Das Buch Orangen und Datteln. Reisefrüchte aus dem Oriente ist eine Anthologie verschiedener Reiseerzählungen Karl Mays und erschien am 5. Dezember 1893 als Band 10 von Karl May’s gesammelten Reiseerzählungenhttp://www.karl-may-wiki.de/index.php/Karl_May's_gesammelte_Reiseerzählungen. Im Impressum war der Erscheinungstermin auf 1894 vordatiert.

Das Deckelbild der Erstausgabe stammte von Fritz Bergen.

1909 erschien eine illustrierte Ausgabe mit Bildern von Willy Planck.

Im Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld brachte es der 665 Seiten starke Reiseroman auf zehn Auflagen.

Inhalt Das Buch enthält kleinere Abenteuer des Ich-Erzählers Kara Ben Nemsi in Nordafrika mit wechselnden Begleitern. Er kämpft mit Mitgliedern einer Raubkarawane, die die Sahara unsicher machen. Seine ärgsten Widersacher sind Sklavenhändler und räuberische Wüstenstämme.

Es handelte sich um einen Sammelband, der acht Einzelerzählungen zusammenfasste, die bereits zuvor an anderer Stelle veröffentlicht worden waren.

Die Gum Christus oder Muhammed Der Krumir Eine Ghasuah Nûr es Semâ – Himmelslicht Christi Blut und Gerechtigkeit Mater dolorosa Der Verfluchte

Die Gum Die Gum ist eine Reiseerzählung Karl Mays, die in Band 10 der Gesammelten Reiseerzählungen, enthalten ist.

Textgeschichte Die Gum (Gum = Karawanehttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Karawane) ist eine von May selbst leicht bearbeitete Fassung der Erzählung Unter Würgernhttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Unter_Würgern, die 1879 im Deutschen Hausschatz und 1883/84 in der Münchmeyer-Zeitschrift Deutscher Wanderer erschien. Die Erstausgabe von Orangen und Datteln erfolgte Ende 1893. Die Gum ist seitdem in allen Nachauflagen und Neuausgaben von Orangen und Datteln enthalten.

So findet sich die Geschichte heute weiterhin unter dem Titel Die Gum in bearbeiteter Form in Band 10 der Gesammelten Werke, Sand des Verderbens.

Außerdem erschien Die Gum – gewissermaßen als Auskopplung aus dem Sammelband – gelegentlich einzeln oder mit verschiedenen anderen Texten.

Als „Feldpost-Ausgabe“ erschien die Erzählung in zwei Auflagen 1915 und 1916 unter dem Titel Abenteuer in Nord-Afrika im Karl-May-Verlag.Hermesmeier/Schmatz, S. 313, Nr. NA2.

In der 1993 erschienenen Anthologie Sachsens böse Kerle. Räuber, Schmuggler, Wilderer, herausgegeben von Heiner Boehncke und Hans Sarkowicz, ist das vierte Kapitel der Erzählung unter dem Titel Der Räuberwürger in modernisierter Form enthalten.

Unter dem Titel Am Wadi el Kantara erschien 2007 eine bearbeitete Fassung der Geschichte im Sonderband zu den Gesammelten Werken An der Quelle des Löwenhttps://www.karl-may.de/Buecher/Sonderbände_An-der-Quelle-des-Löwen.

Ein weiterer Auszug erschien 2010 unter der Überschrift Ein arabisches Duell im Sonderband Auf Tod oder Lebenhttps://www.karl-may.de/Buecher/Sonderbände_Auf-Tod-oder-Leben.

Inhalt Djezzar-Bei, der Menschenwürger. Assad-Bei, der Herdenwürger. Hedjahn-Bei, der Karawanenwürger. Behluwan-Bei, der Räuberwürger. Der Inhalt der Buchausgabe entspricht dem der Hausschatz-Fassung Unter Würgern.

Sonstiges Der Band Die Wüstenräuber aus Bachem’s Roman-Sammlunghttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Bachem%27s_Roman-Sammlung ist gewissermaßen eine Parallelausgabe von Die Gum. Auch diese basiert auf dem Text Unter Würgern.

Christus oder Muhammed Christus oder Muhammed. Reise-Erlebnis von Karl May ist eine Marienkalendergeschichte Karl Mays.

Textgeschichte Der Text wurde 1890 geschrieben und noch im selben Jahr im Regensburger Marien-Kalender für das Jahr des Heiles 1891 und in dessen Parallelausgabe Tiroler Marien-Kalender für das Jahr des Heiles 1891 erstmals veröffentlicht.Plaul/Klußmeier, S. 137, Nr. 214/214P.

