Hans Diedrich HaalckWolfgang R. Dick, Klaus Fritze (Hrsg.) 300 Jahre Astronomie in Berlin und Potsdam, Frankfurt am Main 2000, Nachdruck 2001; S. 247, ISBN 3-8171-1622-5, auch Hans Dietrich Haalck (* 7. Oktober 1894 in Weddingstedt; † 5. April 1969 in Potsdam) war ein deutscher Geophysiker. Er gilt als einer der Pioniere der angewandten Geophysik in Deutschland.Martina Harnisch: Zum 100. Geburtstag von Hans Haalck, in: Mitteilungen der DGG, Heft 3/1994, Seite 38.

Leben Das berufliche Leben des Geophysikers Haalck, der am 7. Oktober 1894Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1961, Stichwort Haalck, Hans, Spalte 630, Hrsg. Werner Schuder, Verlag WALTER DE GRUYTER & CO., Berlin in Weddingstedt (Holstein) geboren wurde, ist eng mit dem 1886 gegründeten, ehemals Königlichen Geodätischen Institut am Telegrafenberg in Potsdam verbunden. Der Ende November 1921 an der Universität zu Göttingen unter seinem Doktorvater, dem Geophysiker Emil Wiechert (1862–1928),Professor Emil Wiechert war seit 1898 Direktor des Instituts für Geophysik und Leiter der Erdbebenwarte in Göttingen zum Dr. phil. promovierte WissenschaftlerThema der Dissertation von Hans Haalck: Theorie der normalen Schwerkraft und Gestalt der Niveauflächen des Geoids mit Berücksichtigung der zweiten Potenz der Abplattung; Abdruck eines Auszugs in: Jahrbuch der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät Göttingen (1922), S. 128 zog mit seiner Ehefrau Nelly Haalck, geborene Habke (1899–1985)Zur Familie gehörten noch die beiden Söhne Jörgen Haalck, geb. 1924, und Peter Haalck, geb. 1928, von Berlin nach PotsdamHaalck, Hans, in: Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1931, Berlin und Leipzig, Spalte 462., die frühere preußische Residenzstadt, um dort ab 1. Oktober eine Forschungstätigkeit als Vorsteher der geophysikalischen Abteilung des Preußischen Geodätischen Instituts auszuüben. Bereits am 1. April 1929 wurde der junge Wissenschaftler in Potsdam als kommissarischer Abteilungsvorsteher eingesetzt. Das Geodätische Institut Potsdam kannte Haalck aus seiner viermonatigen Tätigkeit als Hilfsrechner, die er zwischen zwei Arbeitsstellen nach Abschluss des Studiums als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der ERDA A. G. in Göttingen und bei der EXPLORATION BODENUNTERSUCHUNGS & VERWERTUNGS-GESELLSCHAFT M. B. H. in Berlin ausgeübt hatte. In seinem akademischen Lebenslauf erwähnt der älteste Sohn von elf Kindern eines Landwirts an der Dithmarscher Nordseeküste Hans Dietrich Haalck, dass er nach der Notreifeprüfung 1914 an der Oberrealschule zu Heide in Holstein ab November desselben Jahres sein Studium begann und es "des Dienstes fürs Vaterland wegen" zweimal unterbrach, zuletzt "von November 1916 bis zur Beendigung des Krieges" beziehungsweise seines Kriegsdienstes an der Westfront. Er studierte sowohl Physik als auch Mathematik an den Universitäten Kiel, Bonn und Göttingen und interessierte sich besonders für die Astronomie und Geophysik.Georg-August-Universität Göttingen Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen D - 37070 Göttingen Handschriften und Seltene Drucke - Dissertationsschrift Hans Dietrich Haalck, Tag der mündlichen Prüfung: 30. November 1921; S. 28 1929 erschien seine Arbeit über die Kursker MagnetanomalieZur Frage der Erklärung der Kursker magnetischen und gravimetrischen Anomalie, Leipzig, 1929 und sein in den USA eingetragenes erstes Patent zur Drehwaage wurde vom dortigen Patentamt im selben Jahr ausgestellt.Patent des United States Patent Office: Nummer 1733407; Ausgestellt am: 29. Oktober 1929 US Patentschrift Haalck nahm mit weiteren Geophysikern 1930, darunter Hans Ertel, Gerhard Fanselau und Martin Rössiger, an der Einweihung des Observatoriums für ErdmagnetismusMeyers Lexikon. Achter Band. Spalte 382, Stichwort