Kurt Mühlhardt (gebürtig Kurt Ferdinand Müller, ab 1956 offiziell Müller-Mühlhardt, auch unter dem Pseudonym Kurt Hardt tätig; * 11. September 1903 in BerlinStandesamt Berlin XII b, Geburtsurkunde Nr. 2531 vom 15. September 1903 mit Zusatz Namensänderung von 22. Mai 1956 (Landesarchiv Berlin); † 20. Juni 1980 in Eckernförde) war ein deutscher Opernsänger, Operettentenor, Refrainsänger und Schauspieler.

Leben und Werk Kurt Mühlhardt wurde im Berliner Stadtteil Moabit geboren. Seine Eltern waren der Spediteur Berthold Müller (* 1875 in Berlin) und Helene Müller, geb. Schier (* 1877 in Berlin; † 1950 in Kanin (Beelitz)). Nach einschlägiger Ausbildung arbeitete er ab 1924 als Schauspieler, Kabarettist und Sänger an mehreren, zumeist Berliner Bühnen. auf deutsche-synchronsprecher.de; abgerufen am 1. April 2012

Mühlhardt war seit 1927 mit Anna, geb. Bolm (* 1905 in Sankt Petersburg; † 1981 in Berlin) verheiratet.Standesamt Berlin-Reinickendorf, Sterbeurkunde Nr. 2810 vom 29. Dezember 1981 (Landesarchiv Berlin) Das Paar hatte einen Sohn, Jürgen Müller-Mühlhardt (1931–2023).Magazin für die Berliner Zahnärzteschaft 4/23, S. 38 und Trauer in Berlin

Schauspieler Sein erstes Engagement hatte Mühlhardt am Berliner Großen Schauspielhaus von 1924 bis 1926. Es folgte eine Spielzeit an der „Deutschen Operette“ in Riga (1926/27), gefolgt von zwei Spielzeiten am Breslauer Schauspielhaus/Operettentheater (1927–1929). 1929 kehrte an das Große Schauspielhaus seiner Heimatstadt zurück. Ende der 1930er Jahre war Mühlhardt am Rose-Theater engagiert.Deutsches Bühnen-Jahrbuch, Jg. 1925–1930, 1938–1940 Nach erfolgreichen Auftritten in den Kurz-Tonfilmen Kabarett-Programm Nr.2zusammen mit Conférencier Max Ehrlich und den Schauspielern Eugen Rex, Siegfried Arno, Paul Westermeier und Blandine Ebinger sowie dem Orchester von Barnabás von Géczy und Kabarett-Programm Nr.4 zusammen mit Conférencière Maria Ney, den Schauspielern Paul Hörbiger und Paul Rehkopf, der Sopranistin Irene Eisinger und dem Orchester Dajos Béla unter der Regie von Kurt Gerron im Jahr 1931 wurde er auch beim Spielfilm engagiert, so z. B. 1932 in dem Harry-Piel-Film Der Geheimagent (auch Ein Mann fällt vom Himmel), wo er einen Sänger spielt. Danach erhielt er noch weitere Rollen in Spielfilmen. Auch als Sprecher in Kultur- und Industriefilmen wurde er eingesetzt. so z. B. in den Kulturfilmen Von Zeppelin 1 bis LZ 130 von 1937 und Eger, eine alte deutsche Stadt 1938, oder in dem Industriefilm Im Zeichen des Vertrauens, den Walter Ruttmann 1937/38 für die Bayer AG Leverkusen drehte, und in Petroleum 1940. Nach dem Kriege noch in Das Haus zur alten Weide 1948/49.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bekam er in der DDR bei der DEFA weiterhin Rollen beim Filmz. B. in Das Beil von Wandsbek (1951) und Der Fall Gleiwitz (1961) und später im Fernsehen.z. B. in dem Fernsehfilm Der Fall Frieders, Erstausstrahlung am 2. Mai 1961. fernsehenderddr.de Ein Foto zur Sendung von Waltraut Denger, veröffentlicht in der Zeitschrift Funk und Fernsehen der DDR Nr. 18/1961, Seite 16, zeigt Kurt Mühlhardt mit Walter Jupé und Hannjo Hasse Er war in zwei Opernverfilmungen der DEFA zu sehen, beide unter der Regie von Gottfried Kolditz,Die lustigen Weiber von Windsor. (1950) und in Zar und Zimmermann. (1956) Artikel Zar und Zimmermann. In: Frank-Burkhard Habel: Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme. Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-89602-349-7, S. 702–703 und wirkte auch in zwei Folgen der satirischen Kurzfilmreihe Das Stacheltier mit, 1957 in Immer Kavalier mit Gisela May und 1958 in Mutters Geburtstag.

