mini|Gedenkstein mit einem Gedicht frei nach Otto Julius Bierbaum
Hermann Rexhausen (* 1876; † 1923) war ein deutscher Unternehmer für Möbelbau und Innenausbau in Hannover.Vergleiche die Angaben unter der GND-Nummer der Deutschen Nationalbibliothek Er war Freimaurer und Bauherr des (heutigen) Kulturdenkmals Hermannshof in Völksen.Rainer Schomann, Michael Heinrich Schormann: Das Kulturdenkmal (siehe Literatur)
Leben Familie Herrmann Rexhausen war der Sohn von Heinrich Rexhausen († 1901), der 1886 in Hannover eine Tischlerei gründete. Er war verheiratet mit Hertha, mit der er die Tochter Hanna († um 1929) hatte.Marie Lampert (Red.): Chronik … (siehe unter dem Abschnitt Weblinks) Unter der Adresse der späteren Fabrik für Holzbearbeitung wohnte noch Anfang der 1960er-Jahre der ArchitektVergleiche Peter Bruders: Jubiläums-Jahrbuch der Deutschen Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt e. V. 1912–1962. Deutsche Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt e. V., Porz-Wahn 1962, S. 386. (eingeschränkte Vorschau bei Google Bücher) und Weltrekord-Ballonfahrer Gerd Sophus Rexhausen (1906–1971).Klaus Mlynek: 1929. In: Hannover Chronik, S. 168. (Vorschau bei Google Bücher)Wolfgang Leonhardt: Weltrekord-Ballonfahrer Gerd Sophus Rexhausen. In: Karl Jathos erster Motorflug 1903. 100 Jahre Fluggeschichte in Hannover & Langenhagen. Ballon, Zeppelin, Segelflug, Raketen, Flughafen. 1. Auflage, Book-on-Demand, Selbstverlag, Hannover 2002, ISBN 3-8311-3499-5, S. 307 f.
Unternehmen Nach dem Tod seines Vaters übernahm Hermann Rexhausen 1901 den Familienbetrieb und baute ihn zur Hermann Rexhausen, Fabrik für Holzbearbeitung am Standort Celler Straße 35/36 kontinuierlich aus.
mini|Ausbau des ehemaligen Stadtbauamts in HannoverAnsichtskarte Nr. 1053, Karl F. Wunder, um 1905 mini|Bismarckschule in Hannover mini|Ausgestaltung des Neuen Rathauses in Hannover
Das Unternehmen war am Innenausbau großer Gebäude beteiligt, darunter: Städtische Gebäude das bis 1906 fertiggestellte ehemalige Stadtbauamt am Friedrichswall (im Zweiten Weltkrieg zerstört)Helmut Knocke, Hugo Thielen: Rudolf-Hillebrecht-Platz 1. In: Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon, S. 190 f. die 1911 bezogene BismarckschuleWolfgang Neß: Bismarckschule. In: Hans-Herbert Möller (Hrsg.): Stadt Hannover, Teil 1. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Band 10.1.) ISBN 3-528-06203-7, S. 119.sowie Anlage Südstadt. In: Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege), Stand 1. Juli 1985, Stadt Hannover, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Institut für Denkmalpflege, S. 7 ff. das 1913 eingeweihte Neue RathausHelmut Knocke: Neues Rathaus. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 466 f. die 1913 bezogene Oberrealschule am ClevertorIlse Rüttgerodt-Riechmann: Schulen. In: Stadt Hannover, Teil 1. S. 99 f. die 1913 fertiggestellte Stadthalle Hannover am StadtparkHelmut Knocke, Hugo Thielen: Theodor-Heuss-Platz 1. In: Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon, S. 203 ff. Staatliche Hochbauten der ab 1909 mehrmals erweiterte Hauptbahnhof HannoverHelmut Knocke, Hugo Thielen: Ernst-August-Platz 1. In: Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon, S. 105 f. der am 19. Juli 1913 begonnene Neubau der Oberpostdirektion Hannover an der ZeppelinstraßeKlaus Mlynek: Postwesen. In: Stadtlexikon Hannover, S. 506 f. andere Erweiterungsbauten der Post
Bauten für den Einzelhandel Warenhaus der Rudolph Karstadt AG Warenhaus für den Unternehmer Max Molling an der SeilwinderstraßeLorenz Knieriem, Christoph Schmidt: Hannover. Eine Stadt verändert ihr Gesicht. Sutton, Erfurt 2013, ISBN 978-3-95400-262-7, S. 71. (Vorschau bei Google Bücher) Kaufhaus Elsbach & Frank das zeitweilig von der Firma Wilh. Boetticher betriebene Textilhaus I. G. von der LindeN.N.: Wilh. Boetticher. In: Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover 1954. Adolf Sponholtz Verlag, Hannover 1954, S. 142 f.
Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs waren Innenausbauten weniger gefragt, stattdessen erhielt Rexhausen überwiegend Aufträge des Deutschen Heeres, vor allem zum Bau von Militärfahrzeugen aller Art.
mini|Schreitender Jüngling von Bernhard Hoetger, 1910(gilt als verschollen, eine Nachbildung der Kulturstiftung Landkreis Osterholz in Worpswede war 2009 als Leihgabe auf dem Hermannshof)
mini|Das 1920 bezogene Sommerhaus der Familie Rexhausen, später Mädchenpensionat, gesehen von der Nordseite, heute Gästehaus des Hermannshofs
Die unternehmerischen Gewinne aus der Zeit vor und während des Weltkrieges waren anscheinend so groß, dass Hermann Rexhausen ab 1916 – noch mitten im Krieg – mit den Planungen für einen Sommersitz in Völksen begann. Ungeklärt ist, ob das bis 1920 fertiggestellte Anwesen, dessen Grundstück durch zwei ehemalige Steinbrüche geprägt war, einer der Gründe zur Wahl des Sommersitzes war, denn „der rauhe Stein [galt als] ein zentrales Symbol“ der Freimaurer, denen Rexhausen angehörte. Bis heute konnte auch noch nicht endgültig geklärt werden, ob das Wohngebäude des Landsitzes nach Plänen des Architekten Bernhard Hoetger errichtet wurde. Ein noch heute im Besitz der Familie Rexhausen befindliches, mit „Modell B. Hoetger“ beschriftetes Foto weist auf die persönliche Bekanntschaft mit Hoetger hin. Das dann tatsächlich realisierte Wohngebäude entspricht kaum dem fotografierten „Modell“, weist aber auffällige Parallelen auf mit dem von Hoetger in Worpswede 1914 umgestalteten Diedrichshof und dessen Gartenanlage.Anmerkung: Abweichend davon unterstellt die Webseite des Ortes Völksen dem „Bremer Architekten, Bildhauer und Gartengestalter Bernhard Hoetger“ eine direkte Urheberschaft für den Sommersitz; vergleiche Uwe Tippmann (Red.): auf der Seite voelksen.de, abgerufen am 2. November 2013Anmerkung: Rainer Schomann und Michael Heinrich Schormann (siehe Literatur, S. 53) schrieben wohl versehentlich „Dietrichshof“.
Darüber hinaus existieren Fotografien mit Abbildungen von Mitgliedern der Familien Rexhausen und Hoetger von 1917 vor dem Tee-Pavillon auf dem Gelände; sowie später beschriftete „17. Juli 1920 zur Hermannshof-Weihe“, das unter anderem auch die 1910 von Hoetger in Paris geschaffene Skulptur Schreitender Jüngling zeigt, sowie „Picknick im Park. B. Hoetger mit Frau Lee. Nach dem Essen ein Tänzchen zum Grammophon. Sommer 1920“.
Das Wohngebäude für den bis 1920 in Völksen für die Familie Rexhausen fertiggestellten Sommersitz bezieht sich mit seinem Zierband auf die drei Säulen der Freimaurerei, „Weisheit, Stärke, Schönheit“:
Auch der im Parkgelände aufgestellte GedenksteinVergleiche die Dokumentation bei Commons (siehe unter dem Abschnitt Weblinks) für den im Jahr des Höhepunktes der Deutschen Hyperinflation 1923 gestorbenen Unternehmer nimmt mit einer Inschrift, frei nach einem Gedicht von Otto Julius Bierbaum, Bezug auf die Schönheit:
Nach dem Tode ihres Ehemanns, der im Alter von nur 57 Jahren an Herzinfarkt gestorben war, führte Hertha Rexhausen das Anwesen zunächst als Mädchenpensionat weiter, verkaufte den Grundbesitz aber nach dem frühen Tod ihrer Tochter Hanna 1929 an die Familie Adolf Hofmann in Hannover, wohin die Witwe dann verzog.
Literatur Paul Siedentopf (Hauptschriftleiter): Hermann Rexhausen, Hannover. Fabrik für Holzverarbeitung. Cellerstraße 35/36, in ders.: Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahre 1927 (DBdaF 1927), unter Mitwirkung von Karl Friedrich Leonhardt (Zusammenstellung des Bildmaterials), Jubiläums-Verlag Walter Gerlach, Leipzig 1927, S. 63 Rainer Schomann, Michael Heinrich Schormann: Das Kulturdenkmal. In: Marie Lampert (Red.): Poesie visuell. Das Kulturdenkmal Hermannshof. Fotografien von Horst Schäfer. (herausgegeben anlässlich der Ausstellung Poesie Visuell, Horst Schäfer sieht das Gartendenkmal Hermannshof im Schloss Landestrost vom 19. Juni bis 19. Juli 2009 vom Verein Kunst und Begegnung Hermannshof) zu Klampen, Springe 2009, ISBN 978-3-86674-066-2, S. 49–59 u. ö.
Weblinks
Marie Lampert (Red.): Chronik / Vom Sommersitz zum Kulturdenkmal auf der Seite hermannshof.de, abgerufen am 2. November 2013 Alexander Künzel (Hrsg.): Erwin-Stauss-Institut – Diedrichshof -, Miniatur-Vergleichsbilder auf der Seite diedrichshof.de, abgerufen am 2. November 2013 Dirk Sarnes (Hrsg.): Hermannshof Völksen auf der Seite hannover.de, abgerufen am 2. November 2013
Einzelnachweise und Anmerkungen
Kategorie:Unternehmer (Hannover) Kategorie:Unternehmer (20. Jahrhundert) Kategorie:Möbelunternehmer Kategorie:Freimaurer (Deutschland) Kategorie:Freimaurer (20. Jahrhundert) Kategorie:Person (Springe) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1876 Kategorie:Gestorben 1923 Kategorie:Mann