Der Zweitälersteig ist ein 108 Kilometer langer Rundwanderweg und Prädikatswanderweg mit 4.120 Höhenmetern in fünf Etappen durch den Schwarzwald rund um das Elztal und das Simonswälder Tal mit Start und Ziel in Waldkirch.

Geschichte Der Zweitälersteig wurde am 13. Januar 2011 vom Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifiziert und am 21. Mai 2011 offiziell eröffnet. Im Januar 2014 hat er die alle drei Jahre erforderliche Überprüfung mit Erfolg bestanden.

Kurzbeschreibung Der Zweitälersteig führt von Waldkirch entlang des Bergrückens zwischen dem Glottertal und dem Elztal steil hinauf zum Kandel vorbei an der Ruine Schwarzenburg und der Thomashütte oberhalb des kleinen Kandelfelsens.

Die Strecke verläuft danach auf einer Hochfläche des Kandels, der Platte, leicht bergab zum Plattensee. Die Zweribachfälle liegen an einem felsigen und steilen abwärtsführenden Wegstück bereits im oberen Simonswäldertal. Von dort geht es durch die Teichschlucht wieder steil hinauf zum Hintereck. Die Strecke vom Spitzen Stein in das Simonswäldertal gehört zu den schwierigsten Abschnitten des Zweitälersteigs.

Von der Gemeinde Simonswald an führt der Steig wieder aufwärts auf den Hörnleberg mit seiner Wallfahrtskapelle. Dann geht es weiter auf einem in über verlaufenden, schmalen Höhenweg entlang den Gipfeln von Tafelbühl, Braunhörnle, Breitbühl und der Yacher Höhe zum Rohrhardsberg. Nachdem der Gschasifelsen und der Gschasikopf passiert sind, erreicht die Strecke ab dem Dorfer Kapf mit der Kapfhütte unten das langgezogene Oberprechtal.

Aus dem Oberprechtal steigt der Zweitälersteig wieder an und trifft nahe dem Huberfelsen auf den Westweg und den Querweg Rottweil–Lahr. Der weitere Verlauf der Strecke folgt nordwestlich dem Querweg, verläuft dem Finsterkapf, Flachenberg und der Heidburg entlang und trifft am nördlichsten Punkt bei Höhenhäuser auf den Kandelhöhenweg.

Der letzte und aussichtsreiche Streckenabschnitt zurück nach Waldkirch entspricht weitgehend dem Kandelhöhenweg. Dort liegen der Hünersedelturm, der Schillingerberg und der Eckleberg. Danach wird der Gscheid-Pass überquert, und am Ende trifft der Zweitälersteig auf die Kastelburg oberhalb von Waldkirch.

Sehenswürdigkeiten mini|Thomashütte mit Panorama Waldkirch Sinnesweg und Baumkronenweg () Ruine und Sicht von der Schwarzenburg Aussicht von der Thomashütte () Panorama von der Kandelpyramide Hochebene Kandelplatte und der Plattensee () Zweribachwasserfälle Teichschlucht Blick in das Simonswäldertal vom Spitzen Stein () Hörnleberg und die Wallfahrtskapelle Siebenfelsen () Aussicht vom Gschasifelsen () und der Kapfhütte () Aussicht vom Huberfelsen () und dem Pfauenfelsen () Hünersedelturm Kastelburg

Verlauf mini|Wanderportal in Waldkirch + Übersicht der einzelnen Etappen des Zweitälersteigs Etappe Start Ziel Strecke (km) Gehzeit (h) Schwierigkeit 1 Waldkirch Kandel 10,0 3,5 schwer 2 Kandel Simonswald 25,7 7,5 schwer 3 Simonswald Oberprechtal-Wittenbach 25,7 7 schwer 4 Oberprechtal-Wittenbach Höhenhäuser 23,8 6 mittel 5 Höhenhäuser Waldkirch 22,9 6 mittel

Einzelne Sehenswürdigkeiten wie die Schwarzenburg, die Kapelle auf dem Hörnleberg, die Siebenfelsen und der Hünersedelturm liegen nicht direkt auf dem Zweitälersteig. Diese Ziele sind aber recht schnell erreicht.

Der Weg ist zu 51 % naturbelassen, zu 48 % mit sonstigem Untergrund versehen und nur zu 1 % asphaltiert.Grafik Wegbeschaffenheit Deutscher Wanderverband. wanderbares-deutschland.de, abgerufen am 29. Oktober 2012. Der Zweitälersteig ist durch die Ortsgruppen des Schwarzwaldvereins durchgängig an Wegkreuzungen mit Wegschildern und zwischen den Abschnitten jeweils durch einheitliche Wegzeichen mit einem Symbol eines stilisierten Herzens auf grüner Raute gut markiert und damit auch ohne Karte in beiden Richtungen begehbar.

Alle Höhenangaben liegen in Normalhöhennull vor.

Die besten Jahreszeiten für die Wanderung sind Frühling bis Herbst. Auch wenn der Zweitälersteig prinzipiell ganzjährig begehbar ist, können je nach Lage und Höhe auf den ersten drei Etappen einige Abschnitte vereist und unpassierbar sein.

Tagestouren/Etappen Erste Etappe: Waldkirch – Kandel Übersicht Distanz: 10 km Gehzeit: ca. 3½ Stunden Schwierigkeit: schwer mini|Panorama von der Thomashütte auf den Feldberg Ort/Sehenswürdigkeit Strecke (km) Höhe (m ü. NHN) Weitere Informationen Waldkirch 0 265 Bahnhof Stadtrainsee 1,3 Kleiner See, ca. 100 m vom Weg entfernt Baumkronenweg 1,2 430 Klettergarten, Barfußpfad und Röhrenrutsche Schwarzenberghütte 1,8 620 Hütte mit BrunnenRuine Schwarzenburg liegt ca. 200 m entfernt Gullerkopf 1,6 815 Sicht auf die Kastelburg von Waldkirch Thomashütte 2,0 1.070 Hütte mit Panoramablick Kandel 1,4 1.241 Kandel-Pyramide (Gipfel) Tüchlebank 0,4 1.210 Gasthaus und Bushaltestelle in 100 m

Wegbeschreibung mini|hochkant|Pfad bei den kleinen Kandelfelsen unterhalb der Thomashütte Die erste Etappe von Waldkirch hoch zur Kandel-Pyramide verläuft entlang des Bergrückens zwischen dem Glottertal und dem Elztal. Sie ist waldreich, führt dabei teilweise auf schmalen, steileren und felsigen Pfaden.

Die Etappe beginnt am Bahnhof von Waldkirch, überquert die Elz und führt durch die Stadt über den Marktplatz, am Stadtrainsee und dem Schwarzwaldzoo vorbei, auf einem 1,1 Kilometer langen Waldlehrpfad, dem Sinnesweg, zu einem Baumkronenweg. Der Weg wird nach dem Fohrenbühl () für ein kurzes Stück zum Kienzleebel () hin schmaler und steiler, das weitere 1 Kilometer lange flachere Stück führt zur Schwarzenberghütte (). Die Ruine Schwarzenburg liegt rechter Hand nördlich am Wegesrand und ermöglicht ein Panorama von der Rheinebene hinüber zur Kastelburg und hoch zu dem großen Kandelfelsen.

Entlang des Rudi-Kapp-Wegs werden die Stationen Am Kranzkopf () und der Gullerkopf () erreicht und ermöglichen eine Talsicht und in Richtung Nordschwarzwald. Ab dem Moosbühl entwickelt sich die Strecke zur Thomashütte zu einem schmalen Pfad; unter dem kleinen Kandelfelsen wird sie serpentinartig steil und felsiger. Die wie auf einem Adlerhorst hoch über dem Glottertal und direkt über dem kleinen Kandelfelsen gelegene Thomashütte () bietet einen breiten Panoramablick u. a. von St. Peter, vom Feldberg, vom Schauinsland und von der Rheinebene mit dem Kaiserstuhl.

Ab der Hütte ist der Weg etwas weniger steil und meistens breiter. Oberhalb des Hoschgetkreuzes () ist ein Abstecher zum Hessfelsele und zu dem großen Kandelfelsen () möglich. Der höchste Punkt des Zweitälersteigs, die Kandel-Pyramide, wird schließlich nach ca. 0,8 Kilometer erreicht. Das Gasthaus Kandel und eine Bushaltestelle liegen nach etwa 0,5 Kilometern leicht bergab in Sichtweite.

Zweite Etappe: Kandel – Simonswald Übersicht Distanz: 25,7 km Gehzeit: ca. 7½ Stunden Schwierigkeit: schwer mini|Obere Stufe der Zweribachfälle mini|Hintereck oberhalb des Simonswäldertals, gesehen vom ehemaligen Brunnenhof Ort/Sehenswürdigkeit Strecke (km) Höhe (m ü. NHN) Weitere Informationen Tüchlebank 0 1.210 Kandelhotel und Bushaltestelle in 100 m entfernt Rohrallmend 0,8 1.181 Kreuzung mit dem Kandelhöhenweg Auf der Linie 2,0 1.056 Bushaltestelle Bei der Bockhornhütte 2,5 1.025 Hütte in 200 m Plattenhof 1,8 980 Gasthaus Zweribachwasserfälle 2,0 800 Brückle zwischen der oberen und mittleren Stufe der Fälle Brunne 0,4 750 Hütte mit Grillplatz Haldenschwarzhof 0,9 600 Kreuzung mit dem Querweg Schwarzwald–Kaiserstuhl–Rhein Wildgutach Pfaffmühle 2,0 612 Bushaltestelle Teichschlucht 1,0 705 Kreuzung mit dem Querweg Schwarzwald–Kaiserstuhl–Rhein Hintereck 2,4 950 Gasthaus und Wanderheim Am Spitzen Stein 1,2 928 Aussicht in das Simonswäldertal Saulache 1,0 670 Simonswald Engel 1,8 450 Kreuzung mit dem Querweg Schwarzwald–Kaiserstuhl–RheinBushaltestelle und Gasthaus Simonswald 6,5 360 Sägplatz/RathausBushaltestelle

Wegbeschreibung Die zweite Etappe beginnt in unmittelbarer Nähe des Kandelhotels am Wegweiser Tüchlebank (), um dort zunächst den Kandelhöhenweg bis zum Rohrallmend zu folgen. Die Strecke orientiert sich an der in das Glottertal führenden Straße, wo der Zweitälersteig sie nach 2 Kilometern bei der Schwerhütte in Richtung Hornkopf und der Kandelplatte überquert.

