hochkant=1.5|mini|Die norwegischen Olsenbanden-Filme beginnen in der Regel immer hier, wenn Egon Olsen aus dem Osloer Botsfengselet «Botsen» freigelassen wird. Die Allee zum Eingang und Haupttor des Gefängnisses geht Egon bei seiner Freilassung meistens hier entlang.

Die Olsenbande (norwegisch: Olsenbanden) ist eine norwegische Filmreihe von Kriminalkomödien, die von 1969 bis 1999 in Norwegen nach dem Vorbild der dänischen Olsenbande als Neuverfilmung produziert wurden. Der norwegische Schauspieler Arve Opsahl spielte hier die Hauptrolle als Egon Olsen, Sverre Holm als Benny Fransen, Carsten Byhring als Kjell Jensen und Harald Heide-Steen junior als Dynamit-Harry sowie Aud Schønemann als Valborg Jensen.

Geschichte und Hintergründe zur norwegischen Olsenbande mini|Die dänische Olsenbande, hier auf Mallorca bei Dreharbeiten zum Film Der (voraussichtlich) letzte Streich der Olsenbande, war das Vorbild für die norwegische Olsenbande

Ursprung der Olsenbande in Dänemark

Die norwegische Olsenbande-Filmreihe besteht zum großen Teil aus Neuverfilmungen bzw. basiert auf der gleichnamigen ursprünglichen dänischen Filmreihe Olsenbande und ist mit insgesamt vierzehn Folgen in Norwegen neu verfilmt worden. In der dänischen Originalversion der Olsenbande spielten die dänischen Schauspieler Ove Sprogøe (Egon Olsen), Morten Grunwald (Benny Frandsen) und Poul Bundgaard (Kjeld Jensen) sowie Kirsten Walther als Yvonne Jensen die Hauptrollen.

In Dänemark hatte zum Ende der 1960er Jahre der dänische Drehbuchautor Henning Bahs die Idee, einen Heist-Film über eine Ganoventruppe mit dem Namen „Olsenbande“ zu machen. Bahs erfand dazu eine Geschichte über drei Kleinganoven, die ähnliche Alltagssorgen haben wie jeder „normale“ Mensch. Mit dem befreundeten Regisseur Erik Balling, schrieb er das Drehbuch zu dem Film Die Olsenbande (Arbeitstitel: Perlemørderne). Als die drei Hauptdarsteller der Bande wählten sie Ove Sprogøe, Morten Grunwald und Poul Bundgaard aus. Balling und Bahs hatten mit diesen Schauspielern schon früher einige gemeinsame Filme gedreht. Einige dieser Filme gelten auch aus Vorläufer der Olsenbande. Dazu gehörten unter anderem: Kaliber 7,65 – Diebesgrüße aus Kopenhagen, Slå først, Frede (auf Deutsch: Schlag zuerst, Frede), 1965; Slap af, Frede (auf Deutsch: Entspann dich, Frede), 1966; Martha, 1967.Literatur: Hauke Lange-Fuchs: Ich habe einen Plaan! Lübeck 1997, ISBN 3-924214-48-4, S. 29.Literatur: Frank Eberlein: Die Olsenbande. Das große Buch für Fans. Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 1996, ISBN 3-89602-056-0, S. 222.

Nach der Fertigstellung hatte der erste Film zur Olsenbande in Dänemark am 11. Oktober 1968 seine Premiere. Aufgrund des ungeahnten Erfolges setzen sie 1969 den Film mit Die Olsenbande in der Klemme fort. Der erste Film wurde dank seines großen Erfolgs auch ins Ausland verkauft, wie 1970 in die DDR und nach Polen sowie 1971 nach Schweden.

