Jerschowo (, ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Gwardeisk im Rajon Gwardeisk.

Geographische Lage Jerschowo liegt zehn Kilometer nördlich von Snamensk (Wehlau) an der Regionalstraße 27A-014 (ex R514). Snamensk ist die nächste Bahnstation an der Bahnstrecke Kaliningrad–Tschernyschewskoje (Königsberg–Eydtkuhnen/Eydtkau), einem Teilstück der früheren Preußischen Ostbahn.

Geschichte Das bis 1946 GrünlindeD. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Grünlinde genannte Dorf erhielt im Jahre 1389 die Handfeste. Am 13. Juni 1874 wurde der Ort namensgebend für einen neu gebildeten AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Grünlinde, der bis 1945 bestand und zum Kreis Wehlau im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

In Kriegsfolge kam Grünlinde 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1947 erhielt der Ort den russischen Namen „Jerschowo“ und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Sorinski selski Sowet im Rajon Gwardeisk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947) Von 2005 bis 2014 gehörte Jerschowo zur Landgemeinde Sorinskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Gwardeisk.

Einwohnerentwicklung Jahr EinwohnerVolkszählungsdaten 1910 392 1933 327 1939 320 2002 108 2010 69

Amtsbezirk Grünlinde (1874–1945) Zum Amtsbezirk Grünlinde gehörten ursprünglich sieben Landgemeinden: Name Russischer Name Bemerkungen Groß Michelau Sobolewo Grünlinde Jerschowo Klein Michelau vor 1883 nach Groß Michaelau eingemeindet Klein Nickelsdorf vor 1883 nach Nickelsdorf eingegliedert Nekiehnen 1928 nach Groß Weißensee (Amtsbezirk Weißensee) umgegliedert Nickelsdorf Strelnikowo Poppendorf Sorino Am 1. Januar 1945 gehörten lediglich noch die vier Gemeinden Groß Michelau, Grünlinde, Nickelsdorf und Poppendorf zum Amtsbezirk Grünlinde.

Kirche Mit seiner überwiegend evangelischen Bevölkerung war Grünlinde bis 1945 in das Kirchspiel der Kirche Grünhayn (Ostpreußen) eingepfarrt, das zum Kirchenkreis Wehlau (russisch: Snamensk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Heute liegt Jerschowo im Einzugsbereich zweier evangelisch-lutherischer Gemeinden, die in den 1990er Jahren neu entstanden sind: Talpaki (Taplacken) und Bolschaja Poljana (Paterswalde). Beides sind Filialgemeinden der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) in der Propstei Kaliningrad der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Weblinks Jerschowo bankgorodov.ru Jerschowo bei prussia39.ru Bildergalerie Grünlinde vor 1945 Bildergalerie Grünlinde/Jerschowo nach 1945

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Rajon Gwardeisk