Die Liste der Stolpersteine in Saarbrücken führt die vom Künstler Gunter Demnig verlegten Stolpersteine in der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken auf, die an das Schicksal der Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Tabelle ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Verlegungsort.

Die erste Verlegung fand am 10. März 2010 statt.

Verlegte Stolpersteine Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben120px HIER WOHNTEHEINRICH BARTHJG. 1895IM WIDERSTAND / SPDFLUCHT 1935 FRANKREICHVERHAFTETVERURTEILT 'HOCHVERRAT'ÜBERFÜHRT 1942 DACHAUNEUENGAMMEBEFREIT / ÜBERLEBT Bergstraße 27Burbach (1895–1949)120px HIER WOHNTEEMMA BAUERNFEINDGEB. KLEMMERJG. 1913IN 'SIPPENHAFT'ZWANGSABTREIBUNG 6. MON.BÜRGERHOSPITALSAARBRÜCKEN3.4.1941 Rubensstraße 72St. Arnual , geborene Klemmer (1913–1941)Erinnern Saarbrücken: Emma Bauernfeind, abgerufen am 19. April 2024 HIER WOHNTECLARA BAUM ... Saarbrücker Straße 60Brebach HIER WOHNTESIGMUND BAUM ... Saarbrücker Straße 60Brebach HIER WOHNTEIRENE BERNHARD ... Reuterstraße 22Alt-Saarbrücken HIER WOHNTELEANDER BERNHARD ... Reuterstraße 22Alt-Saarbrücken HIER WOHNTEJOSEF BIESELJG. 1900IM WIDERSTAND / KPDVERHAFTET 1937LICHTENBURGBUCHENWALDENTLASSEN 1939TOT 23.4.1943 Grubenweg 20Jägersfreude (1900–1943)Portal Rheinische Geschichte: Josef Biesel hielt auch nach 1935 Kontakt zu seinen Parteigenossen, abgerufen am 19. April 2024 HIER WOHNTEIDA BLUMGEB. GRÜNWALDJG. 1873DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTTOT 5.10.1942 Ursulinenstraße 24ehem. Königin-Luisen-Straße 24St. Johann , geborene Grünwald (1873–1942) HIER WOHNTESALOMON BLUMJG. 1864DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTTOT 2.1.1943 Ursulinenstraße 24ehem. Königin-Luisen-Straße 24St. Johann (1864–1943) HIER WOHNTEHEINZ BOLLINGER ... Hochstraße 98Burbach HIER WOHNTEWILHELM BOLLINGER ... Hochstraße 98Burbach HIER WOHNTEHEINZ HENRY BONEMJG. 1921FLUCHT FRANKREICHINTERNIERT DRANCYDEPORTIERT 1943MAJDANEKERMORDET Nauwieserplatz 11/13St. Johann (1921–1943/44) HIER WOHNTELOTTE BONEMJG. 1922DEPORTIERT 1942ERMORDET 1942 INAUSCHWITZ Nauwieserplatz 11/13St. Johann (1922–1943/44) HIER WOHNTEDILLA CAHNGEB. WEILJG. 1903FLUCHT 1936 FRANKREICHINTERNIERT DRANCYDEPORTIERT 1943ERMORDET 1943 INMAJDANEK Riottestraße 14St. Johann , geborene Weil, wurde am 16. November 1872 in Rust geboren. Sie war mit dem jüdischen Kaufmann Ferdinand Cahn verheiratet. Das Ehepaar hatte einen Sohn, Leo. Dilla Cahn wurde am 7. März 1943 nach Majdanek deportiert und dort ermordet. auf kunstlexikonsaar.de 130px HIER WOHNTELEO CAHNJG. 