Der Eifel-Ardennen-Radweg ist ein Radwanderweg. Er verbindet den Nürburgring in der Vulkaneifel mit St. Vith in den belgischen Ardennen. Der östliche Teil der Strecke, vom Nürburgring über Daun und Gerolstein bis Prüm, ist durch tiefe Einschnitte und starke Anstiege gekennzeichnet. Auf dem westlichen, 37 km langen Abschnitt von Prüm nach St. Vith wurde inzwischen ein gut ausgebauter Bahntrassen-Radweg eröffnet, sodass dieser Teil auch für Familienradler empfohlen wird. Zusammen mit den im Osten anschließenden Vulkan-Rad-Route Eifel und Ahrtal-Radweg realisiert der Weg eine West-Ost-Radroute durch die gesamte Eifel.
Streckenverlauf Nürburgring – Sankt Vith Charakteristik Der Eifel-Ardennen-Radweg ist im deutschen Teil in beide Richtungen mit dem Radwegelogo gekennzeichnet und kann von seiner Charakteristik in drei Abschnitte eingeteilt werden.
Ostabschnitt: (Nürburgring – Gerolstein): Wer auf der Vulkan-Rad-Route Eifel vom Ahrtal bis zum Nürburgring radelt, wo die Beschilderung beginnt, ist bereits auf ca. geklettert. Von hier geht es auf den nächsten 7 km abwärts bis auf , bevor die nächste langgezogene Steigung hinter Kelberg wieder auf eine Höhe von führt. Jetzt geht es leicht hügelig, aber mit fallender Tendenz, bis auf nach Daun. Zwischen Daun und Gerolstein ist dann nochmals ein Höhenzug mit zu überwinden. Dieser ca. 50 km lange Abschnitt wird über Wirtschaftswege, Kreis- und Gemeindestraßen geführt. Entsprechend den zu bewältigenden Anstiegen wird die Strecke trainierten Radlern empfohlen.
Mittelabschnitt (Gerolstein – Prüm): Für diesen ca. 25 km langen Abschnitt ist der Ausbau, auf oder an, der ehemaligen Bahntrasse der Westeifelbahn geplant. Aktuell (2011) wird der Radweg in Nähe der Bahnlinie über Wirtschaftswege, Kreis- und Gemeindestraßen geführt. Nach Gerolstein () gibt es einen ca. 5 km langen Anstieg auf () nach Müllenborn. Nach einer kurzen Abfahrt geht es wieder stetig aufwärts auf () bis Weinsheim, bevor die Strecke mit Gefälle nach Prüm () führt.(Länge: 24,9 km; Höhenmeter aufwärts +344 m; Höhenmeter abwärts −275 m)
Westabschnitt: Er besteht aus dem 2007 fertiggestellten, ca. 37 km langen Bahntrassen-Radweg, der auf der früheren Westeifelbahn zwischen Prüm und St. Vith verläuft. Die Strecke führt mit leichtem Gefälle von Prüm auf bis Pronsfeld auf . Dann weiter leicht ansteigend bis zum ehemaligen Bahnhof Bleialf auf . Hier folgt der 400 m lange beleuchtete Bleialfer Tunnel. Dieser ist jeweils von Mitte Oktober bis Ende März geschlossen, zum Schutz der dort lebenden Fledermäuse. Während dieser Zeit muss mit der Umleitung ein Höhenrücken mit ca. und starker Steigung überwunden werden. Danach geht es mit leichtem langgezogenem Gefälle bis zur deutsch-belgischen Grenze in Steinebrück auf . Auf belgischer Seite geht es jetzt weiter auf der Ravel Radroute L46 bis Lommersweiler und ab dort auf der L47 bis St. Vith. Die Routenführung erfolgt teilweise auf der alten Bahntrasse über kombinierte Fuß-/Radwege und Wirtschaftswege sowie Verbindungsstücken auf Kreis- und Gemeindestraßen und einem ca. 100 m langen Tunnel. Dieser Abschnitt wird auch Familien mit Kindern empfohlen.(Länge: 36,2 km; Höhenmeter aufwärts ca. +300 m; Höhenmeter abwärts ca. −250 m)
