Stefan Plenkers (* 28. April 1945 in Ebern; † 7. November 2024 in Kreischa)Traueranzeige. In: Sächsische Zeitung, 16. November 2024, abgerufen am 16. November 2024. war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben Stefan Plenkers wuchs in Görlitz auf. 1963 absolvierte er die Erweiterte Oberschule. Dort erhielt er vielfältige gestalterische Anregungen durch seinen Zeichenlehrer Werner Panitz. Daneben besucht er an der Volkshochschule einen Zeichenzirkel.

Plenkers machte von 1963 bis 1965 eine Lehre zum Schriftsetzer. Anschließend arbeitete er halbtags in der Abteilung Typografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Nach seinem Wehrdienst verzichtete er 1967 auf den angestrebten und bereits erhaltenen Studienplatz an besagter Hochschule und nahm stattdessen ein fünfjähriges Studium in der Fachrichtung Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden auf. Ihn unterrichteten die Professoren Herbert Kunze, Gerhard Kettner und Günter Horlbeck. Die späteren Künstlerfreundschaften zu den gleichaltrigen Rainer Zille, Joachim Böttcher und Veit Hofmann hatten hier ihren Anfang.

Seine freischaffende Tätigkeit nahm er 1973 in Bad Muskau auf, ging 1974 nach Cottbus (reger künstlerischer Austausch mit Hans Scheuerecker und Dieter Ladewig), ehe er sich im Jahr darauf wieder und auf Dauer an seinem Studienort Dresden niederließ. 1980 bis 1982 war er bei Kettner Meisterschüler.

Plenkers war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Er hatte in der DDR und im Ausland eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. 1977/78, 1982/83 und 1987/88 an der VIII. bis X. Kunstausstellung der DDR in Dresden.

Werk Plenkers, der von Dresdner Künstlerpersönlichkeiten der älteren Generation wie Wilhelm Rudolph und Bernhard Kretzschmar angetan war, übte sich in der ersten Phase seines Schaffens vor allem in den grafischen Techniken. Die Ölmalerei kam dann seit 1969 hinzu. Anfangs gehörten zu seinen Sujets vielfach gebrochene leere Innenräume, verlassene Tische, Spiegel über Spiegel, Zelte, Segel, Zirkusartisten, Leute in Kneipen. Die späteren Arbeiten lösten sich von tradierter dresdnerischer Sichtweise, wurden farbiger, lichter, bewegter. Anregungen dazu empfing Plenkers, der längst nicht mehr der Bohemien war, auch auf zahlreichen Reisen. Sie führten ihn nach Armenien, Georgien, in den Irak, die USA, nach Lappland, China und immer wieder zu Orten am Meer.

Plenkers war bemüht, in seiner Malerei jedweden erzählerischen Duktus zu vermeiden. Beim Preisen der einfachen, immer währenden Dinge des menschlichen Umfelds setzte er auf die Mittel des Malerischen, akzentuierte durch grafische Grundstrukturen sowie durch Zeichen und Chiffren. Die Tiefendimension der Bilder wurde häufig allein über die so genannte Farbperspektive realisiert.

Stefan Plenkers erlitt im Herbst 1989 einen schweren Autounfall, der ihn zu einer vielmonatigen Arbeitspause zwang. Er kämpfte erfolgreich um die Wiedererlangung seiner motorischen und kognitiven Fähigkeiten. Im Ergebnis dessen differenzierte sich die künstlerische Handschrift weiter, die Produktivität erreichte eine neue Höhe.