1903DEPORTIERT 1942ERMORDET 1942 INAUSCHWITZ Am Staden 30St. Johann wurde am 25. Juni 1903 in Saarbrücken als Sohn von Ferdinand und Dilla Cahn geboren und wohnte am Eichhornstaden 30 (heute: Am Staden 30). Er emigrierte zunächst in die Niederlande und im Februar 1936 nach Monaco. Von dort aus wurde er in das Durchgangslager Drancy überstellt. Leo Cahn wurde am 4. September 1942 in das KZ Auschwitz deportiert und ermordet.Biografien zu den Stolpersteinen, verlegt im März 2010. saarbruecken.de; abgerufen am 1. April 2015. 120px HIER WOHNTEEGON OTTODAVIDSONJG. 1921FLUCHT HOLLANDINTERNIERT WESTERBORKDEPORTIERTERMORDET 1942 INAUSCHWITZ Großherzog-Friedrich-Straße 61St. Johann (1921–1942) 120px HIER WOHNTEMORITZ JAKOBDAVIDSONJG. 1883FLUCHT HOLLANDINTERNIERT WESTERBORKDEPORTIERTSOBIBORERMORDET 9.4.1943 Großherzog-Friedrich-Straße 61St. Johann (1883–1943) 120px HIER WOHNTEVALES GUENTERDAVIDSONJG. 1924FLUCHT HOLLANDINTERNIERT WESTERBORKDEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 21.9.1942 Großherzog-Friedrich-Straße 61St. Johann (1924–1942) 120px HIER WOHNTEWANDA DAVIDSONGEB. WIRTHJG. 1892DEPORTIERT 1943SOBIBORERMORDET 9.4.1943 Großherzog-Friedrich-Straße 61St. Johann geb. Wirth (1883–1943) 120px HIER WOHNTEWILHELM DIESELJG. 1905MEHRMALS VERHAFTETKLEINERE STRAFTATEN1941 DACHAU'SICHERUNGSVERWAHRUNG''VERLEGT' 16.1.1942HARTHEIMERMORDET 16.1.1942 Schloßstraße 8Alt-Saarbrücken (1905–1942)Erinnern Saarbrücken: Wilhelm Diesel ..., abgerufen am 19. April 2024 120px FRITZ DOBISCHJG. 1890STADTVERORDNETER19.. BIS 1935VERHAFTET 10.6.1940KZ BUCHENWALDERMORDET 7.7.1941 Rathausplatz 1St. Johann (1890–1941)Erinnern Saarbrücken: Fritz Dobisch, ..., abgerufen am 19. April 2024 120px HIER WOHNTEBERTA EBELINGJG. 1901SEIT 1924 MEHREREHEILANSTALTEN'VERLEGT' 24.1.1941HADAMARERMORDET 24.1.1941'AKTION T4' Spichererbergstraße 71Alt-Saarbrücken (1901–1941)Erinnern Saarbrücken: Berta Ebeling,..., abgerufen am 19. April 2024 HIER ARBEITETEPASTORJAKOB FRANZJG. 1884IM CHRISTLICHEN WIDERSTANDFLUCHT 1935 FRANKREICHSCHWEIZARGENTINIEN Katholische Pfarrkirche St. PeterEnsheim (1884–1969)Erinnern Saarbrücken: Jakob Franz..., abgerufen am 19. April 2024 HIER WOHNTEFANNY FRÖHLICHGEB. LANDAUERJG. 1872DEPORTIERT 1942THERESIENSTADT1944 AUSCHWITZERMORDET Graf-Johann-Straße 8St. Johann , geborene Landauer (1872–1944)Erinnern Saarbrücken: Helene Kuhn und Mutter Fanny Fröhlich ..., abgerufen am 19. April 2024 120px HIER WOHNTEHERBERT FÜRSTJG. 1890DEPORTIERT 1943ERMORDET 1943 INAUSCHWITZ Lortzingstraße 18St. Johann (1890–1943) auf kunstlexikonsaar.de 120px HIER WOHNTEOLGA FÜRSTGEB. HEYMANNJG. 1890DEPORTIERT 1943ERMORDET 1943 INAUSCHWITZ Lortzingstraße 18St. Johann geb. Heymann (1890–1943) HIER WOHNTELADISLAUS GRAJJG. 1900GEDEMÜTIGT / ENTRECHTET1939 VERLUST VONARBEIT / WOHNUNGTOT 2. APRIL 1940JÜDISCHES KRANKENHAUSFRANKFURT St. Ingberter Straße 56Dudweiler wurde am 1. September 1900 in Budapest geboren. Er war der Sohn eines jüdischen Klempnermeisters und soll, so ein Bericht seiner Witwe später, 1923 als Fußballtrainer nach Deutschland gekommen sein. Er arbeitete als Elektroschweißer in der Grube Jägersfreude und heiratete Ende 1925 Charlotte Luise Müller. Anlässlich der Eheschließung konvertierte er zum Protestantismus, denn seine Frau war evangelischen Glaubens. Das Ehepaar bekam drei Söhne, die alle getauft wurden. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten begann eine systematische Ausgrenzung, vorrangig wegen seiner jüdischen Abstammung, aber auch wegen seines Status als Ausländer. Er wurde sowohl auf der Arbeit, als auch im Verein diskriminiert und verlor 1939 seine Stelle. In der Folge verlor er auch die Wohnung. Im März 1940 erkrankte Graj, es wurde Lungentuberkulose diagnostiziert. Auf der Website Erinnern Saarbrücken ist zu lesen: „Möglicherweise verweigerte man ihm im Dudweiler Krankenhaus die weitere Behandlung aufgrund seiner jüdischen Abstammung. Frau Graj teilte man jedenfalls mit, ihr Mann werde in die Klinik nach Heidelberg verlegt. Man verbot ihr, diesen zu begleiten.“Erinnern Saarbrücken: Ladislaus Graj..., abgerufen am 19. April 2024

Vierzehn Tage später erhielt sie die Nachricht, dass ihr Mann Ladislaus Graj am 2. April 1940 im Jüdischen Krankenhaus in Frankfurt verstorben sei. 120px HIER WOHNTEFRANZISKA GULDNERGEB. KLEMMERJG. 1908IN 'SIPPENHAFT'ZWANGSSTERISIERT 1942BÜRGERHOSPITALSAARBRÜCKEN Rubensstraße 72St. Arnual , geborene Klemmer (1908-)Erinnern Saarbrücken: Franziska Guldner, abgerufen am 19. April 2024 120px HIER WOHNTEMAX HANAUJG. 1875OPFER DES POGROMSMISSHANDELTGEFÄNGNIS LERCHESFLURTOT AN FOLGEN13.11.1938 Karcherstraße 17St. Johann (1875–1938)Gedenkbuch Saarbrücken: Marx (gen. Max) Hanau, abgerufen am 21. April 2024 120px HIER WOHNTEMAX HAYMANNJG. 1896DEPORTIERT 1942AUSCHWITZERMORDET 13.4.1942 Karcherstraße 11St. Johann (1896–1942)Gedenkbuch Saarbrücken: Max Haymann, abgerufen am 21. April 2024 HIER WOHNTEPETER BAPTIST HERGOTT ... Hauptstraße 80Eschringen 120px HIER WOHNTESOPHRONIE HERZJG. 1862DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTTOT 29.1.1943 Dudweiler Straße 26–30St. Johann kam am 19. Juni 1862 in Merzig zur Welt und wohnte in der Dudweiler Straße 26 (heute: Dudweiler Straße 26–30). Die Witwe flüchtete zu ihrem einzigen Sohn Moritz (geb. 1881 in Saarbrücken; gest. 1942 in Riga) nach Berlin und wurde von dort aus am 27. August 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort kam sie am 29. Januar 1943 ums Leben. 120px HIER WOHNTEHILDE ITZKOWITZGEB. STRAUSSJG. 1892DEPORTIERT 1942SOBIBORERMORDET 3.6.1942 Großherzog-Friedrich-Straße 12St. Johann , geborene Strauss (1892–1942) auf kunstlexikonsaar.de 120px HIER WOHNTEEVELYNE KAEMPFERJG. 1922DEPORTIERT 1942SOBIBORERMORDET 3.6.1942 Mainzer Straße 35St. Johann (1922–1942)Stolpersteine Guide: Familie Kaempfer, abgerufen am 20. April 2024 auf kunstlexikonsaar.de HIER WOHNTEGEORG KAEMPFERJG. 