Hans Mahlich (* 1. November 1912Daten lt. Filmarchiv Kay Weniger als Johannes Mahlich; † 5. Juni 1986Traueranzeige Neues Deutschland vom 24. Juni 1986, S. 7) war ein deutscher Filmproduktionsleiter bei der DEFA.

Leben und Wirken Über Johannes ‘Hans’ Mahlichs frühen Jahre ist derzeit nichts bekannt. Er kam am 1. Oktober 1950 zur DEFA. Zunächst wurde Mahlich als Aufnahmeleiter eingesetzt, unter anderem bei den beiden Ernst Thälmann-Filmen Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse und Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse des Regisseurs Kurt Maetzig.

Seit 1956 als Produktionsleiter aktiv, leistete er seine wichtigsten Arbeiten für Maetzig und dessen Kollegen Frank Beyer. So war er an der Entstehung des ersten DEFA-Science-Fiction-Films Der schweigende Stern ebenso beteiligt wie an Beyers Liebes- und Kriegsfilm Königskinder und dessen für seinen Realismus gepriesenen KZ-Drama Nackt unter Wölfen.

1965 initiierte Mahlich mit Die Söhne der großen Bärin die beim DDR-Publikum populäre DEFA-Indianerfilmreihe, eine Reaktion auf den überwältigenden Erfolg der bundesrepublikanischen Karl-May-Verfilmungen, und machte den jugoslawischen Schauspieler Gojko Mitić zum Star. Die folgenden Indianerfilme wurden allerdings zunächst von Dorothea Hildebrandt, später auch von anderen DEFA-Produktionsleitern hergestellt.

Bereits 1959 wurde Mahlich zum Produktionschef der Künstlerischen Arbeitsgruppe (KAG) 'Roter Kreis' berufen und diente dort 1964 auch als deren kommissarischer Leiter bzw. Hauptdramaturg. In dieser Funktion war Hans Mahlich auch infolge der Beschlüsse des 11. Plenums des ZK der SED an den Zensurvorgängen rund um die DEFA-Jahresproduktion 1965/66 beteiligt. Belegt sind seine Stellungnahmen zu dem 'Plenum-Film' Jahrgang 45 Jürgen Böttchers, den Böttchers Kollege Egon Günther aufgrund vermeintlich 'antisozialistischer‘ Passagen massiv attackiert hatte. Auch Jahrgang 45 kam, wie viele andere 'Plenum-Filme', erst nach dem Niedergang der SED-Diktatur in die Kinos und erlebte seine Uraufführung acht Tage nach der Wiedervereinigung, am 11. Oktober 1990.Frank-Burkhard Habel: Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-349-7. S. 282.

Mahlichs letzte Arbeiten als Produktionsleiter waren zwei DFF-Produktionen, die 1984 ausgestrahlt wurden. Am 1. September 1984 schied Mahlich aus der DDR-Staatsfirma wieder aus und ging in den Ruhestand. Seine letzte Wohnadresse war in Kleinmachnow.

Hans Mahlich war mit der Synchronregisseurin Irene Mahlich verheiratet. Der gemeinsame Sohn Holger Mahlich sowie dessen Ehefrau Micaëla Kreißler und Sohn Leonhard Mahlich sind Schauspieler und Synchronsprecher.

Filmografie 1956: Schlösser und Katen 1956: Zwei Mütter 1957: Spur in die Nacht 1957: Fiete im Netz 1958: Das Lied der Matrosen 1958: Geschwader Fledermaus 1958: Im Sonderauftrag 1959: Das hölzerne Kälbchen 1959: Maibowle 1959: Der schweigende Stern 1959: Trübe Wasser (La rabouilleuse) 1960: Begegnung im Zwielicht 1960: Das Märchenschloß 1960: Silvesterpunsch 1960: Ärzte 1960: Septemberliebe 1961: Der Traum des Hauptmann Loy 1961: Die Igelfreundschaft 1962: Königskinder 1963: Preludio 11 1963: Nackt unter Wölfen 1964: Alaskafüchse 1965: Lots Weib 1965: Die Söhne der großen Bärin 1970: Husaren in Berlin 1970: Verspielte Heimat 1971: Die gestohlene Schlacht 1972: Copernicus 1972: Die Schlüssel 1973: Die Hosen des Ritters von Bredow 1973: Wie füttert man einen Esel 1975: Unser stiller Mann 1981: Zwei Zeilen, kleingedruckt 1981: Peters Jugend 1983: Nachhilfe für Vati (TV) 1984: Paulines zweites Leben (TV)

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