Basisdaten Wappen 100px|zentriert|Wappen Hochschule: Technische Universität Clausthal Gründung: 11. Juli 1868 in ClausthalErnst Hans Eberhard: Handbuch des studentischen Verbindungswesens. Leipzig, 1924/25, S. 152. Verband: Weinheimer Senioren-Convent Zirkel: zentriert|80px Burschenfarben: blau-weiß-rot mit silberner Perkussion Fuchsenfarben: blau-weiß mit roter Perkussion Wahlspruch: E pluribus unum! Waffenspruch: Honos vita carior! Adresse: Erzstraße 45, 38678 Clausthal-Zellerfeld Website: www.corps-montania.de
mini|Corpshaus der Montania mini|Chargierte der Montania zu Pferd anlässlich der Einweihung des Corpshauses, 1903 Das Corps Montania Clausthal ist eine pflichtschlagende und farbentragende Studentenverbindung in Clausthal. Das Corps ist Teil des im Weinheimer Senioren-Convent (WSC). Es vereint Studenten und Alumni der Technischen Universität Clausthal.
Couleur und Sprüche Montania führt die Farben blau-weiß-rot mit silberner Perkussion. Die Fuchsenfarben sind blau-weiß mit roter Perkussion. Dazu wird eine weiße Mütze und Bergkittel getragen.
Ihr Wahlspruch lautet: E pluribus unum! Und ihr Wappenspruch lautet: Honos vita carior!
Geschichte Montania wurde 1868 als Verbindung „Montana“ mit den Farben schwarz-grün-gold durch die Studenten James Wayne, Carl Alberts, Julius Grillo und Robert Bunsen gegründet. Hervorgegangen ist sie aus dem im Mai 1867 unter dem Einfluss des Gießener Hessen Adolf Hess und des Marburger Teutonen Jaeger gegründeten „Verein zum lustigen Arschleder“, der erstmals corpsstudentische Traditionen und einen an den Universitätscorps orientierten Comment nach Clausthal brachte. Ungewöhnlich war in den Anfangsjahren die für die damalige Zeit große Zahl an Mitgliedern aus den Vereinigten Staaten und aus Südamerika. Infolge des Deutsch-Französischen Krieges musste Montana bereits zwei Jahre später suspendieren. Die in Clausthal verbliebenen südamerikanischen Mitglieder gründeten ein Corps mit dem Namen „America“ und den Farben blau-weiß-rot, das am 1. Januar 1872 in das Corps „America-Montana“ (ab 1873: Americo-Montana) als Nachfolger beider Verbindungen umgewandelt wurde. Gemeinsam mit dem Corps Hercynia gründete es 1872 den Clausthaler Senioren-Convent, der 1874 in den Weinheimer Senioren-Convent (WSC) aufgenommen wurde. 1883 wurde der Name in Montania geändert.
Als Ende Mai 1883 in Weinheim ein Antrag scheiterte, die SC zu Freiberg und Clausthal aus dem WSC auszuschließen, verließen die meisten Senioren-Convente den Verband. Mit dem Austritt bzw. Ausschluss der SC zu Dresden und Darmstadt 1884 bestand er nur noch aus den SC zu Freiberg und Clausthal. Noch im gleichen Jahr erstand der WSC ohne die Corps an den Bergakademien neu. Im November 1888 trat der Clausthaler SC auch aus dem Verbund mit den Corps an der Bergakademie Freiberg aus. Der Clausthaler SC wurde am 6. Juni 1905 zu den gleichen Bedingungen wie zuvor bereits der SC zu Freiberg (ohne Renoncieren) wieder in den WSC aufgenommen.
Bereits 1887 gründeten die Alten Herren des Corps eine Hauskasse für den Bau eines eigenen Corpshauses. Sie bildete auch die Grundlage für die 1892 erfolgte Gründung des AH-Bundes des Corps Montania. Das heutige Corpshaus wurde am 31. Januar 1903 eingeweiht.
Nach der Auflösung des WSC am 20. Oktober 1935 beschloss das Corps am 2. November ebenfalls seine Auflösung. Der AH-Bund blieb bestehen. Mitglieder der drei Clausthaler Corps gründeten die Kameradschaft III, die nach Kurt Elliesen, einem 1921 in Oberschlesien gefallenen Angehörigen des Corps Hercynia benannt wurde. Ehemalige Mitglieder bildeten 1946 nach ihrer Rückkehr aus dem Weltkrieg den Bergakademischen Verein (BAV). Aus ihm heraus konstituierte sich am 15. Juli 1950 der Akademische Verein Montania, der sich am 11. November 1950 wieder in das Corps Montania umwandelte und im Sommersemester 1951 durch die Bergakademie offiziell zugelassen wurde. Da das Corpshaus noch beschlagnahmt war, fand das Corps vorübergehend in der „Goldenen Krone“ eine neue Heimstätte. Erst im Juni 1953 wurde das Corpshaus an den AH-Bund des Corps zurückgegeben.