1883DEPORTIERT 1942SOBIBORERMORDET 3.6.1942 Mainzer Straße 35St. Johann (1883–1942) 120px HIER WOHNTEHERTA KAEMPFERGEB. BERGHEIMJG. 1893DEPORTIERT 1942SOBIBORERMORDET 3.6.1942 Mainzer Straße 35St. Johann , geborene Bergheim (1893–1942) 120px HIER WOHNTEMARION KAEMPFERJG. 1925DEPORTIERT 1942SOBIBORERMORDET 3.6.1942 Mainzer Straße 35St. Johann (1925–1942) 120px HIER WOHNTEEDITH ILSE KAHNGEB. HERZJG. 1903DEPORTIERT 1944ERMORDET 1944 INAUSCHWITZ Graf-Johann-Straße 3St. Johann , geborene Herz, wurde am 22. Oktober 1903 in Neunkirchen (Saar) geboren. Sie war mit Hugo Kahn verheiratet, der Ehe entstammte der Sohn Paul Kahn. Mit ihrer Familie emigrierte sie am 29. Mai 1934 nach Monaco. Von dort aus wurden sie, ihr Ehemann und ihr Sohn in das Durchgangslager Drancy gebracht und am 3. Februar 1944 in das KZ Auschwitz deportiert. Alle drei Familienmitglieder wurden vom NS-Regime ermordet. 120px HIER WOHNTEHUGO KAHNJG. 1900DEPORTIERT 1944ERMORDET 1944 INAUSCHWITZ Graf-Johann-Straße 3St. Johann wurde am 14. Juni 1900 möglicherweise in Saint-Yan (Département Saône-et-Loire) unter dem Namen Hugues Kahn geboren und wohnte mit seiner Familie in der Graf-Johann-Straße 3 von Saarbrücken. Er war mit Edith Ilse Kahn verheiratet, der Ehe entstammte der Sohn Paul Kahn. Am 29. Mai 1934 emigrierte er mit seiner Familie nach Monaco. Von dort aus wurden sie in das Durchgangslager Drancy gebracht und am 3. Februar 1944 in das KZ Auschwitz deportiert. Alle drei Familienmitglieder wurden vom NS-Regime ermordet. kunstlexikonsaar.de; abgerufen am 20. April 2024 120px HIER WOHNTEPAUL KAHNJG. 1931DEPORTIERT 1944ERMORDET 1944 INAUSCHWITZ Graf-Johann-Straße 3St. Johann kam am 25. August 1931 in Forbach (Moselle) als Sohn von Hugo und Edith Ilse Kahn zur Welt. Er emigrierte mit seinen Eltern am 29. Mai 1934 nach Monaco. Von dort aus wurde die Familie in das Durchgangslager Drancy gebracht und am 3. Februar 1944 in das KZ Auschwitz deportiert. Alle drei Familienmitglieder wurden vom NS-Regime ermordet. 120px HIER ARBEITETEJOHANNA KIRCHNERJG. 1889SOZIALDEMOKRATINMITBEGRÜNDRINARBEITERWOHLFAHRTWIDERSTANDSKÄMPFERINVERHAFTET 1942HINGERICHTET 9.6.1944BERLIN-PLÖTZENSEE Bahnhofstraße 95 (vorm. 80)St. Johann geb. Strunz mini|hochkant=0.6|Büste wurde am 24. April 1889 in Frankfurt am Main geboren. Sie war Sozialdemokratin und Mitbegründerin der Arbeiterwohlfahrt. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 musste die engagierte Antifaschistin untertauchen, denn sie stand auf einer Liste der Gestapo und sollte verhaftet werden. Sie flüchtete ohne ihre Familie in das Saargebiet, welches damals noch unter der Verwaltung des Völkerbundes stand. Sie übernahm die Leitung des Saarflüchtlingskomitees, erstellte Konzepte für den SPD-Exilvorstand, produzierte und verbreitete illegale Flugblätter.