Da Mühlhardt in West-Berlin wohnte (zunächst im Ortsteil Halensee, ab 1961 bis zu seinem Tod in Frohnau)Berliner Adress- und Telefonbücher fielen nach dem Mauerbau diese Arbeitsmöglichkeiten weg. Er war aber weiterhin als Schauspieler bei RundfunkMitwirkung in Hörspielen, z. B. Nimm Platz und stirb! (1/5) Hörspiel von Hans Gruhl, Regie: Curt Goetz-Pflug. SFB 1964 / 32'18 dradio.de und Fernsehen tätig.In Westdeutschland wirkte er in den Fernsehfilmen Der Kronanwalt (SFB 1962) und Der Diamant des Herrn Blomdal (ZDF 1964) mit. Dem Spielfilm blieb er als Darstellerz. B. in Jürgen Büchmanns Das Geständnis eines Mädchens (BRD 1967) und als Sprecher im Synchronstudio verbunden.Mühlhardt war die deutsche Stimme z. B. von Martin Gabel (in: Marnie 1964), von Denver Pyle (in: Das große Rennen rund um die Welt 1965), von Artur Gould-Porter (in: Der zerrissene Vorhang 1966) oder Herbert F. Nelson (in: Die Hindenburg 1975)

Sänger Ebenso erfolgreich war er im Berlin der 1920er Jahre als Sänger im Fach des Operetten-Tenors,schellack-plattenshop.net Etikett einer Operettenplatte mit Mühlhardt (Die Blume von Hawaii von Paul Abraham, 1931) das ihn mit vielen bekannten Kollegen zusammenbrachte. mit der Soubrette Alice Hechy An der Volksbühne war er Partner von Käthe Dorsch.Künstler am Rundfunk. Taschenkalender auf das Jahr 1931 Verlag Rothgießer & Diesing, Berlin 1931, S. 113 Auch im Berliner Rundfunk war er zu hören. Ab 1948 war er als Bassist Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin. Dort trat er unter anderem als Baron Weps in Carl Zellers Der Vogelhändler, als Gefängnisdirektor Frank in Die Fledermaus von Johann Strauss (Sohn) und als Alcindoro in Puccinis La Bohème auf.Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 501.

Am bekanntesten aber wurde er als Refrainsänger für verschiedene Orchester auf Schallplatten. So sang er bei der „Grammophon“ für die Orchester Egon Kaiser und Hans Georg Schütz, bei Tri-Ergon für die Orchester von Harry Jackson und Géza Komor sowie die „Famous Six“,Das war eine kurzlebige Studioband bei Tri-Ergon, die aus dem Trompeter Herbert Fröhlich, Jascha Trabsky, dem Geiger Eugen Bermann, dem Gitarristen Frank Goedel und dem Drummer Dick Stauff bestand; am Klavier saß Mischa Spoliansky, s. Kommentar zu youtube.com bei Telefunken für die Orchester von Peter Kreuder und Adalbert Lutter. Sein Hauptengagement jedoch fand er bei der Schallplattengesellschaft „Kristall“ in Berlin-Reinickendorf,78record.de Leo van der Splinters Darstellung wo er gleich für mehrere deutsche Spitzenorchester singen konnte. Dort arbeitete er mit den Kapellenleitern Fritz Domina, Bernard Etté, Oscar Joost, George Nettelmann, Emil Roósz, Eli SamsonowitschDieser leitete unter dem Künstlernamen „E. P. Samson“ die studioband der Kristall GmbH., das Kristall-Orchester, und ist nicht identisch bzw. nicht zu verwechseln mit dem schwedischen Kapellenleiter Sam Samson! und Carl Woitschach zusammen.