1893/94 wurde die Erzählung dann von Karl May in die Anthologie Orangen und Datteln, Band 10 der gesammelten Reiseromane, übernommen. Christus oder Muhammed ist seitdem in allen Nachauflagen und Neuausgaben von Orangen und Datteln enthalten.

So findet sich die Geschichte heute weiterhin unter dem Titel Christus oder Muhammed in bearbeiteter Form in Band 10 der Gesammelten Werke, Sand des Verderbens.

1979 erschien die Wiedergabe des Erstdrucks in Christus oder Muhammed. Marienkalender-Geschichten, einem Reprint der Karl-May-Gesellschaft.

Inhalt Der Ich-Erzähler und sein Freund Kapitän Frick Turnerstick haben im Botanischen Garten von Marseille einen Zusammenstoß mit Abd el Fadlhttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Abd_el_Fadl_(Henker), dem Henker des Beys von Tunis, der im Beisein seines Dolmetschers ein Kreuz zerstört. „[...] der in der Erde steckende Teil des Schaftes war angefault; er zerbrach, und das starke und wohl fünf Ellen hohe Krucifix stürzte derart nach unserer Seite herüber, daß es den Kapitän am Kopfe traf.“ [...] „In dem einen erkannte ich infolge seiner Habichtsnase und anderweiten Gesichtsbildung sofort den Armenier. Er trug eine Schaffellmütze, kurze Jacke, weite Hosen und hohe Schaftstiefel; im Gürtel hatte er ein Messer stecken. Der andere war, wie es schien, ein Beduine. Ich schätzte sein Alter gegen fünfzig Jahre. Die lange, starkknochige Gestalt war in einen weissen Burnus gehüllt. Auf dem Kopfe saß der rote Fez, um welchen ein Turbantuch von derselben Farbe gewickelt war. Das hagere Gesicht war dasjenige eines starr und blind gläubigen Muhammedaners. Er zeigte sich über unser Erscheinen gar nicht etwa erschrocken, sondern blickte uns mit seinen dunklen, stechenden Augen beinahe höhnisch entgegen.“Karl May: Christus oder Muhammed. In: Regensburger Marien-Kalender auf das Jahr des Heiles 1891, Sp. 163.

Weil er dafür bestraft wird, versucht Abd el Fadl, den Erzähler zu töten, wird aber dennoch von diesem vor dem Ertrinken gerettet. In Tunis überrascht er dann den Erzähler beim Gespräch mit seiner Gattin Kalada, die eine heimliche Christin ist. Abd el Fadl schwört Rache, doch bei einer Reise wird er mit seiner Familie durch einen Sandsturm gezwungen, in die „Höhle des Donners“ zu fliehen, in die auch ein Panther eindringt. Es gelingt dem Erzähler, den Panther zu töten und so Abd el Fadls Sohn Asmar zu retten. Der bisher fanatische Moslem bekehrt sich daraufhin zum christlichen Glauben seiner Gattin.

Sonstiges Sascha Schneiders Titelbild zu Mays Orangen und Datteln ist ebenfalls unter dem Namen Christus oder Muhammedhttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Christus_oder_Muhammed_(Schneider) bekannt.

Der Krumir

Der Krumir. Nach den Erlebnissen eines „Weltläufers“ von Karl May ist eine Reiseerzählung Karl Mays.

Textgeschichte Die Erzählung wurde 1881 geschrieben und 1882 erstmals in Belletristische Correspondenz: Zur Benutzung für Zeitungsredaktionen herausgegeben unter Mitwirkung der Redaktion des Daheim in Leipzig im Verlag von Velhagen & Klasing veröffentlicht.Plaul/Klußmeier, S. 86, Nr. 150.

Hierauf zurückgehende Nachdrucke desselben Jahres wurden bisher in der Prager Zeitschrift PolitikPlaul/Klußmeier, S. 90–92, Nr. 155. und in den Innsbrucker NachrichtenAnton Haider: Eine Nachricht aus Österreich. In: M-KMG Nr. 94, S. 28/29 (mit Faksimile) nachgewiesen.

Ein weiterer erschien 1889 in der Kölner Zeitschrift Im Familienkreise.

Ein bearbeiteter Nachdruck wurde 1882 in das in Frankfurt am Main erschienene Journal Didaskalia aufgenommen.

1893 wurde der Text dann von Karl May als dritte Erzählung in den Band Orangen und Datteln der gesammelten Reiseromane übernommen. Die Unterschiede zum Erstdruck sind unerheblich.

Unter dem Titel Die Blume der Uëlad Sebira. Eine Erzählung aus der nordafrikanischen Wüste. Von Karl May erschien der Text 1933 als Lizenzausgabe des Karl-May-Verlags in einem bisher unbekannten Periodikum, möglicherweise im Feuilleton einer Tageszeitung in Hannover.Hermesmeier/Schmatz, S. 409, Nr. LC19.