Die Strecke führt weiter durch den Hornwald auf breiten Waldwegen entlang den Wegpunkten Dreispitz (), Kaltenbrunnen () und Militärschlag () bis Bei der Bockhornhütte () und erreicht südlich beim Althäuslehof () die aussichtsreiche Kandelhochfläche Platte. Von ihr ist ein Blick auf das Simonswäldertal mit der oberhalb gelegenen Hütte am Hintereck möglich, ein späterer Etappenpunkt. Der Zweitälersteig führt jetzt auf einem asphaltierten Sträßchen die Platte herunter, am Plattenhof () und dem Plattensee vorbei, der als Oberbecken für das Zweribachwerk angelegt wurde.

mini|Einstieg zu den Zweribachfällen Unterhalb des Langeckerhofes beginnt der Einstieg () durch einen Bannwald und ein Naturschutzgebiet hinunter zu den Zweribachfällen und in das obere Simonswäldertal. Der Weg wird dabei in Serpentinen zunehmend steiler und felsiger, ist teilweise noch durch Halteseile gesichert. Die Wasserfälle werden zwischen der oberen und mittleren Stufe über eine kleine Brücke gequert. Nach dem Verlassen des Bannwaldes entlang der unteren Stufe der Fälle wird eine Schutzhütte mit einem Vesperplatz erreicht. An dieser Stelle stand der 1984 abgebrannte, ehemalige Brunnenhof ().

Die Strecke führt wieder auf einem breiteren Weg am Bruggerhof vorbei zu einer Wegkreuzung oberhalb des Haldenschwarzhofs, wo der Zweitälersteig auf den Querweg Schwarzwald–Kaiserstuhl–Rhein trifft und ihm bis in die Teichschlucht hinein folgt. Bis dahin ist die Strecke größtenteils asphaltiert, überquert zwischen Luxenhof () und Vitenhof () die in teils enger Kerbe rauschende Wilde Gutach und quert beim Ortsteil Wildgutach-Pfaffmühle die Kreisstraße 5105.

mini|Felsen in der Teichschlucht Die Teichschlucht liegt in einem Bannwald. Die 1 Kilometer lange Strecke wird darin schmaler, steiler und felsiger und folgt dem Verlauf des Teichbaches, bis nach einigen Felstreppen ein hoher, massiver Felsen erreicht wird (). An dieser Wegkreuzung orientiert sich der Querweg Schwarzwald–Kaiserstuhl–Rhein in Richtung Gütenbach am Bachverlauf. Der Zweitälersteig zweigt hingegen am Felsen nach links hoch in Richtung Hintereck ab, bleibt auf einem schmalen Pfad und überquert dabei eine in die Schlucht steil abfallende Felshalde. Ab Vitenbühl () geht es rechts hoch, wo die Landesstraße 173 aus dem Simonswäldertal nach Gütenbach überquert werden muss. Nach einem guten Kilometer auf dem breiten Probstwaldweg sind nach dem Wegschild Wäldersteig () auf kurzer Wegstrecke hoch zum Hintereck () steile Serpentinen zu überwinden.

Der Weg hinunter in das Simonswäldertal zum Gasthaus Engel ab dem Spitzen Stein und an der Saulache vorbei gehört zu den schwierigsten Abschnitten des gesamten Zweitälersteigs und überwindet dabei auf einer Distanz von 4 Kilometern 500 Höhenmeter. Vom Hintereck wird in einem guten Kilometer der Spitze Stein () erreicht, eine ehemalige keltische Opferstätte. Oberhalb des Wegschildes ist ein weiter Talblick bis zum Hörnleberg möglich. Am unteren Spitzen Stein wird der Pfad für ein Wegstück sehr steil, verläuft in engen Serpentinen teilweise über und entlang moosbedeckter Felsen, ist dabei aber gut markiert. Die Wegstrecke bleibt bis zur und an der Saulache vorbei weiter steil und meistens schmal, um später an der unteren Kilpen () breiter zu werden. Das letzte Stückchen zum Gasthaus und einer Bushaltestelle ist asphaltiert. Die weiteren gut 6 Kilometer der Strecke nach Simonswald folgen überwiegend der Straße.

Dritte Etappe: Simonswald – Oberprechtal-Wittenbach Übersicht Distanz: 25,7 km Gehzeit: ca. 7 Stunden Schwierigkeit: schwer mini|Aussicht vom Tafelbühl auf Simonswald mit dem Kandel im Hintergrund mini|Panorama von der Kapfhütte nach Norden mit dem Kinzigtal