mini|Ombré: von Schwarz zu Blau mini|hoch|alt=Ein Hemd mit schmalen, vertikalen schwarzen Streifen; die Streifen dazwischen verlaufen farblich von Dunkelblau an den Schultern bis zu Weiß an der Taille und den Ärmelbündchen.|Der thailändische Schauspieler und Musiker Nat Sakdatorn in einem blau im Ombré-Stil gefärbten Hemd mit schwarzen Streifen
Ombré bezeichnet den fließenden Übergang von einem Farbton zu einem anderen, wobei die Farbe meist von hell nach dunkel verläuft. Neben der Verwendung in der Inneneinrichtung und im Grafikdesign ist Ombré zu einem beliebten Stilmittel beim Haarfärben, bei der Nagelkunst und sogar beim Backen geworden.
Im Gegensatz zu Ombré ist Sombré ist ein viel sanfterer und allmählicherer Übergang von einer Farbe zur anderen.
In der Mode Geschichte Die Verwendung von Schattierungen oder die Erzeugung eines Ombré-Effekts ist weit verbreitet. So wurde beispielsweise im Textildruck zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein spezieller Druckstock – ein sogenannter „Regenbogen-Block“ – verwendet, um Textilien mit abgestuften Farbverläufen herzustellen. Als Textilveredelung kam Ombré um 1840 wieder in Mode und wurde während des gesamten 19. Jahrhunderts angewandt. Bei der Maschinenstickerei wurde ein Ombré-Effekt erzielt, indem die Fäden vorab in abgestuften Farben gefärbt wurden.
21. Jahrhundert mini|Eine Frau mit Ombré-Haarfarbe Ombré als Haarfärbetechnik wurde im Jahr 2000 populär, als sich die Sängerin Aaliyah die Haare mit einem dezenten, stufenlosen Übergang von Schwarz am Ansatz zu helleren Tönen an den Spitzen färben ließ. Im Jahr 2010 war der Ombré-Haartrend nach wie vor beliebt. Der Stil wurde unter anderem von vielen Prominenten aufgegriffen, darunter Britney Spears, Alexa Chung, Lauren Conrad, Vanessa Hudgens, Drew Barrymore, Beyoncé und sogar Jared Leto. Ein Stylist stellte fest, dass die Ombré-Frisur nur wenig Pflege erfordert, was es einfacher machte, sie als Trend zu etablieren. Während Ombré ursprünglich die schrittweise Aufhellung des Haares von dunkel zu hell bezeichnete, hat sich der Begriff auf verschiedene andere Techniken ausgeweitet; dazu gehört auch der Farbverlauf von einer natürlichen Haarfarbe am Ansatz hin zu einer unnatürlicheren Farbe (wie Türkis oder Lavendel) in den Spitzen.
Die Popularisierung des Ombré-Haartrends begünstigte die Ausbreitung dieser Technik auf andere Bereiche der Schönheitspflege, wie etwa die Nagelkunst (Nail Art). Dass Prominente wie Lauren Conrad, Victoria Beckham und Katy Perry den Trend zu Ombré-Nägeln aufgriffen, trug zu dessen Verbreitung bei.
Wohnbereich Dem Trend des frühen 21. Jahrhunderts folgend, haben viele bekannte Einrichtungsgestalter den Ombré-Stil in ihre Wohnraumgestaltung integriert. Ombré findet bei zahlreichen Produkten Anwendung – von Textilien bis hin zu Glaswaren – und wird zudem als Wandgestaltungstechnik genutzt, bei der Wände so gestrichen werden, dass die Farbe zu einem helleren oder dunkleren Ton hin verläuft. Martha Stewart beschreibt den sanften Farbverlauf bei Ombré als einen Übergang vom Wachzustand in den Schlaf. Das Architekturbüro David Kohn Architects setzte den Ombré-Effekt bei der Gestaltung des Bodenbelags in einer Wohnung in der Carrer Avinyó in Barcelona ein. Das Fliesenmuster weist einen Farbverlauf von Grün an einem Ende der Wohnung bis hin zu Rot am anderen Ende auf, um die privaten Bereiche der beiden Eigentümer optisch voneinander abzugrenzen. Die Enkaustik-Fliesen wurden von Mosaics Martí hergestellt, einem Unternehmen, das bereits Antoni Gaudí mit Fliesen belieferte.
Backen mini|hochkant=0.5|Eine Torte mit violetter Ombré-Glasur Beim Backen werden Ombré-Effekte typischerweise durch Techniken wie das Auftragen einer Glasur oder Creme (Frosting) erzielt; es ist jedoch auch möglich, einzelne Tortenböden in abgestuften Farbtönen von hell nach dunkel zu backen. Der Effekt lässt sich zudem erreichen, indem man die Tortenböden einfärbt und sie so übereinanderschichtet, dass ein Ombré-Farbverlauf entsteht.
Make-up Aufgrund der für verschiedene Kosmetikprodukte verfügbaren Farbpalette lässt sich ein Ombré-Effekt erzielen, indem zwei oder mehr Farbtöne an Augen, Lippen oder Wangen ineinander verblendet werden. Der Farbverlauf von Dunkel zu Hell ähnelt der Technik des Contouring, bei der verschiedene Nuancen natürlicher Hauttöne miteinander vermischt werden; der Unterschied besteht jedoch darin, dass Contouring oft darauf abzielt, das Gesicht künstlich zu modellieren, während Ombré schlicht das Ineinanderübergehenlassen zweier oder mehrerer Farbtöne bezeichnet – seien es natürliche oder andere Farben.
Siehe auch
Farbgradient
Einzelnachweise
Kategorie:Farben