Ohne auf dem Etikett namentlich genannt zu werden, sang er Refrains auch auf vielen Billig-, Kaufhaus- und Kleinplatten, die Matrizen der „Kristall“ benutzten.z. B. Hertie Electro (Kaufhausmarke des Tietz-Konzerns), Woolco (Kaufhausmarke des Woolworth-Konzerns), Klein- (Engschnitt-) Platten wie Merkur, Rusi, Triumph

Auch nach dem Krieg arbeitete Mühlhardt als Refrainsänger, jetzt für Kapellen bei der „Amiga“, einer Marke des VEB Deutsche Schallplatten Berlin.

Tondokumente Auf Grammophon mit Egon Kaiser Träumen von der Südsee, (Kirchstein-Dehmel), Egon Kaiser Tanz-Orchester, Gesang: Kurt Mühlhardt. Grammophon 2799 A (Matrizennummer: 7989 ½ GR8) Das Fräulein Gerda, (Wernike-Walther) Egon Kaiser Tanz-Orchester, Gesang: Kurt Mühlhardt. Grammophon 2799 B (Matrizennummer: 7988 ½ GR 8), 1938

mit Hans Georg Schütz Abends in der Taverne, (Bochmann-Pinelli) Orchester Hans Georg Schütz, Gesang: Kurt Mühlhardt. Polydor 14 007 B, 1940

Auf Kristall mit Fritz Domina Schön ist die Liebe im Hafen (1935), Gesang: Kurt Mühlhardt und Kate Kühl. Musik: Karl von Bazant, Text: Hans Schachner Ruck Zuck!, Marsch- u. Tanzlied (Herms Niel) Salon-Orchester Fritz Domina / Gesang: Kurt Mühlhardt und Quartett. Kristall Best. Nr 6386 (mx. C 3429 a)

mit Bernard Etté Mein kleiner Bruder [träumt von Ihnen Tag und Nacht], Slowfox aus dem Tonfilm “Das Kabinett des Dr. Larifari” (Stolz - Hansen) Bernard Etté und sein Orchester, Refrain: Kurt Mühlhardt. Kristall Best.- Nr 3100 (mx. C 575) September 1930 Wir Musketiere der Alpen, Marschlied a. d. Tonfilm „Der Sohn der weißen Berge“ (Becce - Knorr) Bernard Etté und sein Orchester, Refrain: Kurt Mühlhardt. Kristall Best.- Nr 3102 (mx. C 568) Die besser'n älter'n Herr'n sind richtig (Raymond-Meisel/Amberg-Rosen) Bernard Etté und sein Orchester, Refrain: Kurt Mühlhardt. Kristall Best.- Nr 3104 (mx. C 577) 1930 Erst kommt ein großes Fragezeichen, Slowfox a.d.Tonfilm “Die Drei von der Tankstelle” (Heymann-Gilbert) Bernard Etté und sein Orchester, Refrain: Kurt Mühlhardt (als “Kurt Hardt”). Kristall Best.- Nr 3146 (mx. C 876) 1930

mit Oscar Joost Ich hab ein Diwanpüppchen, aus der Operette „Blume von Hawaii“ (Paul Abraham). Oscar Joost und sein Orchester, Refrain: Kurt Mühlhardt mit dem Joost-Terzett. Kristall Best. Nr 3205 (mx. C 1481) Ja, so ein Liebespaar, Waltz a.d.Tonfilm “Zwei Herzen und ein Schlag” (J. u. R.Gilbert) Oscar Joost und sein Orchester vom Eden-Hotel, Berlin. Gesang: Kurt Mühlhardt. Kristall Best. Nr 3255 (mx. C 1716), 1932 Gnädige Frau, komm und spiel' mit mir! Slow-Fox aus dem Tonfilm „Quick“ (Musik: Werner Richard Heymann-Text: Robert Gilbert) Oscar Joost und sein Orchester vom Eden-Hotel, Berlin. Gesang: Kurt Mühlhardt (auf dem Etikett fälschlich als Kurt Mülhhardt). Kristall Best. Nr 3297 (mx. C 2116.1) 1932 Tante Anna - Couplet Foxtrot, (Sarony-Amberg) Kurt Mühlhardt mit Quartett, Oscar Joost und sein Orchester. Kristall Best. Nr 3343 (C 4636.1), 1933 Frag nicht! Frag nicht!, Lied und Waltz aus dem Tonfilm „Ein Lied geht um die Welt“ (May/Neubach). Kristall Best. Nr. 6109 (C 4725), 1933

mit George Nettelmann Ich weiss nicht, wie ich dir's sagen soll (Ascher-Brandt) George Nettelmann u.s.Orchester, Gesang: Kurt Mühlhardt. Kristall Best. Nr 3240 ( mx. C 1646.1 ) Ich weiss nicht, wie ich dir's sagen soll auf YouTube

mit Emil Roósz: Mein Herz hat immer Feiertag, (Austin Egen und Fritz German, Text von Willy Rosen und Marcel Lion) Emil Roosz und sein Orchester. Refrain: Kurt Mühlhardt. Kristall Best. Nr 3231 (mx. C 1616) 1931

mit E.P.Samson (Eli Samsonowitsch) Mein Fräulein kennen Sie schon meinen Rhythmus?Mein Fräulein kennen Sie schon meinen Rhythmus? auf YouTube Foxtrot aus dem Tonfilm Ihre Majestät die Liebe (Musik von Walter Jurmann, Text von Bernauer und Österreicher) “Kristall”-Orchester, Leitung: E. P. Samson. Gesang: Kurt Mühlhardt (als “Kurt Hardt”). Kristall Best. Nr 3143 (mx. C 878), 1931

mit Carl Woitschach Lisa, Studentenweise (Fürchtenicht) Grosses Blas-Orchester Dirgt: C. Woitschach. Gesang: Kurt Mühlhardt und Chor. Kristall Best. Nr 2088 (mx. C 4933)

mit Orchesterbegleitung Die alten Straßen noch, Lied (Peter Gripekoven) Kristall Best. Nr 6070

Auf Tri-Ergon mit den Famous Six O, Dorothee, wenn ich dich seh!O, Dorothee, wenn ich dich seh! auf YouTube Slow-Fox (Robert Stolz) Kurt Mühlhardt and the Dance Orchestra of The Famous Six. Tri-Ergon T.E. 6133 (mx. 04577), aufgen. Mai 1931

mit Harry Jackson / Géza Komor Ferdinand, du bist so ungalantFerdinand, du bist so ungalant auf YouTube von Bert Reisfeld, Harry Jackson’s Tanz Orch. (Géza Komor) mit Refraingesang: Kurt Mühlhardt von 1930 Bin kein Hauptmann, bin kein grosses Tier, Foxtrot (Paul Abraham und H. Székely) Harry Jackson’s Tanz-Orchester (= Géza Komor), Refraingesang: Kurt Mühlhardt. Tri-Ergon T.E. 5779 (mx. 03204) von 1930 Eine kleine Sehnsucht, Tango-Einlage zu der Komödie „Phaea“ (Friedrich Holländer) Tango-Kapelle Komor (= Géza Komor), Refrainges.: Kurt Mühlhardt. Tri-Ergon T.E.5874 (mx. 03506) von 1930 Auch du wirst mich einmal betrügen, (Stolz, Reisch, Robinson). Harry Jacksons Tanzorchester (= Géza Komor) mit Refraingesang: Kurt Mühlhardt. Tri-Ergon COLORIT 3121, Matr.Nr. 03418 (flexible Kunststoff-Platte)

Auf Telefunken mit Adalbert Lutter