mini|Logo der UN für die SDGs mini|Die 17 SDGs mit ihren einzelnen eigenen Logos
Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (, SDGs; ) sind politische Zielsetzungen der Vereinten Nationen (UN), die weltweit der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen sollen.Rio+20 Ergebnisdokument: Sie wurden in Anlehnung an den Entwicklungsprozess der Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs) entworfen und traten am 1. Januar 2016 mit einer Laufzeit von 15 Jahren (bis 2030) in Kraft.TST Issues Brief: Conceptual Issues Im Unterschied zu den MDGs, die insbesondere Entwicklungsländern galten, gelten die SDGs für alle Staaten.
Die Nachhaltigkeitsziele sind Kern der UN-Agenda Transformation unserer Welt: Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (kurz: Agenda 2030);Siebzigste Tagung, Tagesordnungspunkte 15 und 116, Generalversammlung der Vereinten Nationen, 18. September 2015Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie, Neuauflage 2016, Entwurf, Bundesregierung, Stand: 30. Mai 2016, S. 18 synonym werden Globale Nachhaltigkeitsagenda, Post-2015-Entwicklungsagenda, Globale Ziele der UN und Weltzukunftsvertrag verwendet.SAP und die globalen Ziele der UN, SAP, 22. Januar 2016, Weber Shandwick 23. November 2015Arbeitstreffen des Deutschen Global Compact Netzwerks (DGCN), Deutsches Global Compact Netzwerk, 15. Oktober 2013
Zielsetzung und Entwicklung Post-MDG-Prozess (2010 bis 2013) mini|Schaubild über die verschiedenen Meilensteine in den (Post-)MDG/SDG-Arbeitssträngen Auf dem Millennium-Gipfel der Vereinten Nationen in New York im Jahr 2000 waren acht konkrete Entwicklungsziele beschlossen worden (MDG: Millennium Development Goals), die bis zum Jahr 2015 erreicht werden sollten.Vereinte Nationen: United Nations Millennium Development Goals. In: UN.org. Abgerufen am 27. Januar 2021 (englisch). Damit Länder auch nach Ablauf des MDG-Zeitraumes konkreten entwicklungspolitischen Leitlinien folgen, wurde auf dem MDG-Gipfel 2010 ein Post-2015-Prozess angestoßen: Der damalige UN-Generalsekretär Ban Ki-moon wurde beauftragt, in seinem jährlichen Bericht zur Evaluation der Millenniums-Entwicklungsziele auch Vorschläge zur Verbesserung der Post-2015-Entwicklungsagenda der Vereinten Nationen einzubringen und so einen Denkprozess anzustoßen.Ergebnisdokument des 2010er MDG-Gipfels (A/65/L.1) Im Januar 2012 wurde ein UN Task Teams (UN TT) gegründet und beauftragt, einen Bericht zur Post-2015-Agenda zu erstellen.UN System Task Team to support the preparation of the Post-2015 UN Development Agenda (Draft Concept Note) Das UN TT veröffentlichte seinen Bericht im Juni 2012 unter dem Titel „Realizing the Future we want for all“."Realizing the future we want for all" Einen Monat später wurde eine weitere Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit dem Entwurf einer Post-MDG-Agenda befassen sollte. Dieses so genannte „Hochrangige Gremium“ (High-level Panel of Eminent Persons) setzte sich aus bedeutenden Personen zusammen, wie etwa dem damaligen britischen Premierminister David Cameron, der zu einem der drei Co-Vorsitzenden ernannt wurde, oder dem ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler. Die 27 Mitglieder dieses Gremiums erarbeiteten einen Bericht, der im Mai 2013 unter dem Namen „A New Global Partnership“"A new global partnership" veröffentlicht wurde. Dieses Dokument bereitete konzeptionell den Weg zur späteren Zusammenlegung der Post-MDG- und SDG-Arbeitsstränge.
