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Ensembles Ensemble Ortskern Eisenärzt Das Ensemble umfasst die historische Ortsanlage von Eisenärzt mit ihrer Bebauung, die sich bis Mitte des 19. Jahrhunderts entlang der gewundenen, dem Tal der Weißen Traun folgenden Durchgangsstraße (Dorfstraße) von Siegsdorf nach Ruhpolding entwickelt und seitlich davon einen eigenen, kleinteilig strukturierten Bereich (Traunweg) ausgebildet hat. Wie schon der Ortsname andeutet, handelt es sich um eine auf der Basis der Eisengewinnung entstandene und durch Nutzung der vorhandenen Wasserkraft begünstigte kleine Industriesiedlung. Die Tradition als Bergbau- und Hüttenstandort sowie als Hammerwerkssitz reicht der urkundlichen Überlieferung zufolge bis in das 14. Jahrhundert zurück. Prägend für die Siedlungsstruktur und Wirtschaftsform des Ortes war bis in das frühe 19. Jahrhundert der Zusammenschluss der Gemeindemitglieder zu mehreren Gewerken, die gemeinschaftlich in den Erzgruben unmittelbar jenseits des Traunübergangs sowie am Kressenberg Eisenerz abbauten und das in einem eigenen Schmelzofen gewonnene Roheisen in den Schmieden und Hammerwerken an der Traun bzw. den davon abgeleiteten Triebwerkskanälen bearbeiteten. Die geringe Ausbeute der nahe gelegenen Erzlager hat wohl schon in einer frühen Phase bewirkt, dass der Bergbau vor Ort zurücktrat oder ganz aufgegeben wurde zugunsten der Weiterverarbeitung des nun aus den Hüttenwerken bei Bergen und im Achthal bei Teisendorf bezogenen Materials, womit zwei oder zeitweilig drei Eisenhämmer ausgelastet waren. Das Interesse der Landesherren an der Produktion bekundet sich in der Schaffung einer fürstlichen Hofmark um die Mitte des 16. Jahrhunderts, die bis 1808 Bestand hatte. Die heutige Bebauung entstammt überwiegend dem frühen 19. Jahrhundert; die Aufgabe des Hofmarkstatus und der Zusammenschluss der Gewerken zu einer privaten Eisenhammer-Gewerkschaft bewirkte offensichtlich eine rege Bautätigkeit: Es entstanden anstelle oder in Ergänzung älterer Bauten massive zweigeschossige Wohnhäuser mit weit vorstehenden Flachsatteldächern, oft auch mit Giebellauben versehen und durch reich geschnitzte Pfettenköpfe verziert. Am nördlichen Ortseingang ist die Dorfstraße nur einseitig, am Bergfuß, bebaut; im Hauptteil des Ortes stehen sich die Häuser meist mit den Giebelseiten und in stattlicher Breite gegenüber. Seitlich der Dorfstraße, nahe dem Traunufer, hat sich eine Gruppe malerisch-unregelmäßig verteilter Kleinhäuser erhalten. Es handelt sich dabei um niedrige zweigeschossige Bauten des 18. und frühen 19. Jahrhunderts, die wohl ehemals als Bergknappen-, Tagelöhner- oder Herbergshäuser errichtet worden sind. Die ursprüngliche Bedeutung des Ortes, der in seinem inneren Bereich noch nahezu aus den 36 Gewerken-Anwesen des Jahres 1836 besteht, erlosch in der Mitte des 19. Jahrhunderts infolge rentablerer auswärtiger Möglichkeiten der Eisenproduktion. Mit dem Verkauf der gewerkschaftlichen Rechte und Besitzungen im Jahr 1855 an das königliche Berg- und Salinenärar, das auf der der Ortsbebauung südwestlich vorgelagerten Freifläche zwischen Mühlkanal und Traunufer einen neuen Hochofen errichten ließ, endet nach über vier Jahrhunderten die genossenschaftliche Organisation der Eisenverarbeitung. Aktennummer: E-1-89-145-1
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Literatur
Weblinks
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