Ausstellungen (unvollständig)

Einzelausstellungen Cottbus, Forum K, 1974 Dresden, Galerie Nord, 1975 Greifswald, Greifen-Galerie, 1978 Neubrandenburg, Haus der Kultur, 1980 Berlin, Galerie Mitte, 1982 Erfurt, Angermuseum, 1983 Görlitz, Galerie am Schönhof, 1984 Dresden, Leonhardi-Museum, 1986 Cortina d’Ampezzo, Galleria d’arte Piccinini, 1986 Frankfurt (Oder), Galerie Junge Kunst, 1988 Potsdam, Galerie am Alten Markt, 1988 Bordeaux, Galerie Présidence, 1989 Frankfurt am Main, Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath, 1990 Mannheim, Galerie Fahlbusch, 1991 Nürnberg, Galerie Nickel-Zadow, 1993 Görlitz, Galerie Klinger, 1995 Berlin, Galerie Contemporary Fine Arts, 2003 Frankfurt am Main, Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath, 2005 Dresden, Städtische Galerie, 2011 Shanghai, 2015Lisa Werner-Art: Galerie Klinger zeigt Arbeiten von Rainer Zille und Stefan Plenkers, abgerufen am 28. Juni 2019

Ausstellungsbeteiligungen Hamburg, Dresdner Grafik, 1981 Poznań, Interart 84, 1984 Cortina d’Ampezzo, Zehn DDR-Künstler, 1985 Frankfurt am Main, Kunst aus Dresden nach 1945, 1986 Köln, Art Cologne, 1991 Karlsruhe, Kunst im Landgericht – Künstler aus Dresden, 1992 Frankfurt am Main, Art Frankfurt, 1993 Strasbourg, Zehn Maler aus Dresden, 1995 Hamburg, Crossover, 1999 Frankfurt (Oder), Landschaftsbilder der DDR, 2004 Chemnitz, Sammlungswechsel, 2005 Dresden, „Ohne uns!“, 2009 Dresden, Sachsen am Meer, 2010 Dresden, Für Prof. Dr. Diether Schmidt zum 80. Geburtstag, 2010

Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Plenkers' (mutmaßlich unvollständig) Altenburg, Lindenau-Museum Berlin, Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank Berlin, Artothek des Deutschen Bundestags Chemnitz, Kunstsammlungen am Theaterplatz Cottbus, Brandenburgische Kunstsammlungen Dresden, Gemäldegalerie Neue Meister Dresden, Kupferstichkabinett Dresden: Sächsischer Kunstfonds Dresden: Kunstgewerbemuseum Dresden, Stadtmuseum Erfurt, Angermuseum Görlitz, Kulturhistorisches Museumhttps://nat.museum-digital.de/search?q=Plenkers%2C Leipzig, Museum der bildenden Künste London, Britisches Museum Neubrandenburg, Kunstsammlung Neubrandenburg Oberhausen, Sammlung Ludwig Oslo, Kunstmuseum Rom, Kunstsammlung des Vatikans Schweinfurt, Kunsthalle Sofia, Museum für bildende Kunst Sankt Petersburg, Eremitage Szczecin, Polnisches Nationalmuseum

Veröffentlichungen (Auswahl) Kristian Pech: Die unvollkommene Haut. Illustrationen von Stefan Plenkers. Hinstorff Verlag, Rostock 1983 Stefan Plenkers: Seezeichen. Refugium, Neustrelitz 1995 Stefan Plenkers: Spanienreise. Druckerei Conrad, Berlin 2002 Stefan Plenkers: Raum und Zeichen. Kerber Verlag, Bielefeld 2011, ISBN 978-3-86678-532-8.

Literatur Joachim Neidhardt: Dresden, wie es Maler sahen. Edition Leipzig 1983 Gert Claußnitzer: Künstler in Dresden. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1984 Kunst in der DDR. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1990 Plenkers. Bilder. Edition Refugium, Neustrelitz 1995 Plenkers, Stefan. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 712/713 Jörg Sperling: Die frühen Jahre des Malers Stefan Plenkers in Bad Muskau und Cottbus. In: Cottbuser Heimatkalender 2014, herausgegeben von der Stadtverwaltung und dem Historischen Heimatverein Cottbus, Seiten 49 bis 54.

Weblinks Plenkers, Stefan. In: Bildindex der Kunst und Architektur auf DresdenEins

Einzelnachweise

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