Die Liste von Amokläufen an Bildungseinrichtungen führt bekannt gewordene Amokläufe an allgemeinbildenden Schulen, Fachschulen, Hochschulen und sonstigen Bildungseinrichtungen auf (siehe auch Amoklauf an einer Schule). Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Diese Liste wurde ursprünglich aus Gewalt an Schulen ausgelagert (vgl. Diskussionsseite) und nicht alle Taten hier entsprechen der verlinkten Definition eines Amoklaufs.
Europa Deutschland 19. Jahrhundert
25. Mai 1871 in Saarbrücken, damals Rheinprovinz (Preußen): Am Ludwigsgymnasium verletzte der 18-jährige Julius Becker zwei seiner Mitschüler mit einem Revolver lebensbedrohlich. In dem folgenden Gerichtsprozess wurde der Täter aufgrund einer psychischen Störung freigesprochen.Christoph Paulus: Das Amok-Puzzle: Psychologische Erklärungsansätze und Täterprofile. Tectum Verlag, Marburg 2016, ISBN 978-3-8288-3795-9, S. 264 ff.
20. Jahrhundert
20. Juni 1913 in Walle, Bremen: Ein anscheinend geistig verwirrter 30-jähriger Lehrer verübte einen Amoklauf an der Sankt-Marien-Schule, bei dem fünf Mädchen im Alter von sieben bis acht Jahren getötet sowie 18 weitere Kinder und fünf Erwachsene teilweise lebensgefährlich verletzt wurden.
11. Juni 1964 in Köln-Volkhoven, Nordrhein-Westfalen: Bei dem Attentat von Volkhoven tötete der 42-jährige (schulfremde) Frührentner Walter Seifert mit einem selbstgebauten Flammenwerfer und einer Lanze acht Schüler und zwei Lehrerinnen. 20 Kinder und zwei weitere Lehrerinnen wurden verletzt. Auf der Flucht beging der Täter Suizid.Christoph Paulus: Das Amok-Puzzle: Psychologische Erklärungsansätze und Täterprofile. Tectum Verlag, Marburg 2016, ISBN 978-3-8288-3795-9, S. 384 ff.
3. Juni 1983 in Eppstein, Hessen: Beim Amoklauf in Eppstein-Vockenhausen erschoss der 34-jährige schulfremde Karel Charva an der Freiherr-vom-Stein-Gesamtschule drei Schüler, einen Lehrer sowie einen Polizisten und verletzte 15 weitere Menschen, ehe er sich selbst das Leben nahm.Christoph Paulus: Das Amok-Puzzle: Psychologische Erklärungsansätze und Täterprofile. Tectum Verlag, Marburg 2016, ISBN 978-3-8288-3795-9, S. 266 ff.
9. November 1999 in Meißen, Sachsen: Ein 15-Jähriger verletzte eine Lehrerin mit zwei Messern tödlich.Rebecca Bondü: School Shootings in Deutschland: Internationaler Vergleich, Warnsignale, Risikofaktoren, Entwicklungsverläufe. Dissertation, Freie Universität Berlin, Berlin 2012, S. 34 (online, abgerufen am 13. Oktober 2019).
21. Jahrhundert
18. Juni 2001 in Saarbrücken, Saarland: Gert Smolka wurde auf dem Campus der Saar-Uni von einem seiner Studenten durch einen Bauchschuss lebensgefährlich verletzt.
19. Februar 2002 in Freising, Bayern: Nachdem der 22-jährige Adam Labus zunächst an seinem ehemaligen Arbeitsplatz in Eching (Landkreis Freising) zwei Menschen erschossen hatte, setzte er seinen Amoklauf an der Wirtschaftsschule in Freising fort, wo er den Schulleiter tötete und einen Lehrer schwer verletzte.
26. April 2002 in Erfurt, Thüringen: Beim Amoklauf von Erfurt erschoss der 19-jährige ehemalige Schüler Robert Steinhäuser am Gutenberg-Gymnasium 16 Menschen und sich selbst.Frank J. Robertz, Ruben Wickenhäuser: Der Riss in der Tafel. Amoklauf und schwere Gewalt in der Schule. Springer, Berlin 2010, ISBN 978-3-642-11309-3, S. 51.
2. Juli 2003 in Coburg, Bayern: Beim Amoklauf von Coburg schoss ein 16-jähriger Schüler einer Realschule eine Lehrerin an. Anschließend nahm er sich mit der Tatwaffe selbst das Leben.Sebastian Sigler: Amoklauf an der Realschule in Coburg. In: Welt Online. 3. Juli 2003, abgerufen am 30. Januar 2019.
20. November 2006 in Emsdetten, Nordrhein-Westfalen: Beim Amoklauf von Emsdetten verletzte der 18-jährige Sebastian Bosse an der Geschwister-Scholl-Schule 37 Menschen und tötete sich anschließend selbst. Ein von ihm während der Tat getragener Sprengstoffgürtel musste von der Polizei entschärft werden.Christoph Paulus: Das Amok-Puzzle: Psychologische Erklärungsansätze und Täterprofile. Tectum Verlag, Marburg 2016, ISBN 978-3-8288-3795-9, S. 342 ff.