Beginn der Olsenbande in Norwegen Nicht so leicht ließ sich der erste dänische Olsenbandefilm in Norwegen adaptieren. Ursprünglich war geplant, die dänische Olsenbande als Import in den norwegischen Filmverleih aufzunehmen. Der norwegische Drehbuchautor und Regisseur Knut Bohwim wurde im Voraus vom norwegischen Verleih Harry Ottersen Norenafilm dazu befragt, wie er die Chancen zum ersten dänischen Film Die Olsenbande einschätzen würde. Nach einer gründlichen Auseinandersetzung mit dem Thema kam er zu dem Ergebnis, dass zwar die Grundidee und das Konzept sowie das Drehbuch von Erik Balling und Henning Bahs hervorragend seien, aber der Film voraussichtlich bei einem Import nach Norwegen nicht zu einem solch großem Publikumserfolg werden würde, wie das Original in Dänemark. Als Grund gab er unter anderem an die häufige Verwendung von Nationalsymbolen, wie dem Dannebrog und den starken Bezug zu Kopenhagen und Dänemark insgesamt; außerdem müsse der dänische Humor etwas angepasst werden. Aufgrund dieser Analyse entschied man sich in Norwegen gegen eine direkte Übernahme der Olsenbande. Knut Bohwim kam aber dafür mit der Idee, eine norwegische Version als Remake unter der Verwendung der dänischen Originaldrehbücher mit bekannten norwegischen Schauspielern zu erstellen.

Die damalige Übernahme der dänischen Olsenbande in Norwegen wurde in einem Artikel auf dem Haugesund Festival 1990 folgendermaßen rezipiert:

Er passte die Vorlagen so gut an die nationalen Gegebenheiten an, dass die Neuverfilmungen in Norwegen mit großer Begeisterung aufgenommen und somit zu seinem größten Erfolg wurden. Rollennamen, Handlungsorte und Nationalsymbole wurden dafür „norwegisiert“.Frank Eberlein: Das große Lexikon der Olsenbande. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-361-6, S. 269–276.Literatur Hauke Lange-Fuchs: Ich habe einen Plaan! Lübeck 1997, ISBN 3-924214-48-4. Den Handlungsort der norwegischen Olsenbande verlegte man dazu einfach von Dänemark nach Norwegen, bzw. von Kopenhagen nach Oslo und ersetzte die dänischen Nationalsymbole durch norwegische, und passte die Filme auch an vielen weiteren Stellen den landestypischen Gepflogenheiten an.

Schon 1968 machte Bohwim einen Ganoven-Film namens Sus og Dus på byen, mit Carsten Byhring, Arve Opsahl und Aud Schønemann. Es waren zwei ungefähr ähnliche kleine Gangster, wie in der Olsenbande, die auf der Osloer Ostseite lebten. Im Gegensatz dazu waren aber hier die Rollen etwas anders verteilt. Der spätere Kjell-Darsteller Carsten Byhring war dort der leitende Kopf der Bande und der spätere Egon-Olsen-Darsteller Arve Opsahl, der praktische Part. Knut Bohwim übernahm diese Akteure für seine norwegische Neuverfilmung der dänischen Olsen-Bande. Ursprünglich sollte es so wie in seinen vorangegangenen Film sein, dass Byhring die Rolle des Egon spielt und Opsahl dafür eine Rolle der anderen beiden Bandenmitglieder verkörpert. Aber nachdem Opsahl sich zum ersten Mal gemeinsam mit Bohwim und den anderen dazugehörigen Schauspielern die dänische Olsen-Fassung ansah, meinte er: „Ich bin es, der ihn (Egon) hier spielt“. Byhring bekam dann dafür die Rolle des Nervenbündels Kjell Jensen und Aud Schønemann bekam die Rolle von Kjells Frau Valborg Jensen. Per Telefon sagte auch Sverre Holm zu und nahm das Angebot von Bohwim an, den Benny Fransen zu spielen.

Die Dreharbeiten begannen unmittelbar danach, und der erste norwegische Olsenbande-Film wurde anschließend tatsächlich ein großer Kinoerfolg. Die norwegischen Schauspieler gingen anfangs (ähnlich den dänischen Darstellern in der Originalversion) davon aus, dass dies das erste und letzte Mal wäre, eine Rolle in einen Olsenbanden-Film zu spielen. Der erste norwegische Olsen-Film Olsen-Banden hatte am 11. August 1969 seine Premiere.

Die Filme zu der norwegischen Olsenbande bekamen insgesamt keine sehr gute finanzielle Unterstützung, so dass Knut Bohwim sein Haus verpfänden musste, um weitere Filme zur Olsen-Bande produzieren zu können. Vom ersten Film Olsenbanden operasjon an bis hin zum dreizehnten Olsen-Film war dies so der Fall – in der Zeit von 1969 bis 1984. Die Filme bekamen auch nicht immer gute Filmkritiken, hatten aber trotz alledem immer sehr hohe Besucherzahlen im Kino und entsprechend hohe Einschaltquoten im Fernsehen. Man behalf sich auch in Norwegen mit zusätzlichen Werbeeinnahmen durch Produktplatzierungen bei den verwendeten Fahrzeugen in den Filmen, denn man verwendete bei den Fahrzeugen der Gegenspieler und Nebenpersonen vorzugsweise Autos des japanischen Herstellers Toyota. In Credits der Filme wurden die entsprechenden Unterstützungen auch mit aufgeführt. Knut Bohwim übernahm auch die Regie des ersten Films und der meisten weiteren Verfilmungen. Eine Ausnahme davon bildeten der zweite (Regie führte hier Ove Kant) und der sechste norwegische Olsenbanden-Film (mit Knut Andersen als Regisseur). Dafür war Bohwim bei diesen beiden Filmen der Produzent, wie auch zugleich bei den meisten Filmen seiner Olsenbande.

Die Namen der Protagonisten der dänischen Olsenbanden-Filme wurden hierzu norwegisiert. Während der Name der Hauptperson Egon Olsen blieb, änderten sich die Namen von Benny Frandsen in Benny Fransen, von Kjeld Jensen in Kjell Jensen und von Yvonne zu Valborg Jensen. Der gemeinsame Sohn der Jensens heißt statt Børge in der norwegischen Version Basse Jensen, gespielt von Pål Johannessen. Die Charaktere der mächtigen Erzfeinde der Olsenbande Bang-Johansen und Hallandsen kommen ebenso bei den Norwegern vor. Der willfährige Handlanger der mächtigen Feinde der Olsenbande, das Dumme Schwein (dänisch: Bøffen), wurde entsprechend der norwegischen Übersetzung zu Biffen. Der ermittelnde Polizeibeamte und Gegenspieler der Bande ist bei zwölf norwegischen Olsenbanden-Filmen durchgängig Kriminalkommissar Viggo Hermansen, gespielt von Sverre Wilberg, statt wie in der dänischen Version Inspektor Mortensen und Kriminalkommissar Jensen. Die Rolle seines Assistenten Holm wurde wieder namensgleich übernommen. Der norwegische Drehstab nutzte mehrfach die für die dänischen Filme gebauten Kulissen mit. Des Weiteren wurden zum Teil auch ganze dänische Filmsequenzen genutzt, so im neunten Film alle Szenen mit Bjørn Watt-Boolsen.Frank Eberlein: Das große Lexikon der Olsenbande. S. 51/52. Als einziger Akteur der dänischen Olsenbande stand Ove Verner Hansen regelmäßig auch für die norwegischen Produktionen als Dummes Schwein vor der Kamera und hält daher den einmaligen Rekord von 16 Olsenbandenauftritten.Frank Eberlein: Das große Lexikon der Olsenbande. S. 184/185.Hauke Lange-Fuchs: Ich habe einen Plaan! Lübeck 1997, ISBN 3-924214-48-4, S. 108–112. Eine weitere Besonderheit der norwegischen Filme ist die Figur des Dynamit-Harry, der hier gleich sechsmal auftritt (gegenüber zwei Auftritten in Dänemark) und von Harald Heide-Steen junior verkörpert wurde.

Weitere Entwicklung der Olsenbande in Norwegen mini|Logo von Teamfilm A/S