Beschreibung Nürburgring – Gerolstein Die Beschilderung des Eifel-Ardennen-Radwegs startet am Nürburgring auf der Vulkan-Rad-Route Eifel und folgt dieser bis Kelberg. Hier trennen sich die beiden Wege. Die Vulkan-Rad-Route verläuft über Mosbruch und Ulmen zu ihrem Endpunkt in Bullay an der Mosel, während der Eifel-Ardennen-Radweg weiter aufsteigt, seinen ersten Höhenzug mit überwindet. Der nächste Ort, der erreicht wird, ist nach ca. 10 km Darscheid auf . Die Strecke führt dann weiter abwärts in die Kur- und Kreisstadt Daun. Hier startet der Maare-Mosel-Radweg als Bahntrassen-Radweg nach Bernkastel-Kues an der Mosel. Weiterhin hat man hier Anschluss an den Kosmosradweg, die Mineralquellen-Route, welche zusammen mit dem Kalkeifel-Radweg ins Kylltal führt, und mit dem Radweg Wittlicher Senke gibt es eine weitere Verbindung ins Moseltal. Nach der Dauner Kernstadt ist ein kleiner Höhenzug zu überwinden, bevor es in langgezogener Steigung durch die Ortschaften Neunkirchen, Steinborn, Waldkönigen auf geht. Durch die Ortschaften Hinterweiler, Kirchweiler, Berlingen, und Pelm führt die folgende Abfahrt dann nach Gerolstein. Die Mineralbrunnen-Stadt Gerolstein bietet als Sehenswürdigkeiten die Kasselburg mit dem „Adler- und Wolfspark Kasselburg“, die Erlöserkirche, die Löwenburg sowie die Burg Lissingen und die römische „Villa Sarabodis“, während das Naturkundemuseum die bewegte erdgeschichtliche Vergangenheit der Region zeigt. In Gerolstein besteht Anschluss an den Kyll-Radweg, der von der Quelle der Kyll an der deutsch-belgischen Grenze zur Mosel nach Trier führt. Durch die Gerolsteiner Kernstadt verlaufen beide Radwege gemeinsam. Der Bahnhof Gerolstein liegt an der Eifelstrecke (Köln–Euskirchen–Gerolstein–Trier), die auch den Kyll-Radweg begleitet. In der Sommersaison verkehren zwischen Daun und Gerolstein Radlerbusse und am Wochenenden und Feiertagen zusätzlich die Vulkan-Eifel-Bahn (VEB).
Gerolstein – Prüm Für diesen Teilstrecke ist geplant den Bahntrassen-Radweg des westlichen Abschnittes zu verlängern. Bis jetzt (2011) folgt die Wegführung aber nur in etwa der ehemaligen Trasse der Westeifelbahn, die in Gerolstein endete. Hinter Gerolstein ist zwischen den Ortsteilen Lissingen und Müllenborn ein Höhenzug mit ca. 100 Höhenmetern zu überwinden, bevor es nach einer Abfahrt bis Oos leicht ansteigend nach Büdesheim geht. Anschließend führt die Route durch hügliges, ansteigendes Gelände, passiert die Orte Schwirzheim und Gondelsheim, bevor der höchste Punkt der Teilstrecke mit bei Weinsheim erreicht wird. Die anschließende Abfahrt führt vorbei an Dausfeld bis Prüm. In Prüm sind die Basilika Sankt-Salvator sowie die zugehörige Barocke Abtei Prüm sehenswert.
Prüm – St. Vith Am ehemaligen Prümer Bahnhof startet der 2007 fertiggestellte Radweg auf der Trasse der ehemaligen Westeifelbahn. Auf der Trasse führt der Weg ca. 7 km, mit leichtem Gefälle zum ehemaligen Eisenbahnknotenpunkt Pronsfeld. Auch der Prümtal-Radweg nutzt diesen Abschnitt der Bahntrasse und zweigt dann Richtung Süden nach Waxweiler ab. Zuvor wird das Flüsschen Prüm gequert und die Prümtalbrücke der A 60 führt bei Weinsfeld hoch über dem Radweg. Ebenso werden noch die Orte Watzerath und Pittenbach passiert, dann wird Pronsfeld erreicht. Hier gibt es direkt am Radweg ein Eisenbahndenkmal, das an den ehemaligen Bahnknotenpunkt erinnert. Die Route führt danach mit leichtem Anstieg nach Nordwesten, durch das naturnahe Tal des Alfbaches, wo sich Biber angesiedelt haben. Die A 60 quert dann das Alfbachtal und wird erneut unterfahren. Danach nutzt die Radroute auf 1,5 km einen Wirtschaftsweg abseits der Bahntrasse. Bei Bleialf verlässt die Route nach ca. 10 km das Alfbachtal und erreicht den höchsten Punkt. Dann geht es wieder leicht abwärts, in westlicher Richtung bis zur deutsch-belgischen Grenze im Ourtal. Hinter dem ehemaligen Bahnhof von Bleialf zweigt die Winterumfahrung des jetzt folgenden Tunnels nach rechts ab. Der 400 Meter lange, beleuchtete Tunnel ist von November bis März gesperrt und dient den Fledermäusen als Winterquartier. In dieser Zeit muss die Umfahrungsstrecke über den Höhenzug genutzt werden. Weiter führt die Route durch das Ihrenbachtal, wo es ebenfalls eine Biberkolonie gibt. Durch das Dorf Ihren geht es zum Grenzfluss Our. Hier ruht, auf den Fundamenten der 1944 gesprengten Eisenbahnbrücke, die Holzbrücke des Rad- und Fußweges, welche auf die belgische Seite führt. Hier hat die Radroute Anschluss an das Ravel Radwegenetz von Ostbelgien. Der jetzt als Ravel Radroute L46 gekennzeichnete Weg läuft weiter auf der ehemaligen Bahntrasse durch das Braunlauftal und trifft bei Lommersweiler die Ravel Linie L47 (Vennbahnradweg). Streckengleich führen die Wege nun auf gleicher Bahntrasse durch den ca. 100 m langen Tunnel bei Neidingen weiter bis St. Vith. Im St. Vither Ortsteil Wiesenbach befindet sich die Kapelle Sankt-Bartholomäus aus dem 9. Jahrhundert.
Anschlussradwege Der Eifel-Ardennen-Radweg zweigt bei Kelberg von der Vulkan-Rad-Route Eifel ab, die das Ahrtal mit der Mosel verbindet. Sowohl über den Ahr-Radweg als auch über den Mosel-Radweg kann der Rhein erreicht werden, der die östliche Grenze der Eifel bildet. In Daun gibt es dann weitere Anschlussmöglichkeiten. Über die Mineralquellen-Route und deren Verlängerung, den Kalkeifel-Radweg, besteht die Möglichkeit ins obere Ahrtal zu gelangen bzw. das Kylltal bei Hillesheim zu erreichen. Der Maare-Mosel-Radweg startet hier als Bahntrassen-Radweg nach Bullay an der Mosel. An den Kosmosradweg als Themenroute besteht hier ebenfalls Anschluss. In Gerolstein läuft die Route gemeinsam mit dem Kyll-Radweg, der von der Quelle startet und die Mosel nahe Trier erreicht. In Weinsheim kurz vor Prüm, in der sogenannten Prümer Kalkmulde, befindet sich das Quellgebiet der Nims. Hier startet der Nimstal-Radweg bis zur Mündung in die Prüm bei Irrel. Zwischen Prüm und Pronsfeld wird die Bahntrasse gemeinsam mit dem Prümtal-Radweg genutzt. Dieser verbindet die Prüm-Quelle mit der Mündung in die Sauer bei Minden. Ebenfalls in Pronsfeld startet der Enztal-Radweg, der teilweise auf einer ehemaligen Bahntrasse bis Holsthum führt. In Belgien besteht Anschluss an das belgische Radwege-Netz, das RAVeL-Netz und den historischen Vennbahnradweg.
Bahn- und Busanbindung Der erste Bahnhof auf der beschriebenen Route ist die Haltestelle der Eifelquerbahn in Darscheid und kurz darauf in Daun. Auf der Strecke Kaisersesch – Darscheid – Daun – Pelm – Gerolstein der ehemaligen Eifelquerbahn verkehren seit 2000 Schienenbusse und aufgearbeitete Personenzüge der Vulkan-Eifel-Bahn (VEB). Der Betrieb im Zwei-Stunden-Takt ist allerdings auf die Saison von Mai bis Oktober auf Wochenenden und Feiertage beschränkt. Der Bahnhof Gerolstein liegt außerdem an der Eifelstrecke Köln – Trier bzw. Koblenz. Die Buslinie „Regioradler Vulkaneifel“ RegioLine 500 verkehrt vom 1. April bis 1. November täglich zwischen Cochem an der Mosel und Gerolstein in der Vulkaneifel und bindet unterwegs auch Ulmen und Daun an. Diese Buslinie hat Platz für 22 Fahrräder.
Landschaft und Kultur
Die Route startet in der Vulkaneifel mit ihrem vom Vulkanismus geprägten Landschaftsbild, durchquert Teile der Kalkeifel, bevor sie die flachen Quelltaler von Nims und Prüm quert und in das Gebiet der Ardennen führt.