Niemegk, Leipzig, 1940. in der brandenburgischen Stadt Niemegk teil. Die Feierstunde fand am 23. Juli 1930, am Abend des 70. Geburtstags des früheren Leiters des Magnetische Observatorium Potsdam und Initiator des neuen Observatoriums, Adolf Schmidt (1860–1944), in Anwesenheit des Jubilars statt und es erhielt dessen Namen.150 Jahre Adolf Schmidt und 80 Jahre Observatorium Niemegk, Franz Jacobs, Leipzig & Hans-Joachim Linthe, Niemegk/Potsdam in DGG-Mitteilungen 3/2009; , S. 52–59, unter Bezugnahme in Fußnote 7, S. 55, auf Best, Adolf (1997) Zur Geschichte des Adolf-Schmidt-Observatoriums für Geomagnetismus in Niemegk. - Zur Geschichte der Geophysik in Deutschland. Jubiläumsschrift der DGG, Hamburg. Besonders Fragestellungen der angewandten Geophysik gehörten bis Ende 1936 zu den Forschungen des Potsdamer Geodätischen Instituts, darunter zunächst auch die angewandte Gravimetrie und dazugehörige Feldmessungen.Claus Elstner: Zur Geschichte der Geophysik in Deutschland. ( ) Der wegen seiner wissenschaftlich-fachlichen Leistungen zum Professor ernannte HaalckDie Ernennung Hans Haalcks zum Professor ist in Kürschners Gelehrten-Kalender 1931, Spalte 462, ausgewiesen. – ohne jemals Hochschullehrer zu seinHarnisch, Martina in: DGG-Mitteilungen, Heft 3/1994, Seite 38 – wollte an die Traditionen des Geodätischen Instituts in der Seegravimetrie anknüpfen, als er ein Gasfedergravimeter entwickelte, das auch für Schweremessungen auf dem offenen Meer einsetzbar sein sollte, was jedoch „ohne größeren Erfolg“ blieb. Den statischen (barometrischen) Schweremesser, der für Messungen auf dem Land und auf See vorgesehen war, behandelte Haalck 1939.Der statische (barometrische) Schweremesser für Messungen auf festem Land und aus See, Akademische Verlagsgesellschaft , Leipzig, 1939 Das Haalcksche Gasfeder-Gravimeter, das von Askania-Werke AG Bambergwerk in Berlin-Friedenau produziert wurde, konnte auf dem Festland unter Leitung seines Erfinders vor allem in der norddeutschen Tiefebene eingesetzt werden. In der norddeutschen Tiefebene wurden durch gravimetrische Messungen von Hans Haalck, Rudolf Meinhold, Dipl.-Ing. Fritz HaalckEbenfalls ein mehrfacher Erfinder, der Anfang der 1950er Jahre im Westberliner Bezirk Berlin-Wilmersdorf wohnte, z. B. eines Magnetometers, Veröffentlichungsdatum: 17. Februar 1953 US-Patent-Nr. 2629003 A und eines Gravimeters Patent-Nr. US2959961 A, Veröffentlichungs-Datum: 15. November 1960; ursprünglich Bevollmächtigter: Askania-Werke A. G. Berlin-Friedenau, einem Bruder des Professors, sowie weiteren Geophysikern in den 1930er Jahren z. B. Salzstöcke aufgespürt, darunter der Salzstock Gorleben.

Sein zweites US-Patent mit der Nummer 2105146 erhielt Hans Haalck für die von ihm entwickelten neuen und nützlichen Verbesserungen bei Gravitationsmessinstrumenten. Das Zertifikat wurde am 11. Januar 1938 ausgestellt.Patent No. 2105146, Granted to Hans Haalck of Germany, Assignor to Askania-Werke & Carl Bamberg-Friedenau, for New and Useful Improvements in Gravitation Measuring Instruments. Patent Certificate Dated January 11, 1938. United States Patent Office. Verlag: United States Government Printing Office, Washington D.C., 1938 Hans Haalck gab zusammen mit Hermann Reich, Berlin, Martin RössigerM. Rössiger hatte vor seiner Potsdamer Zeit einen Lehrauftrag für Meßmethoden der angewandten Geophysik (1927) und war Assistent am Physikalischen Institut in Clausthal; zum außerordentlichen Professor wurde er 1935 ernannt. , Potsdam, und Rudolf von Zwerger, Berlin, bis 1944 die BEITRÄGE ZUR ANGEWANDTEN GEOPHYSIK unter Mitwirkung des Leiters des Reichsamtes für Bodenforschung Otto Brasch, Berlin, sowie weiteren in- und ausländischen Geophysikern heraus.Vgl. Titelblatt von Heft 2 Band 11 aus 1944, Verlag AKADEMISCHE VERLAGSGESELLSCHAFT BECKER & ERLER KOM.-GES., LEIPZIG