11. März 2009 in Winnenden, Baden-Württemberg: Beim Amoklauf von Winnenden erschoss der 17-jährige Tim Kretschmer in der Albertville-Realschule neun Schüler, drei Lehrerinnen und auf der sich anschließenden Flucht drei Passanten. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei nahm sich der Täter selbst das Leben.Christoph Paulus: Das Amok-Puzzle: Psychologische Erklärungsansätze und Täterprofile. Tectum Verlag, Marburg 2016, ISBN 978-3-8288-3795-9, S. 372 ff.
11. Mai 2009 in Sankt Augustin, Nordrhein-Westfalen: Die mit mehreren Messern, Molotowcocktails und einer Gaspistole bewaffnete 16-jährige Schülerin Tanja O. suchte das Albert-Einstein-Gymnasium auf, wo sie eine Mitschülerin schwer verletzte. Später stellte sich die Täterin der Polizei.Christoph Paulus: Das Amok-Puzzle: Psychologische Erklärungsansätze und Täterprofile. Tectum Verlag, Marburg 2016, ISBN 978-3-8288-3795-9, S. 361 ff.
17. September 2009 in Ansbach, Bayern: Beim Amoklauf von Ansbach verletzte ein Schüler am Gymnasium Carolinum neun Schüler und eine Lehrerin. Der Täter wurde am 29. April 2010 unter anderem des versuchten Mordes in 47 Fällen schuldig gesprochen und zu neun Jahren Jugendstrafe verurteilt. Die Jugendstrafkammer des zuständigen Landgerichtes verfügte zudem die Unterbringung in eine psychiatrische Klinik.Christoph Paulus: Das Amok-Puzzle: Psychologische Erklärungsansätze und Täterprofile. Tectum Verlag, Marburg 2016, ISBN 978-3-8288-3795-9, S. 217 ff.
18. Februar 2010 in Ludwigshafen am Rhein, Rheinland-Pfalz: Der 23-jährige Florian K. erstach einen Lehrer der Technischen Berufsschule im Georg-Kerschensteiner-Berufsbildungszentrum.
26. Februar 2013 in Wernigerode, Sachsen-Anhalt: Eine 15-jährige Gymnasiastin verletzte zwei Mitschüler während des Unterrichts mit einer Schreckschusspistole. Bereits im November 2011 hatte sie einen Amoklauf angekündigt.Mädchen schießt um sich und verletzt Schüler. In: Spiegel Online. 26. Februar 2013, abgerufen am 30. Januar 2019.
24. Januar 2022 in Heidelberg, Baden-Württemberg: Beim Amoklauf von Heidelberg erschoss in einem Hörsaal der Universität Heidelberg ein 18-jähriger Student eine junge Frau und verletzte drei weitere Menschen.Attacke in Heidelberg – junge Frau stirbt nach Kopfschuss. In: Spiegel Online. 24. Januar 2022, abgerufen am 22. Januar 2022.
19. Mai 2022 in Bremerhaven, Bremen: Beim Amoklauf von Bremerhaven schoss ein 21-Jähriger ehemaliger Schüler zwei Mal mit einer Armbrust auf eine Schulsekretärin des Lloyd Gymnasium Bremerhaven, die dadurch lebensgefährlich verletzt wurde.
10. Juni 2022 in Hamm, Nordrhein-Westfalen: An der Hochschule Hamm-Lippstadt tötete ein 34-Jähriger eine 30-jährige Lehrbeauftragte und verletzte zwei 22-jährige Studentinnen sowie einen 22-jährigen Studenten.
10. Januar 2023 in Ibbenbüren, Nordrhein-Westfalen: An einer Berufsschule erstach ein 17-Jähriger eine Lehrerin. Er beging in der Untersuchungshaft anschließend Suizid.
22. Februar 2024 in Wuppertal, Nordrhein-Westfalen: Am Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium in Wuppertal-Elberfeld verletzte ein 17-jähriger Schüler mehrere Schüler mit einem Messer zum Teil lebensgefährlich.
Österreich
5. Mai 1997 in Zöbern, Niederösterreich: Der 15-jährige Schüler Helmut Z. erschoss an der Hauptschule eine 48-jährige Lehrerin und verletzte eine weitere Lehrerin schwer. Er wurde zu acht Jahren Haft verurteilt.Vor 20 Jahren. In: OÖNachrichten. 6. Mai 1997, abgerufen am 30. Januar 2019.
9. Mai 2018 in Mistelbach, Niederösterreich: Der 18-jährige Mario S. schoss am Bundesoberstufenrealgymnasium Mistelbach mit einer Schrotflinte um sich und verletzte einen Schüler. Er wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt und in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen.Herbert Pfarrhofer: Amoklauf-Prozess: „Es sollen alle sterben“. In: kurier.at, 28. November 2018, abgerufen am 30. Januar 2019.
