Das Weidenblättrige Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium), auch Ochsenauge, Weidenblatt-Rindsauge oder Rindsauge genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ochsenaugen (Buphthalmum) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung mini|links|Habitus im Habitat mini|Dreireihige Korbhülle mit untereinander ungefähr gleich langen, zugespitzten Hüllblättern. mini|Durchgeschnittener Blütenkorb: die Röhrenblüten werden von ihren Spreublättern deutlich überragt.

Vegetative Merkmale Das Weidenblättrige Ochsenauge wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 60 Zentimetern. Der aufrechte, meist verzweigte, kurz behaarte Stängel ist gleichmäßig wechselständig beblättert und unter dem Körbchen hohl.

Von den wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind die unteren lang gestielt und die obersten mit verschmälertem Grund sitzend. Die einfache Blattspreite ist lanzettlich bis verkehrt-eilanzettlich, ganzrandig oder fein gezähnt und schütter behaart.

Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Mai bis September. Die Blütenkörbe stehen einzeln oder zu wenigen am Stängelende. Die Zunge der Zungenblüten ist goldgelb, 2,5 Millimeter breit und 11 bis 16 Millimeter lang.

Von den 3 bis 4 Millimeter langen Achänen, die äußeren dreikantig-geflügelt. Der häutige Pappus ist nur etwa 0,5 Millimeter lang.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.

Verwechslungsmöglichkeiten Das Weidenblättrige Ochsenauge, bereits im Spät-Mittelalter als Ochsenauge (aber auch als Rindsauge und verschiedenen anderen Namen) bezeichnet, hat Ähnlichkeit mit der Färberkamille sowie recht große Ähnlichkeit mit dem Weidenblättrigen Alant, wurde früher auch als „Alant“Heinrich Marzell: Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen. 5 Bände, Leipzig, ab Band 3 Stuttgart/Wiesbaden, Band 1, S. 696 f. bezeichnet und wird von Unkundigen nicht selten mit ArnikaVgl. auch Claudia Erbar, Karin Zimmermann: Der Codex Palatinus germanicus 539 – eine Pflanzenliste aus dem 15. Jahrhundert. 2009 (Digitalisat), S. 51 (zu ossenauge). verwechselt. Bei Arnika sind die Laubblätter jedoch gegenständig.

Vorkommen Die zwei Unterarten von Buphthalmum salicifolium kommen von den Alpen und Voralpen in Frankreich, in Italien, in der Schweiz, Deutschland, Österreich bis Belgien, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und auf der Balkanhalbinselvor. In Österreich kommt das Weidenblättrige Ochsenauge häufig bis sehr häufig in allen Bundesländern vor. In der Schweiz ist es ebenso verbreitet. In Deutschland kommt es in Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen vor. In Mitteleuropa kommt es außerdem im Elsaß und in Tschechien vor. In den Allgäuer Alpen steigt das Weidenblättrige Ochsenauge im Tiroler Teil an der Rotwand bei Elbigenalp bis zu einer Höhenlage von 2000 Meter auf.

Diese kalkstete Pflanzenart gedeiht am besten auf Kalk-Magerrasen, (selten in Feuchtwiesen), trockenen Wäldern von der submontanen bis subalpinen Höhenstufe. Das Weidenblättrige Ochsenauge ist in Hochlagen eine Art der Seslerietalia-Gesellschaften, in tieferen Lagen in Pflanzengesellschaften der Verbände Mesobromion, Molinion, Erico-Pinion oder Geranion sanguinei.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2w+ (mäßig trocken aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).

Systematik Die Erstveröffentlichung von Buphthalmum salicifolium erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 2, Seite 904.

Je nach Autor gibt es etwa zwei Unterarten: Buphthalmum salicifolium subsp. salicifolium: Sie kommt vor in den Alpen und Voralpen in Frankreich, in Italien, in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Belgien, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und auf der Balkanhalbinsel. Buphthalmum salicifolium subsp. flexile (Syn.: Buphthalmum flexile ): Sie kommt in Frankreich und in Italien vor.

Literatur

Einzelnachweise Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete, 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 923. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 589. Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: W. Greuter, E. von Raab-Straube (ed.): Compositae. Datenblatt Buphthalmum salicifolium In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Gerald Parolly: Asteraceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 775.

Weblinks

Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).

Kategorie:Asteroideen