Als „Feldausgabe“ erschien die Erzählung 1944 bei Bertelsmann ebenfalls als Lizenz, allerdings ist kein Exemplar davon nachweisbar.Hermesmeier/Schmatz, S. 366 f., Nr. LA23.

In den Gesammelten Werken ist der Text in Band 10, der nach dem Zweiten Weltkrieg den Titel Sand des Verderbens erhielt, in bearbeiteter Form zu finden.

1985 erschien die Wiedergabe des Erstdrucks im gleichnamigen Reprintband der Karl-May-Gesellschaft.

Unter dem Titel Im Land des Krumir erschien 2007 eine bearbeitete Fassung der Geschichte im Sonderband zu den Gesammelten Werken An der Quelle des Löwen.

Inhalt Der Ich-Erzähler reitet auf „Rih“https://www.karl-may-wiki.de/index.php/Rih mit seinem Freund Achmed es Sallah von Algerien nach Tunesien. Sie treffen auf Krüger-Bei, den Obersten der Leibwache des Beys von Tunis, und Scheik Ali en Nurabi.

„Hast du noch nicht von Saadis el Chabir gehört?“ „Von Saadis, dem Krumir von Ferkah ed Dedmaka? Er ist berüchtigt im ganzen Lande. Er hat seine Heimat fliehen müssen, weil er Blut vergoß und ihm nun die Rache folgt. Er ist der Chabir el Chabir, der größte unter den Führern; er kennt alle Berge und Thäler, alle Flüsse und Quellen des Landes [...]“Karl May: Der Krumir. In: Belletristische Correspondenz, No. 2, S. 16.

Sie müssen miterleben, wie Saadis el Chabir Achmeds Geliebte Mochallah, die Tochter Ali en Nurabis, und zwei wertvolle Reittiere, nämlich ein Reitkamel und die Stute „Utheif“, raubt. Nach langer Verfolgungsjagd bricht sich der Krumir beim Sturz auf der Salzdecke des tunesischen Schott el Rharsa das Genick.

Sonstiges Karl May selbst musste den Text für die Buchausgabe erst beim Verlag des Erstabdrucks anfordern. Abgeschrieben wurde der Text von dem Mitarbeiter des Fehsenfeld-Verlags Sebastian Krämer.Briefwechsel mit Friedrich Ernst Fehsenfeld I, S. 139.

Eine Ghasuah Eine Ghasuah. Reiseerlebnis von Dr. Karl May ist eine Marienkalendergeschichte Karl Mays.

Textgeschichte Die Erzählung wurde 1892 geschrieben und im selben Jahr erstmals im Eichsfelder Marien-Kalender für das katholische Volk 1893 veröffentlicht.Plaul/Klußmeier, S. 157, Nr. 234.

Eine Ghasuah ist seitdem in den Nachauflagen und Neuausgaben von Orangen und Datteln enthalten.

Ebenfalls enthalten ist der Text im Sammelband Karl-May-Geschichten aus dem Jahr 1943. Dabei handelt es sich um Band 7 der Lagerbücherei der Kinderlandverschickung, eine Lizenzausgabe des Karl-May-Verlags für die Erwin Skacel Verlagsbuchhandlung.Hermesmeier/Schmatz, S. 359 f., Nr. LA15.

Im Rahmen der Gesammelten Werke findet sich der Text heute bearbeitet unter dem Titel Der Raubzug der Baggara in Band 10 Sand des Verderbens wieder.

1979 erschien die Wiedergabe des Erstdrucks in Christus oder Muhammed. Marienkalender-Geschichten, einem Reprint der Karl-May-Gesellschaft.

1996 erschien in der von Siegfried Augustin und Walter Hansen besorgten Karl-May-Ausgabe des Nymphenburger Verlags, in der so genannten Roten Reihe, die Reiseerzählung – bearbeitet – im Sammelband Hadschi Halef Omar und der Frauenräuber von Serdascht.

Inhalt Die Erzählung umfasst zwei Kapitel: Abu djom. Abu el mawadda.

Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar treffen am Nil den Nuer-Häuptling Abu Djom, der mit einigen Kriegern eine Karawane von Baggara-Sklavenjägern verfolgt. Diese haben sein Dorf überfallen und Mädchen, Frauen und Knaben geraubt. Mit Hilfe des falschen Missionars Gibson sollen sie verkauft werden.

Dieser Plan wird vereitelt, Gibson erschossen, die Sklaven werden befreit und die Sklavenjäger in die Flucht geschlagen. Kara Ben Nemsi verwendet gegenüber Gibson den Tarnnamen „Selim Mefarek“.

Sonstiges In seinem Roman Im Lande des Mahdi II, Kapitel 5, erklärt Karl May, was eine „Ghasuah“ ist: