Mohammad Ishaq al-Fayyad (, ; * 1930 in Dschaghuri, afghanische Provinz Ghazni;Angabe nach DNB, unsicher. † 4. Juni 2026 in Nadschaf, Irakعن عمر ناهز 96 عاماً.. وفاة المرجع الديني الشيخ محمد إسحاق الفياض) war ein afghanischer schiitischer Geistlicher und trug die Titel Scheich und Großajatollah.

Frühes Leben und theologische Karriere Al-Fayyad wurde in eine einfache Hazara-Familie im Dorf Ṣūba geboren. Er lernte in der örtlichen Dorfschule Lesen und Koranrezitation und ging als Jugendlicher an die Islamisch-Theologische Hochschule von Nadschaf in Irak.

Obwohl er bei seiner Ankunft kaum Arabisch sprach, erwies al-Fayyad sich als begabter Schüler und wurde vom späteren Leiter der Hochschule, Abū l-Qāsim al-Chū'ī, gefördert.

Nach Abschluss seines Studiums lehrte und forschte al-Fayyad unter al-Chū'ī und stieg selbst zu einer der höchsten Autoritäten der Hochschule auf. Nach dem Tod al-Chū'īs unterstützte er Ali as-Sistani als dessen Nachfolger.

Politische und gesellschaftliche Positionen Wie al-Chū'ī und as-Sistani blieb al-Fayyad sowohl zum Regime Saddam Husseins als auch zu der schiitischen Theokratie unter Ruhollah Chomeini in Iran auf Distanz. Nach dem Sturz Saddams setzte er sich an der Seite as-Sistanis für eine demokratische Verfassung des Iraks unter Einbeziehung aller religiösen Gruppen ein.

Al-Fayyad hat zahlreiche Bücher über Politik, Fiqh (islamische Rechtsprechung) und Idschtihād (religiöse Nachahmung) geschrieben. Er vertrat in seiner Lehre oft fortschrittliche Positionen. Unter anderem sprach er sich für eine gesellschaftliche Gleichstellung von Frauen bis in höchste politische Ämter aus.

Al-Fayyad war einer der Unterzeichner der Botschaft aus Amman. Er war dabei eine der 24 Persönlichkeiten aus dem Kreise der Ulema, die eine Fatwa (Rechtsgutachten) verfasst haben.

In al-Fayyads Heimatland Afghanistan schlossen die Taliban im Zuge ihrer Repressionen gegen die Hazara und andere Schiiten im Juni 2022 sein Büro in Ghazni und nahmen seine Mitarbeiter fest.

Tod Mohammad Ishaq al-Fayyad starb am 4. Juni 2026 an einer schweren Krankheit. Premierminister Ali al-Saidi rief daraufhin eine dreitägige Staatstrauer aus.

Weblinks

Persönliche Website von Ajatollah al-Fayyad auf Persisch Persönliche Website von Ajatollah al-Fayyad auf Arabisch auf Arabisch, Persisch, Deutsch (PDF)

Anmerkungen

Einzelnachweise

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