Black Mirror ist eine britische Science-Fiction-Serie von Charlie Brooker, die verschiedenartige Auswirkungen der Verwendung von Technik und Medien auf die Gesellschaft thematisiert. Die Handlung der jeweiligen Folgen ist in sich abgeschlossen und erzählt eigenständige Geschichten, weswegen die Serie den Anthologie-Serien zugerechnet wird. In einigen Folgen finden sich allerdings Bezüge und Hinweise auf Ereignisse oder Objekte anderer Folgen.
Die vierte Staffel wurde am 29. Dezember 2017 weltweit bei Netflix per Streaming zur Verfügung gestellt. Am 5. März 2018 wurde der Produktionsauftrag für die fünfte Staffel bekannt gegeben. Zwischen der vierten und fünften Staffel der Serie wurde am 28. Dezember 2018 der interaktive Film Black Mirror: Bandersnatch veröffentlicht. Die fünfte Staffel wurde am 5. Juni 2019 veröffentlicht. Eine sechste Staffel wurde 2022 bestätigt und am 15. Juni 2023 veröffentlicht. Eine siebte Staffel wurde am 10. April 2025 veröffentlicht. Im Januar 2026 gab Netflix die Produktion einer achten Staffel bekannt.
Konzept Hinsichtlich des Inhaltes und der Struktur der Serie bemerkte Produzent Charlie Brooker, dass „jede Episode eine unterschiedliche Besetzung, einen unterschiedlichen Schauplatz, gar eine unterschiedliche Realität“ besitze. Sie handelten aber alle von „der Art, wie wir alle leben und wir innerhalb von 10 Minuten leben könnten, wenn wir ungeschickt wären“.Brooker, Charlie: Charlie Brooker: the dark side of our gadget addiction (vom 1. Dezember 2011, abgerufen am 18. Dezember 2011)
In einer Endemol-Pressemitteilung wurde die Serie als „Hybrid von Twilight Zone und Die unglaublichen Geschichten von Roald Dahl“ beschrieben.Endemol UK: (vom 11. Mai 2011, abgerufen am 12. Mai 2018) Der Sender Channel 4 selbst beschreibt die erste Episode als eine „wendungsreiche Parabel auf das Twitter-Zeitalter“.Channel 4: Programme Information: Black Mirror (vom 7. November 2011, abgerufen am 18. Dezember 2011)
Titel Charlie Brooker erklärte der Zeitung The Guardian den Titel folgendermaßen: „Wenn Technik eine Droge ist – und sie fühlt sich wie eine Droge an – was genau sind dann die Nebenwirkungen? Dieser Bereich – zwischen Vergnügen und Unbehagen – ist der Schauplatz meiner neuen Dramaserie Black Mirror. Der ‚schwarze Spiegel‘ im Titel ist der, den man an jeder Wand, auf jedem Tisch, in jeder Handfläche findet: der kalte, glänzende Bildschirm eines Fernsehers, eines Computers, eines Smartphones.“
Episodenliste
Staffel Episodenanzahl Erstveröffentlichung UK Deutschsprachige Erstveröffentlichung Staffelpremiere Staffelfinale Staffelpremiere Staffelfinale 1 3 4. Dezember 2011 18. Dezember 2011 11. Dezember 2013 25. Dezember 2013 2 3 11. Februar 2013 25. Februar 2013 13. August 2014 27. August 2014 Special 16. Dezember 2014 24. November 2015 3 6 21. Oktober 2016 4 6 29. Dezember 2017 Film 28. Dezember 2018 5 3 5. Juni 2019 6 5 15. Juni 2023 7 6 10. April 2025
Produktion Die erste Staffel wurde ab dem 4. Dezember 2011 vom britischen Sender Channel 4 ausgestrahlt. Am 27. Februar 2012 wurde die erste Staffel in Großbritannien auf DVD veröffentlicht.tuppencemagazine.co.uk: Black Mirror DVD (abgerufen am 12. Mai 2018)
Am 12. Juli 2012 wurde die zweite Staffel angekündigt, die vom 11. bis zum 25. Februar 2013 ausgestrahlt wurde.BBC News: Black Mirror gets second series (vom 12. Juli 2012, abgerufen am 12. Februar 2013) Wie auch die erste Staffel besteht die zweite Staffel aus drei Folgen. Im Februar 2013 wurde bekannt, dass Robert Downey Jr. sich die Filmrechte der Episode The Entire History of You sicherte. Der Film soll von Warner Bros. und Downeys eigener Produktionsfirma Team Downey produziert werden.Ben Child: Robert Downey Jr to turn episode of Charlie Brooker's Black Mirror into film, The Guardian, vom 12. Februar 2013, abgerufen am 13. Februar 2013
Ende September 2015 gab der US-Streamingdienst Netflix bekannt, dass er eine dritte Staffel von Black Mirror mit insgesamt zwölf Episoden bestellt hat und produziert; Charlie Brooker und Annabel Jones sind erneut als Showrunner an Bord.Debra Birnbaum: Netflix Picks Up ‘Black Mirror’ for 12 New Episodes, Variety, vom 25. September 2015, abgerufen am 31. Oktober 2016 Die zunächst als 12-teilig geplante dritte Staffel wurde während der Produktion in Staffel drei und vier aufgeteilt. Am 21. Oktober 2016 wurde die dritte Staffel auf Netflix veröffentlicht, die nun sechs Episoden umfasst, wovon die letzte Spielfilmlänge (89 Minuten) besitzt.Henning Harder: Play By Day: Premiere der 3. Staffel Black Mirror bei Netflix, serienjunkies.de, (vom 21. Oktober 2016, abgerufen am 21. Oktober 2016) Am 29. Dezember 2017 wurden die sechs Episoden der vierten Staffel erstveröffentlicht. Am 5. März 2018 wurde von Netflix die Produktion einer fünften Staffel bestätigt. Am 28. Dezember 2018 wurde mit Black Mirror: Bandersnatch ein interaktiver Film der Reihe veröffentlicht. Am 5. Juni 2019 wurden die drei Episoden der fünften und am 15. Juni 2023 die fünf Episoden der sechsten Staffel veröffentlicht. Die siebte Staffel wurde am 10. April 2025 veröffentlicht, wobei die letzte Folge der Staffel erstmals eine Fortsetzung einer älteren Episode darstellt.
Rezeption Kritiken mini|hochkant|Charlie Brooker (2011) Die erste Staffel der Serie wurde größtenteils sehr positiv aufgenommen.
In einem Artikel zur ersten Folge für The Guardian kritisierte John Crace zwar die Glaubhaftigkeit der Situation, gab aber an, dass „nichts davon wirklich zählt, da gute Satire eher in dem Vergnügen liegt, das man währenddessen hat, als in der Absurdität des Aufbaus“. Dieses Vergnügen werde durch den Aufbau als geradliniges Drama erzielt, wobei er auch eine spezifische Szene als „brillant“ bezeichnet.Crace, John: TV review: Black Mirror; Mark Zuckerberg: Inside Facebook; and The Party's Over: How the West Went Bust (vom 4. Dezember 2011, abgerufen am 18. Dezember 2011) Eine Kritik zu der Folge im The Telegraph bewertete diese mit viereinhalb von fünf Sternen und bezeichnete sie als „mutige, schwarzhumorige Studie über die modernen Medien“. Die Idee der Folge sei „ungeheuerlich brillant“.Hogan, Michael: Black Mirror, Channel 4, review (vom 4. Dezember 2011, abgerufen am 18. Dezember 2011) Auch Neela Debnath bewertete The National Anthem für The Independent positiv. So schrieb sie: „Dieses sorgfältig ausgearbeitete und kompakte Drama ist fesselnd.“Debnath, Neela: (vom 4. Dezember 2011, abgerufen am 12. Mai 2018)
Sam Wollaston bezeichnete die zweite Folge 15 Million Merits in seiner Kritik als „deutlich besser als die erste [Folge]“. Die Folge sei „hinterlistiger“ und „schön, auf eine erstickende, einengende Art“. Zudem lobte er die Schauspielleistung von Daniel Kaluuya, der den Hauptcharakter Bing spielt. Wollaston bezeichnete weitergehend alle schauspielerischen Leistungen als gut.Wollaston, Sam: TV review: Black Mirror; Piers Morgan's Life Stories: Peter Andre; This is Justin Bieber (vom 11. Dezember 2011, abgerufen am 18. Dezember 2011) The Telegraph bemerkte, dass die Motive der Folge allgemein bekannt gewesen seien, diese jedoch mit „Stil, Intelligenz und Geißelung durch herben Humor“ erforscht wurden. Zudem erkannte Sam Richards eine gewisse Selbstkritik Brookers, da sich Bing am Ende von einem „reizbaren Fernsehkritiker“ in einen Fernsehmoderator wandele. Insgesamt wurde die Folge mit vier von fünf Sternen bewertet.Richards, Sam: Black Mirror: 15 Million Merits, Channel 4, review (vom 11. Dezember 2011, abgerufen am 18. Dezember 2011) The Independent nannte die Folge eine „großartige Fabel mit zynischem Fazit“. Der Ton sei im Vergleich zur vorherigen Folge „ganz anders“ gewesen, wobei eine „stärkere emotionale Verbindung zu den Charakteren“ bestand. Die Zeitung lobte die Ästhetik der Episode, deren Qualität sei fantastisch und wirke plausibel.Debnath, Neela: (vom 19. Dezember 2011, abgerufen am 26. Dezember)
Die letzte Folge der ersten Staffel, The Entire History of You, wurde am kritischsten aufgenommen. Sam Richards gab in einer Kritik für The Telegraph lediglich drei von fünf Sternen, im Gegensatz zu viereinhalb und vier Sternen für die erste beziehungsweise zweite Episode. Dieses Familiendrama biete viele „sozial unbeholfene Momente“, jedoch fehle der „satirische Biss der vorherigen zwei Episoden“. Richards bezeichnete die Folge als die mit der „geringsten Wirkung“, da „das technische Element nicht so entscheidend für den Ausgang der Geschichte“ sei. Trotzdem halte The Entire History of You dem Zuschauer erfolgreich den Spiegel vor.Richards, Sam: Black Mirror: The Entire History of You, Channel 4, review (vom 18. Dezember 2011, abgerufen am 26. Dezember 2011) Auch Neela Debnath bezeichnete in einer Kritik für The Independent die Folge als die schwächste der drei. Sie entfalte sich wie eine Episode der Serie EastEnders mit „dauerhaftem Gezeter, Streitereien und Auseinandersetzungen um unerlaubte Affären“. Anstatt mutig zu sein, sei die Folge „einfach unangenehm“ anzusehen. Debnath erkannte in der Sexszene zwischen den Hauptcharakteren Liam und Ffion das „übergreifende Thema der menschlichen Trennung durch Technologie“, und meinte, die Botschaft sei in all der Melodramatik verloren gegangen.Debnath, Neela: (vom 11. Dezember 2011, abgerufen am 18. Dezember) Entertainment Weekly wählte die Folge auf Platz 8 ihrer Top 10 der besten Serienfolgen des Jahres 2013.
Auch die darauf folgenden Staffeln 2 bis 4 wurden von der internationalen Kritik sehr positiv aufgenommen.Rotten Tomatoes: Black Mirror – series info (abgerufen am 2. Januar 2018)Metacritic: Metacritic – season 1-4 (abgerufen am 2. Januar 2018)Süddeutsche Zeitung: Was nur ein paar Klicks entfernt lauert (abgerufen am 2. Januar 2018)Frankfurter Allgemeine: Das hält man im Kopf nicht aus (abgerufen am 2. Januar 2018) In verschiedenen Ranglisten finden sich insbesondere Episode 1 von Staffel 2 (Wiedergänger – Original: Be Right Back), Episode 4 von Staffel 3 (San Junipero) sowie Episode 1 der 4. Staffel (USS Callister) auf den oberen Plätzen.Collider: Every ‘Black Mirror’ Episode Ranked From Worst to Best (abgerufen am 2. Januar 2018)Vulture: Every Episode of Black Mirror, Ranked From Worst to Best (abgerufen am 2. Januar 2018)The Wrap: All 19 ‘Black Mirror’ Episodes Ranked, From Good to Mind-Blowing (abgerufen am 2. Januar 2018)Rolling Stone: Kritik: „Black Mirror“ auf Netflix – alle 19 Episoden im Ranking (abgerufen am 2. Januar 2018)
Die Kritiken für die Staffeln 5 und 6 fielen dagegen etwas reservierter aus. Zu den drei Folgen der fünften Staffel schreibt Fabian Schmidt bei Spiegel Online, dass sich die Serie „immer weiter von ihren ehemaligen Strukturen“ entferne und es nur noch wenige Themen gebe, „die zum wirklichen Nachdenken anregen“, während man bei der letzten Folge („Rachel, Jack und Ashley Too“) vor allem abschalten wolle. Reto Stauffacher schreibt in der Neuen Zürcher Zeitung, am Ende mache man sich nicht Sorgen um die eigene Zukunft, wie bei früheren Episoden, sondern um die der Serie, und komme zum Schluss, die Serie bräuchte neue Impulse. Zur sechsten Staffel wurde vielfach angemerkt, dass sich die Serie mit Werwolf- oder Dämonengeschichten weiter von dystopischer Science-Fiction entferne, auch wenn die Qualität der einzelnen Folgen gut sei.
Einschaltquoten