SDG-Prozess: Rio+20-Konferenz (2012) mini|Logo der Initiative Global Goals („Globale Ziele“) Parallel zur Entwicklung einer Post-2015-Agenda einigten sich die UN-Mitgliedsstaaten auf der Rio+20-Konferenz im Juni 2012 auf die Entwicklung von Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs), die nach dem Auslaufen der MDGs Ende 2015 verfolgt werden sollten. Obwohl noch keine konkreten Ziele ausformuliert oder beschlossen wurden, konnte man sich bereits auf Grundsätze einigen, aus denen die thematischen Prioritäten der Nachhaltigkeitsziele hervorgingen. Im Gegensatz zu den Millenniums-Entwicklungszielen, bei denen die soziale Entwicklungsdimension sehr stark im Vordergrund stand, sollten die SDGs das Thema Nachhaltigkeit wesentlich stärker betonen. Damit wurden neben der sozialen auch die ökonomische sowie insbesondere ökologische Dimension mit in die Entwicklungsagenda einbezogen. Die Mitgliedstaaten bekräftigten ihre Auffassung, dass anhaltendes, inklusives und gerechtes Wirtschaftswachstums, die Reduzierung von Disparitäten im Lebensstandard, die Schaffung von Chancengleichheit sowie ein nachhaltiges Management von natürlichen Ressourcen, das den Erhalt von Ökosystemen gewährleistet und deren Resilienz stärkt, notwendig seien.
In der Ausgestaltung der Ziele wird die Bedeutung der Menschen, welche „das Zentrum einer nachhaltigen Entwicklung sind“, betont. Dabei ist vor allem die Wahrung von Menschenrechten ein wichtiger Aspekt. Um die Menschen mit den Zielen besser ansprechen zu können, soll die Umsetzung der SDGs zudem eine starke regionale bzw. lokale Dimension bekommen. Dies soll vor allem ermöglichen, dass die Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung in konkrete Tätigkeiten gewährleistet werden kann.
Die Anzahl der Ziele für nachhaltige Entwicklung wurde limitiert, um u. a. auch deren Kommunikation zu erleichtern. Die Themen für potenzielle Zielsetzungen, die im Ergebnisdokument des Rio+20-Gipfels aufgelistet sind, umfassen jedoch eine Reihe von Gebieten. Nach einer Umfrage unter den Mitgliedsstaaten kristallisierten sich die folgenden Gebiete heraus, die als am wichtigsten für einen nachhaltigen Entwicklungsprozess angesehen wurden. Die folgenden zehn Gebiete wurden am häufigsten genannt (in absteigender Priorität): Ernährungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft Wasser und Verbesserung der Hygiene Energie Bildung Armutsbekämpfung Gesundheit Mittel zur Durchführung des SDG-Prozesses Klimawandel Umwelt / Management natürlicher Ressourcen Beschäftigung
SDG-Prozess: Offene Arbeitsgruppe (2013 bis 2014) Einer der zentralen Schritte des Rio+20-Dokuments zur Entwicklung von SDGs war der Antrag zur Gründung einer Offenen Arbeitsgruppe (Open Working Group, OWG), die die Ziele für nachhaltige Entwicklung konkretisieren und ausformulieren sollte. Die Arbeitsgruppe wurde am 22. Januar 2013 durch Entscheidung der Generalversammlung der Vereinten NationenDecision 67/555, Draft decision submitted by the President of the General Assembly. Open Working Group of the General Assembly on Sustainable Development Goals (A/67/L.48/Rev.1) gegründet. Die OWG wurde beauftragt, einen Entwurf der SDGs zu erstellen und diesen der Generalversammlung zum Ende ihrer 68. Sitzungsperiode im Herbst 2014 vorzulegen. Dieser Bericht sollte während der darauffolgenden 69. Sitzungsperiode der Generalversammlung der Vereinten Nationen bis September 2015 Grundlage für die Verhandlungen über die Post-2015-Agenda sein.
Darüber hinaus wurde in der Rio+20-Erklärung festgelegt, dass die OWG über ihre Arbeitsweise und Methodik unmittelbar nach der Aufnahme ihrer Arbeit selbstständig entscheiden sollte. Dabei sollte sie relevante Akteure bestmöglich einbeziehen und so viele Perspektiven und Erfahrungen berücksichtigen. Damit nahm die Arbeitsgruppe eine vermittelnde Rolle zwischen verschiedenen Akteuren ein, wie der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft sowie anderen UN-Organen und der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Inhaltlich unterstützt wurde die OWG aus dem Arbeitsstrang der UN zur Post-MDG-Agenda. So wurde ein technisches Unterstützungsteam (Technical Support Team, UN TST) gegründet, das dem UN TT untergeordnet war. Das UN TST legte der Arbeitsgruppe beispielsweise Informationspapiere (so genannte issues briefs) vor, die zu den verschiedenen Themen des Rio+20-Ergebnisdokuments verfasst wurden und neben einem Status-quo-Bericht auch Vorschläge und Ansätze zur Formulierung von Zielsetzungen und deren Konkretisierung beinhalteten (vgl. bspw. Informationspapier zur Armutsbekämpfung). Auch vom Generalsekretär, der in enger Rücksprache mit den einzelnen Regierungen steht, erhielt die OWG Unterstützung bei ihrer Arbeit.
