mini|Sandra Mann (2009) Sandra Mann (* 27. Oktober 1970 in Groß-Gerau) ist eine deutsche Künstlerin und Fotografin. In ihrem genreübergreifenden Werk befasst sie sich konzeptuell mit der Beziehung der Menschen zueinander, zur Natur, zur Umwelt, Tierwelt oder zur Genderthematik.aus „Sandra Mann Contando sin palabras“ von Leonie Schilling, Arte Global/ArteAllimite, S. 126–131, No. 37, Julio-Agosto 2009, aus dem Text übersetzt Ihre Arbeit ist durch die Erforschung der Grundlagen der Fotografie und Bildsprache geprägt. 2021 wurde sie mit der Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main ausgezeichnet.

Leben Sandra Mann studierte Kunstgeschichte an der Universität Frankfurt und Visuelle Kommunikation bei Heiner Blum, Rudolf Bonvie und Lewis Baltz an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main. Noch während des Studiums erwarb Jean-Christophe Ammann für das Museum für Moderne Kunst in Frankfurt mehrere ihrer Arbeiten und stellte diese aus.germangalleries.com Durch Nebenjobs in Bars und Clubs finanzierte sie ihr Studium.artbooksheidelberg.de In dieser Zeit inszenierte sie Menschen aus dem Nachtleben, wie z. B. Türsteher, Barfrauen oder DJs, im Stil der Heiligendarstellung. Erste Aufträge von Musik- und Lifestyle-Magazinen folgten, ebenso wie Fotoaufträge für namhafte Firmen (z. B. Atelier Markgraf, Daimler Chrysler/Lab01, Expo 2000). Es entstanden Plattencover,aus Sandra Mann von Alexander Antonakis, Sub Culture, 03.2006. Porträts, Modeaufnahmen und Fotoraumgestaltungen. Bekannt wurde Mann hierbei mit ihren Fotoimpressionen aus der Glamour- und Partywelt der Metropolen Paris, Mailand und New York.

Obwohl sie ihre Fotografien als Einzelwerke versteht, arrangiert sie diese in Ausstellungen oft zu Diashows und Wandinstallationen. Dadurch entstehen visuelle Assoziationsketten, welche die Bilder in Sinnzusammenhänge stellen, die das Denken der Künstlerin für den Betrachter präzisieren.

Werk Mann bedient sich einer großen Bandbreite künstlerischer Ausdrucksformen. Ihr Schaffensschwerpunkt liegt dabei vor allem im Bereich der Fotografie. Sie forscht und arbeitet in verschiedenen Medienbereichen wie z. B. Rauminstallationen, Skulpturen, Videos, Multimediainstallationen, künstlerischen Interventionenaus „Transcending Transfiguration“ von Ichiro Irie, RIM, Artist Magazine Mexico City & Los Angeles, No. 6, Autumn, 2004, aus dem Text übersetzt und Design. mini|links|Sandra mit Bart, Gender-Photographie 2000 Ein sich wiederholendes Element ihrer Arbeiten stellt das Beschäftigen mit Grenzen und deren Aufhebung dar. Die Durchmischung verschiedener Medienbereiche als Ausdrucksmittel ist Bestandteil ihrer inhaltlichen Auseinandersetzung damit. Eine ihrer ersten Videoarbeiten, das Musikvideo Biomechanik entstand für Anthony Rother. Sie fotografierte mit einer Nikon F3, seriell mit einem Motor. Anstatt zu filmen, ließ sie die Dias scannen und animieren, und erhielt durch diese Vorgehensweise ein Video in 35-mm-Qualität.aus Nackt vorm Kirchenaltar von Claudia Buchenauer, Feuilleton, Darmstädter Echo, 16. Mai 2002. 2001 verwandelte sie einen leerstehenden Geschäftsraum in eine Schnakengedenkstätte.„Schnakenleiche auf der Menükarte“ von Silke Hohmann und Sandra Danicke, Frankfurter Rundschau, 9. Juli 2001. Sie präsentierte stellvertretend für ein fiktives Bestattungsunternehmen die Mücken in kleinen Särgen, begleitet von reichhaltigem Buffet, Trauermusik und Kondolenzbuch, und gedachte damit in buddhistischer Art und Weise einem winzigen Insekt, das mehr als Plagegeist, denn als gedenkwürdiges Tier bekannt ist. Ihren internationalen Durchbruch erzielte Sandra Mann im Jahr 2005 mit einer zweiten Version ihrer Arbeit Expedit. mini|Expedit II, Museo Universitario de Ciencias y Arte, Mexico City, Mexico, 2005 In der Ausstellung Morir de Amor im Museo Universitario de Ciencias y Arte in Mexiko-Stadt (MUCA) stellte sie u. a. mit Marina Abramović, Tracey Emin, Nikki S. Lee, Bas Jan Ader, Sophie Calle, Douglas Gordon, Félix González-Torres und Dominique Gonzalez-Foerster aus. Aus der Ferne scheint es sich bei Expedit auf den ersten Blick um eine Art abstraktes Gemälde mit Rahmen zu handeln. Bei näherer Betrachtung erkennt man, dass es sich um eine Installation in Form eines ordinären Ikea-Regals handelt, das die Künstlerin in eine Wand einbauen ließ und mit Schallplatten füllte. Das Regal und die Plattencoverrücken schauen nur 5 cm heraus, daher rührt der anfängliche Gemäldecharakter. Tritt man an das Werk heran, kann man lesen, dass es sich bei den Songs und Alben um Liebeslieder handelt, die das Wort Love beinhalten. Damit schaffte sie es, eines der größten Gefühle der Menschheit zu visualisieren, zu komprimieren und zu archivieren.aus Recorridos emocionales von cmedin, Reforma, Seccion Cultura, S. 26, 11. Juni 2005, und Morir de Amor, Pamela Echeverria, MUCA, 2005, ISBN 970-32-2716-3 aus dem Text übersetzt.

Das Video „Balla Balla“ von 2005, zeigt auf den ersten Blick, eine Gruppe im Tschador verhüllter Frauen, die vor einem brachliegenden Industriegelände Fußball spielen. Der Betrachter wird durch die Bilder in die Irre geführt: Tatsächlich spielen die Frauen nicht im Nahen Osten, sondern in Frankfurt am Main, auf dem Gelände der leer stehenden Großmarkthalle. 2002 wurde das Gelände der Großmarkthalle von der Europäischen Zentralbank gekauft. Im Dritten Reich wurde sie als Deportierbahnhof jüdischer Kinder, Frauen und Männer genutzt. Bei den vermeintlichen Musliminnen handelt es sich tatsächlich um eine deutsche Frauen-Fußballmannschaft diverser Religionszugehörigkeit, die souverän mit den Unannehmlichkeiten der übergestülpten Kultur umgeht. Dies wird durch die professionelle Spielweise ersichtlich. Das Video ist musikalisch mit dem Techno-Stück „Apricot“ von Sven Väth unterlegt, wodurch die Irritation des Betrachters – irgendetwas stimme hier nicht – verstärkt wird.aus Die Kunst und das Tor, Frankfurter Rundschau, Journal, 06.2006.

Im Herbst 2008 widmete ihr die Vehbi Koç Foundation unter Kuration des Künstlers Ekrem Yalcindag in der Ausstellungshalle Operation Room des American Hospitals in Istanbul eine Ausstellung. Seit 2012 widmet sich Mann mit ihrer Serie Waldlife den Themen Diversität, Klimawandel und Naturschutz.

Mann lebt in Frankfurt am Main, leitete die Fotoklasse an der AVA Academy of Visual Arts / Frankfurter Akademie für Kommunikation und DesignStadtmagazin Frizz, März, 2011. und unterrichtet seit 2011 Fotografie und Bildsprache an der European School of Design.

Ihre Werke sind unter anderem im Museum für Moderne Kunst, in der Kunsthalle Mannheim, dem Tiroler Landesmuseum, im MUCA in Mexiko-Stadt, der Vehbi Koc Foundation im American Hospital in Istanbul und der Art Collection der Deutsche Börse Photography Foundation vertreten.

Sandra Mann ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund.kuenstlerbund.de: Mitglieder „M“ / Sandra Mann (abgerufen am 11. November 2015) Sie war 2016/17 Kunstbotschafterin für die Stiftung Palmengarten und Botanischer Garten und ist seit 2017 Kunstbotschafterin für die Keep The World Foundation.

Zitate „Sie hat den Blick eines Gerichtsmediziners.“ (Gebhard von Jagow, Präsident des Medizinischen Fakultätentages)bei der Buchpräsentation Daylife, im Museum für Moderne Kunst Frankfurt, am 3. Juni 2009, 19.00 Uhropenpr.de „Eine Fotoreporterin ist Sandra Mann nicht, auch keine Szenefotografin. Sie gehört eher in die Tradition eines Larry Clark oder einer Nan Goldin.“ (Jean-Christophe Ammann)aus dem Einführungstext von Jean-Christophe Ammann, Nightlife, Kehrer Verlag Heidelberg, 2003.kunstaspekte.de „Sandra Mann – El Animal Politico/The Political Animal“ (Julio Sapollnik, Critico de arte, Argentina Arte AlLimite Magazine) „Die Frankfurter Künstlerin und Fotografin Sandra Mann erforscht mit Fotos, Installationen und Skulpturen soziale Vielfalt und unsere Sehnsucht nach Natur.“ (Markus Wölfelschneider, Schirn Mag)

Ausstellungen und Projekte (Auswahl) 1999 Kommunikation in der Kunst, Kunstverein Heidelberg 1999 Spur 015, Kunstverein Marburg 2000 See-Touch-Listen, Fotografien im Daimler-Chrysler-Pavillon, LAB 01, Expo Hannover 2001 freie Wahlen Junge Kunst, Staatliche Kunsthalle, Baden-Baden 2001 Expedit und Exodus, Szenenwechsel XX, Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main 2002 Release, Leuchtspur, Hauptzollamt Frankfurt am Main 2003 natürlich-körperlich-sinnlich, Kunsthalle Mannheim 2004 Emporter des femmes à Paris, Goethe-Institut, Athen 2004 Nightlife, Artisti per Alcamo, Castello dei Conti di Modica, Goetheinstitut Palermo 2005 Morir de Amor, MUCA, Museo Universitario de Ciencias y Arte, Mexiko-Stadt 2005 Stadtluft, Landesausstellung, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Hall 2005 Balla Balla, Der neue Orient (Lido), Kunsthalle Düsseldorf 2005 Video/ökonomie – Vertriebe im Weltformat, ZKM, Karlsruhe 2006 Marie Therese, New Talents Förderkoje, Art Cologne, Galerie Stefan Röpke 2006 Fullhouse, Kunsthalle Mannheim 2007 P., T., A. & Landscapes, Photofestival Milan, Galleria San Carlo New Contemporary, Mailand 2007 Gestalte/Create-Design Medien Kunst, MAK, Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt am Main 2008 IMAGINe/g of thinking, HIAP, Kaapelitehdas, Helsinki 2008 Elk Test, Kaapelin Galleria, Helsinki 2008 Daylife, Operation Room, Vehbi Koc Foundation, American Hospital, Istanbul 2010 Darmstädter Tage der Fotografie, Kunsthalle Darmstadt 2011 Alptraum, Deutscher Künstlerbund, Berlin 2011 No Fashion please!, Strapinski’s Schicksal, Kunsthalle Wien 2016 Doppelgänger, Torrance Art Museum, Torrance, USA 2. September 2016 bis 28. April 2017, „The Female Portrait“, Deutsche Börse Photography Foundation, The Cube, Eschborn 2017 Sandra Mann-Büchsenlicht, Kunsthalle Gießenhttps://www.kunsthalle-giessen.de/2017_mann.html 2018 Sandra Mann / Waldlife, Stadtgalerie im Badehaus, Bad Soden 2019 Sandra Mann feat. Valentina Stanojev / Arkadischer Wandel, kjubh Kunstverein Köln 2019 „The German Way of Life II“, Haus am Dom, Frankfurt am Main 2019 „Waldlife“, Goethe-Institut Hanoi, New Space Arts Foundation, Hue, Vietnam 2020 Qipo Fair 02, Mexiko-Stadt 2021 Masterclass Sandra Mann, 15.10.2021-24.10.2021, B3 Biennial of the Moving Image 2021 2021 Netzwerke & Kollektives Gedächtnis – Sandra Mann, KVFM, Kunstverein Familie Montez, Frankfurt am Main 2022 About Place, University of La Verne, Harris Gallery, Kalifornien 2022 I thought I was an Alien, Polarraum Hamburg, Hamburg 2023 Nightlife-Sandra Mann (photoinstallation) / Milestones – The 50 most important tracks of electronic music, MOMEM – Museum of Modern Electronic Music, Frankfurt am Main 2023 Trüb und klar. Unser täglich Wasser (group), Freilichtmuseum Hessenpark, Neu-Anspach/Taunus 2023 Fotokünstlerin Sandra Mann – HR Interview 2023 UPDATE – Highlights & Neue der Städtischen Kunstsammlung, Heussenstamm. Raum für Kunst, Frankfurt am Main 2023 Apokalypse – Sandra Mann (soloexhibition), St. Katharinenkirche, Frankfurt am Main 2024 Suppose You Are Not, works from Ömer Koç Collection, curated by Selen Ansen (groupexhibition), Arter Museum, Istanbul 2024 Stadt der Fotografinnen. Frankfurt 1844 – 2024 (group exhibition), Historisches Museum Frankfurt 2025 Nachtleben, Stiftung Kunst und Natur, Museum Sinclair-Haus, Bad Homburg 2025 Face to Face (group exhibition), Deutsche Börse Photography Foundation at Paris Photo 2026 Focus on Her - Ella, en Foco (group exhibition), Museo Arte Al Limite (AAL) Valparaiso, Chile 2026 Yüzyilin Izleri / Imprints on the century, Koç Group and the Arts (group exhibition), Yapi Kredi Kültür Senat Museum, Istanbul 2026 Mishpocha - The Art of Collaboration (group exhibition) as part of World Design Capital 2026, Jüdisches Museum Frankfurt am Main 2026 Unter die Haut - Tattoos im Blick (group exhibition) as part of World Design Capital 2026, Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen, Rüsselsheim

Stipendien, Auszeichnungen und Preise 1998 Projektförderungsstipendium DAAD 1999 Stipendium Universitätsstiftung Augsburg