10. Juni 2025, Graz, Steiermark: Ein 21-jähriger ehemaliger Schüler tötete beim Amoklauf in Graz mit einer Schusswaffe am Bundesoberstufenrealgymnasium Dreierschützengasse elf Menschen, darunter neun Schüler, eine Lehrerin und sich selbst. Zudem gab es zahlreiche Verletzte.
Finnland
25. Januar 1989 in Raumanmeri: Ein 14-jähriger erschoss mit einer Pistole seines Vaters zwei Schulkameraden. Er gab Mobbing als Grund für seine Tat an. Da er zum Tatzeitpunkt nicht strafmündig war, wurde keine Anklage gegen ihn erhoben.
7. November 2007 in Jokela: Beim Amoklauf von Jokela erschoss der 18-jährige Pekka-Eric Auvinen in einem Schulzentrum acht Menschen und verletzte 12 weitere, ehe er sich selbst das Leben nahm.Christoph Paulus: Das Amok-Puzzle: Psychologische Erklärungsansätze und Täterprofile. Tectum Verlag, Marburg 2016, ISBN 978-3-8288-3795-9, S. 322 ff.
23. September 2008 in Kauhajoki: Beim Amoklauf von Kauhajoki erschoss der 22-jährige Matti Juhani Saari an der örtlichen Berufsschule zehn Menschen und tötete sich anschließend selbst.Christoph Paulus: Das Amok-Puzzle: Psychologische Erklärungsansätze und Täterprofile. Tectum Verlag, Marburg 2016, ISBN 978-3-8288-3795-9, S. 297 ff.
30. März 2012 in Orivesi: Ein 23-jähriger schoss in einer Gesamtschule um sich, konnte aber festgenommen werden, bevor es Verletzte gab.
2. April 2024 in Vantaa: In einer Grundschule in Vantaa fielen mehrere Schüsse. Ein zwölfjähriges Kind wurde dabei getötet, zwei weitere schwer verletzt. Bei dem Täter soll es sich um einen ebenfalls zwölfjährigen Jungen gehandelt haben.
Frankreich
13. Januar 2010 in Perpignan: Bei einem Amoklauf an der Universität Perpignan wurden ein Mensch getötet und drei weitere Menschen verletzt.
16. März 2017 in Grasse: Am Lycée Alexis de Tocqueville wurden drei Menschen angeschossen.
Niederlande
7. Dezember 1999 in Veghel: An der De Leijgraaf High School verletzte der 17-jährige Ali D. fünf Menschen mit einer Schusswaffe.Nils Böckler, Thorsten Seeger (Hrsg.): School Shootings. International Research, Case Studies and Concepts for Prevention. Springer, New York 2013, ISBN 978-1-4614-5526-4, S. 524.
Russland
3. Februar 2014 in Moskau: Ein Zehntklässler erschoss seinen Erdkundelehrer und einen Polizisten.Schüler erschießt Erdkundelehrer offenbar aus Rache. In: Welt Online. 3. Februar 2014, abgerufen am 2. Februar 2019.
17. Oktober 2018 in Kertsch, Ukraine/Russland: Siehe: Andere Länder
11. Mai 2021 in Kasan: Ein 19-jähriger ehemaliger Schüler eröffnete in einem Gymnasium in Kasan, Tatarstan, mit einer Schrotflinte das Feuer. Acht Menschen starben, zwanzig weitere wurden verletzt.
26. September 2022 in Ischewsk: Beim Amoklauf eines 34-jährigen ehemaligen Schülers in der Schule Nr. 88 gab es 15 Tote, darunter elf Kinder.
Schweden
25. Oktober 2001 in Sundsvall: Ein 19-Jähriger tötete an der Västermalms-Schule einen Menschen mit einem Messer und verletzte eine weitere Person.
22. Oktober 2015 in Trollhättan: Beim Amoklauf von Trollhättan wurden an der Kronan-Schule drei Menschen getötet. Der Täter wurde von einem Polizisten in Notwehr erschossen.
4. Februar 2025 in Örebro: Beim Amoklauf von Örebro im Bildungszentrum Campus Risbergska erschoss ein 35-Jähriger 10 Menschen und verletzte 15 Menschen, bevor er sich erschoss.
Vereinigtes Königreich
19. August 1987 in Hungerford, England: Beim Amoklauf von Hungerford tötete der 27-jährige Michael Robert Ryan 16 Menschen, ehe er die John O’Gaunt Secondary School stürmte, wo er sich nach etwa 90-minütiger Verhandlung mit der Polizei selbst das Leben nahm.
17. Juni 1994 in Holywood, Nordirland: Der 46-jährige Garnett Bell verletzte an der Sullivan Upper School sechs Menschen mit einem Flammenwerfer.
13. März 1996 in Dunblane, Schottland: Der 43-jährige Thomas Watt Hamilton erschoss an der Primary School 16 Schüler sowie eine Lehrerin und verletzte 15 Menschen, ehe er sich selbst tötete.Christoph Paulus: Das Amok-Puzzle: Psychologische Erklärungsansätze und Täterprofile. Tectum Verlag, Marburg 2016, ISBN 978-3-8288-3795-9, S. 370 ff.