ärlbaE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 17. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „(undɒ)ęɘlbɒ“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Spalt im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Untererlbach liegt in der Gemarkung Wernfels.
Geographie Das Dorf liegt etwa fünf Kilometer nordwestlich von Spalt im Tal des Erlbachs, eines rechten Zuflusses der Fränkischen Rezat, der Untererlbach und eine Kette angrenzender Weiher durchfließt. 0,75 km nördlich erhebt sich der Geiersberg () im Eichwald. Im Südwesten liegt die Kaltleite und im Nordwesten das Flurgebiet Kessel und im Osten das Waldgebiet Dirnenholz.
Die Staatsstraße 2723 führt nach Obererlbach zur Bundesstraße 466 (1,5 km westlich) bzw. nach Hohenrad zur Staatsstraße 2223 (2,2 km östlich).
Geschichte Aufgrund der günstigen Lage ist von einer Gründung im 7. bis 9. Jahrhundert auszugehen. Darauf verweisen auch der unregelmäßige Ortsgrundriss und die Blockgemengeflur. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Urbar der Herren von Pappenheim von 1214 als „Nidernerlebach“.F. Eigler, S. 306 f. Der zugrunde liegende Gewässername bezeichnet einen mit Erlen bestandenen Bach.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 17. In der Folgezeit kam er zum Kloster Roggenburg, das 1412 seinen Besitz in „Nydern Erlbach“ an Graf Ludwig XI. von Oettingen verkaufte (zwei Höfe, zwei Güter, eine Mühle und Pfarrpfründe). Im Jahre 1437 gelangte der Ort in den Besitz der Nürnberger Patrizierfamilie Rieter von Kornburg. Nach deren Aussterben im Jahre 1753 kam er zur Rieterischen Stiftungsverwaltung. Um 1661 erwarb der österreichische Glaubensflüchtling Baron Händel das Schlösslein, das 1681 Wolfgang von Leubelfing durch Einheiratung erwarb. Ab 1788 war es im Besitz des Forstrats Christian Ludwig von Brandis.W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach, S. 642.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Untererlbach aus elf Anwesen. Das Hochgericht übte das eichstättische Pflegamt Wernfels-Spalt aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Untererlbach der Herren von Brandis. Grundherren waren die Rieterischen Stiftungsverwaltung Kornburg der Reichsstadt Nürnberg (2 Ganzhöfe, 1 Halbhof, 1 Köblergut, 1 Gastwirtschaftsgut, 1 Mahlmühle) und das Rittergut Untererlbach (1 Rittergut mit Brauerei und Schenke, 2 Gütlein, 2 Leerhäuser). Neben den Anwesen gab es das Schlösschen als herrschaftliches und das Hirtenhaus als kommunales Gebäude.F. Eigler: Schwabach, S. 426.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Untererlbach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Wernfels und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Wernfels zugeordnet. Am 1. Mai 1978 wurde Untererlbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern in Spalt eingegliedert.F. Eigler: Schwabach, S. 488.
Baudenkmäler Haus Nr. 3: Schloss, Herrenhaus und Scheune Haus Nr. 13: ehemaliges Hopfenbauernhaus mit Scheune
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2015 2023Einwohner 80 86 107 123 99 100 103 108 84 75 56 59 68HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 18 17 20 22 21 19 18 20 Quelle
Religion Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Wenzeslaus (Theilenberg) gepfarrt. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Marien und Christophorus (Kalbensteinberg) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Spalt Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ersterwähnung 1214