Durch die Gründung der OWG wurde neben dem bereits laufenden Post-MDG-Prozess ein weiterer Arbeitsstrang, der sich mit einer Post-2015-Agenda beschäftigt, ins Leben gerufen. Die beiden Arbeitsstränge arbeiteten inhaltlich unabhängig voneinander, wurden aber durch ein Sekretariat und eine Koordinierungsgruppe (informal senior coordination group) betreut, die eine kohärente Arbeit zwischen den Strängen gewährleisten sollten. Um eine einheitliche und übersichtliche Post-2015-Agenda zu entwickeln, wurde über eine Zusammenlegung der Arbeitsstränge nachgedacht; besonders das hochrangige Gremium wirkte auf die Zusammenlegung hin. Auf einer Sonderveranstaltung zur Konzeptualisierung einer Reihe von Zielen nachhaltiger Entwicklung, die einen Tag vor Beginn der 68. Generalversammlung der Vereinten Nationen im September 2013 stattfand, beschlossen die Teilnehmer, die verschiedenen Arbeitsstränge zusammenzuführen und somit in einen einzigen Strang konvergieren zu lassen.Summary of the special event of the Second Committee of the UN General Assembly. Conceptualizing a Set of Sustainable Development Goals
Orientiert an den 2012 bestimmten Prioritäten und auch mit den Beiträgen anderer Akteure erarbeitete die Offene Arbeitsgruppe Ziele für eine nachhaltige Entwicklung. Am 19. Juli 2014 legte die OWG einen Vorschlag für die SDGs vor: Dieser umfasste 17 Hauptziele, die durch 169 Zielvorgaben (Unterzielen und Mittel zur Umsetzung) erläutert und konkretisiert werden. Am 4. Dezember 2014 stimmte die Generalversammlung der Vereinten Nationen dem Vorschlag des Generalsekretärs zu, eine Post-2015-Agenda auf diesem Vorschlag aufzubauen.
Parallel befasste sich ein Expertenausschuss (Intergovernmental Committee of Experts on Sustainable Development Financing, ICESDF) mit der Finanzierung nachhaltiger Entwicklung und veröffentlichte im August 2014 seinen Bericht. Auf Grundlage dieses Berichts wurde auf der UN-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung in Addis Abeba 2015 verhandelt.
Beschluss: Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung (2015) Am 25. September 2015 wurde auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung 2015 am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York die Agenda 2030 mit ihren 17 „Zielen für nachhaltige Entwicklung“ von der Generalversammlung der Vereinten Nationen als Resolution A/RES/70/1 verabschiedet.
Die Agenda 2030 Inhalt Die Agenda 2030 (englisch Transforming our World: The 2030 Agenda for Sustainable Development) wird in einem etwa 30-seitigen Dokument formuliert, das aus fünf Abschnitten besteht: Einer Präambel, einer politischen Deklaration, den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, die das Kernstück der Agenda 2030 bilden, einem Abschnitt über Mittel zur Umsetzung und zur globalen Partnerschaft sowie einem Abschnitt zur Fortschreibung und Überprüfung.
Die Präambel umfasst die fünf Themenbereiche der Agenda, die „fünf P“: People – Planet – Prosperity – Peace – Partnership. Die ersten drei P – Menschen, Planet und Wohlstand – stehen für die soziale, ökologische und ökonomische Dimension nachhaltiger Entwicklung, ergänzt um die Bereiche Frieden und internationale Zusammenarbeit. Die Deklaration der Regierungen betont die universelle Bedeutung und globale Reichweite der Agenda. Sie bekräftigt frühere Grundsätze und Prinzipien, darunter die gemeinsame, aber unterschiedliche Verantwortung zur Bewahrung der Ökosysteme der Erde, sowie die Rechte von Kindern.