U 69 war ein diesel-elektrisches U-Boot des Kriegsauftrages „D“ der deutschen Kaiserlichen Marine, das im Ersten Weltkrieg zum Einsatz kam.
Einsätze Das U-Boot wurde noch vor Kriegsbeginn von der Österreichischen Marine bestellt, jedoch am 28. November 1914 von Deutschland übernommen. Am 24. Juni 1915 lief das Boot schließlich als U 69 bei der Germaniawerft in Kiel vom Stapel und wurde am 4. September 1915 in Dienst gestellt. Der erste und einzige Kommandant des U-Bootes war Kapitänleutnant Ernst Wilhelms, welcher beim Untergang von U 69 umkam.
U 69 war ab März 1916 der IV. U-Flottille der Hochseestreitkräfte zugeordnet, die in Emden und auf Borkum stationiert war.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. S. 139.
U 69 führte während des Ersten Weltkrieges sechs Feindfahrten im östlichen Nordatlantik durch. Dabei wurden insgesamt 30 Schiffe der Entente und neutraler Staaten mit einer Gesamttonnage von ca. 104.471 BRT versenkt.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. S. 68. Das größte Schiff, das versenkt wurde, war der britische Hilfskreuzer Avenger (zirka 13.500 BRT). Die Avenger wurde am 14. Juni 1917 westlich der Shetlandinseln etwa auf der Position versenkt.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. S. 119.uboat.net: Ships hit during WWI – Avenger Außerdem wurde der britische Marine-Trawler Era (168 BRT) am 11. Juli 1916 vor Aberdeen durch Artillerie versenkt.uboat.net: Ships hit during WWI – HMT Era
Am 3. Juni 1917 wurde das italienische Segelschiff Luisa südwestlich von Irland angehalten. Die Versenkung mittels Artillerie misslang jedoch. Das Schiff wurde später nach Castletown eingeschleppt.uboat.net: Ships hit during WWI – Luisa
Verbleib Der Verbleib von U 69 ist ungeklärt. Zeit und Ursache des Verlustes sind nicht genau bekannt.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. S. 90. Am 9. Juli 1917 lief das U-Boot von Emden zu einer Feindfahrt in die Gewässer südwestlich von Irland aus. Der letzte Funkkontakt fand am 11. Juli 1917 statt. Das U-Boot befand sich zu diesem Zeitpunkt vor der Südküste Norwegens. Seither gilt es als verschollen.
Am 12. Juli 1917 griff der britische Zerstörer Patriot ein U-Boot mit Wasserbomben an. Es ist unklar, ob es sich dabei um U 69 handelte. Britische Funksprüche lassen jedoch darauf schließen, dass U 69 sein Operationsgebiet erreichte und dort mindestens bis zum 23. Juli 1917 im Einsatz war. Manche Quellen schreiben U 69 die Versenkung des griechischen Frachtschiffes Mikelis am 24. Juli 1917 zu, doch auch dies ist umstritten.uboat.net: Ships hit during WWI – Mikelis
Es liegen keine britischen oder US-amerikanischen Meldungen vor, die eine Versenkung zweifelsfrei belegen. U 69 kann auf eine Treibmine gefahren sein oder ging eventuell durch eine Havarie beziehungsweise durch einen menschlichen Fehler verloren.Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot Verluste in beiden Weltkriegen. S. 31.
Schiffskontakte Von U 69 versenkte oder beschädigte Schiffe:uboat.net: Ships hit by U 69 Datum Name Tonnage Nation 15. April 1916 Fairport 3.838 15. April 1916 Schwanden 844 16. April 1916 Glendoon 1.918 16. April 1916 Harrovian 4.309 16. April 1916 Papelera 1.591 17. April 1916 Ernest Reyer 2.708 18. April 1916 Ravenhill 1.826 20. April 1916 Cairngowan 4.017 11. Juli 1916 Era 168 20. Oktober 1916 Cabotia 4.309 24. Oktober 1916 Sola 3.057 26. Oktober 1916 North Wales 4.072 26. Oktober 1916 Rappahannock 3.871 2. November 1916 Spero 1.132 3. November 1916 Bertha 591 20. April 1917 Annapolis 4.567 25. April 1917 Hesperides 3.393 26. April 1917 Rio Lages 3.591 26. April 1917 Vauxhall 3.629 1. Mai 1917 Rockingham 4.555 2. Mai 1917 Troilus 7.625 29. Mai 1917 Argo 123 29. Mai 1917 Ines 261 29. Mai 1917 Konsul R. Nielsen 1.395 31. Mai 1917 Esneh 3.247 3. Juni 1917 Luisa 1.648 6. Juni 1917 Parthenia 5.160 8. Juni 1917 Enidwen 3.594 8. Juni 1917 Saragossa 3.541 13. Juni 1917 Kelvinbank 4.072 14. Juni 1917 Avenger 13.441 24. Juli 1917 Mikelis 2.430 Versenkt:Beschädigt:Gesamt: 102.8751.648104.523
Literatur Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller Verlag, Erlangen 1993, ISBN 3-86070-036-7. Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot Verluste in beiden Weltkriegen. Urbes, Gräfelfing 1998, ISBN 3-924896-43-7.
Weblinks U 69 auf uboat.net (englisch) Gedenktafel für U 69 am U-Boot-Ehrenmal Möltenort
Fußnoten
Kategorie:Militär-U-Boot (Kaiserliche Marine) Kategorie:U-Boot im Ersten Weltkrieg Kategorie:Schiffsverlust mit ungeklärter Ursache Kategorie:Schiffsverlust 1917 Kategorie:Militärschiff (Germaniawerft)