Auswärtige Beziehungen Montania schloss 1881 ein Kartell mit dem Corps Teutonia Freiberg (Kartell, jetzt Palaeo-Teutonia Aachen), seit Juli 1884 besteht ein Freundschaftsverhältnis mit dem Corps Teutonia Dresden. Zuvor bestanden 1883/84 kurzzeitig auch Beziehungen zum Corps Marcomannia Dresden.
Nachdem die Kontakte infolge des Ausscheidens aus dem WSC vorübergehend ruhten, wurden die Beziehungen zu den Corps Teutonia Freiberg und Teutonia Dresden 1906 als Dreibund erneuert und 1956 um ein Freundschaftsverhältnis mit Teutonia Stuttgart ergänzt. Montania, Teutonia Dresden, Palaeo-Teutonia und Teutonia Stuttgart bilden seit 1984 den Viererbund.
Im Sommersemester 2012 wurde ein Freundschaftsvertrag mit dem Corps Vitruvia zu München (WSC) unterzeichnet.Corps – Deutsche Corpszeitung, Ausgabe 4/2012, S. 27
Mitglieder Name Lebensdaten Beruf Bild Ottmar Aockerblom 1890–n. 1930 Bergbau- und Energiemanager Kurt Beißner 1915–1989 Berghauptmann des Oberbergamts Clausthal Alfredo Bensaúde 1856–1941 Mineraloge, Direktor des Instituto Superior Técnico in Lissabon Lothar Birckenbach 1876–1962 Chemiker, Hochschullehrer und Rektor der Bergakademie Clausthal Paul Dierichs 1901–1996 Zeitungsverleger und Mäzen Walter Eichholz 1894–1953 Vorstandsvorsitzender der August-Thyssen-Hütte in Duisburg-Hamborn Hermann Eichmeyer 1864–1928 Generaldirektor der Berzelius AG Eduard Ey-Steineck 1849–1931 Generalmajor Julius Grillo 1849–1911 Vorstand der Grillo-Werke Jürgen Großmann * 1954 Alleingesellschafter der Georgsmarienhütte Holding GmbH, Vorstandsvorsitzender der RWE AG (2007–2012) 50px|zentriert|Jürgen Grossmann, 2009 Fritz Harney 1879–1953 Industrieller in der Zuckerindustrie Willy Hartmann 1866–1925 Generaldirektor der Oberschlesischen Chamotte- und Dinas-Werke Franz Hellberg 1894–1970 Vorstand von Rheinbraun Carl Jaeger 1874–1932 Direktor der Henrichshütte in Hattingen, Vorstand der Ruhrstahl AG Karl Friedrich Jakob * 1951 Vorstandsvorsitzender des RWTÜV e. V. Karl-Heinrich Jakob 1924–2012 Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Bergbau Max Rudolf Lehmann 1886–1965 ord. Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Erlangen-Nürnberg Wilhelm Peter Lillig 1900–1945 Bergingenieur und NS-Wirtschaftsfunktionär Carl Malsch 1864–1945 Berg- und Hütteningenieur, Professor an der Universität Santiago, Chile Harry Pauling 1875– Chemiker, Erfindungen auf dem Gebiet der Herstellung synthetischer Salpetersäure Fritz Pfister 1875- Generaldirektor, Vorstandsmitglied des Braunschweigischen Kohlenwerke in Helmstedt Ferdinand Raab 1878–1954 Generaldirektor der Anhaltischen Kohlenwerke 50px|zentriert|Ferdinand Raab, 1900 Alfred Reckmann 1900–1974 Hüttendirektor, Vorstandsmitglied der Metallhüttenwerke Lübeck GmbH August Schwemann 1862–1945 Geh. Bergrat, Rektor der RWTH Aachen Georg Sick * 1955 Vorstandsvorsitzender der Wacker Neuson AG Karl-August Zimmermann 1927–2004 Eisenhüttenmann, Vorstand der Thyssen AG, Vorsitzender des Stahlinstituts VDEh
Literatur Hans Schüler: Weinheimer S.C.-Chronik, Darmstadt 1927, S. 592–619 Michael Doeberl, Otto Scheel, Wilhelm Schlink, Hans Sperl, Eduard Spranger, Hans Bitter und Paul Frank (Hrsg.): Das Akademische Deutschland, Bd. 2: Die deutschen Hochschulen und ihre akademischen Bürger, Berlin 1931, S. 714. Ein Jahrhundert Corps Montania zu Clausthal 1868–1968, Clausthal-Zellerfeld 1968
Siehe auch Liste der Weinheimer Corps Liste der Studentenverbindungen in Clausthal-Zellerfeld
Weblinks Website des Corps Montania Clausthal Das Corps Montania Clausthal bei corpsarchive.de
Einzelnachweise
Kategorie:Corps im Weinheimer Senioren-Convent Kategorie:Studentenverbindung (Clausthal) Corps Montania Clausthal