mini|Orbis an der Straße von Bechenheim her Orbis (pfälzisch: Orwiss) ist eine Ortsgemeinde im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört mit 15 anderen Kommunen der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden an.
Geographie Lage Die Gemeinde liegt etwa 40 km südwestlich von Mainz im Hügelland zwischen Rheinhessen und dem Nordpfälzer Bergland. Zu Orbis gehört zusätzlich der Wohnplatz Leithof. Nachbargemeinden sind Morschheim im Osten, der Kirchheimbolandener Stadtteil Haide im Süden und Oberwiesen im Westen.
Erhebungen und Gewässer Im Süden der Gemarkung erstrecken sich der 357,8 Meter hohe Eichelberg und der 356,9 Meter hohe Koppelberg. Im Gebiet von Orbis entspringt der Fluss Selz, der bei Ingelheim in den Rhein mündet.
Geschichte Ortsgeschichte Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Gemeinde zu Nassau-Weilburg und unterstand dort dem Oberamt Kirchheim.
Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Orbis in den Kanton Kirchheim eingegliedert und war Sitz einer Mairie, die zusätzlich Oberwiesen umfasste. 1815 hatte der Ort insgesamt 369 Einwohner. Im selben Jahr wurde er Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte Orbis dem Landkommissariat Kirchheim – später Kirchheimbolanden an; aus diesem ging das Bezirksamt Kirchheimbolanden hervor. Am 14. Juni 1849 war die Gemeinde teilweise Schauplatz des Gefechts bei Kirchheimbolanden, als sie von preußischen Truppen kampflos besetzt wurde.
Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Kirchheimbolanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Orbis innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des 1946 neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Orbis 1969 in den neu gebildeten Donnersbergkreis; drei Jahre später wurde die Gemeinde in die ebenfalls neu entstandene Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden eingegliedert.
Der Ortsname im Wandel der Zeit
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Orbis besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD WGR Gesamt 2024 7 5 12 Sitze 2019 7 5 12 Sitze 2014 7 5 12 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen. 2009 per Mehrheitswahl 12 Sitze
Bürgermeister Ortsbürgermeister ist Peter Schmitt. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 85,93 % und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 81,0 % jeweils für fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Unter Denkmalschutz stehendes Wohnhaus
Drei Objekte in Orbis stehen unter Denkmalschutz: die protestantische Kirche, ein barockes Fachwerkhaus von 1716 im Oberwieser Weg und auf dem Friedhof ein als liegender Rechteckblock aus einzelnen Steinen gebildeter Grabstein; darauf liegt ein flaches Kreuz aus grauem Marmor.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr
Durch Orbis verläuft die Kreisstraße 19, die den Ort mit Kirchheimbolanden, Bechenheim und Offenheim verbindet. Mitten im Ort zweigt von dieser die Kreisstraße 22 nach Morschheim ab.
Südöstlich verläuft die A 63 (Kaiserslautern-Mainz). In Kirchheimbolanden ist ein Bahnhof der Donnersbergbahn. An ihn ist Orbis stündlich durch die VRN-Buslinie 420 angebunden, die von Kirchheimbolanden nach Alzey verläuft.
Tourismus Orbis ist Ausgangspunkt des Selztal-Radwegs. Durch den Ort verläuft zudem der mit einem blauen Balken markierte Fernwanderweg Staudernheim–Soultz-sous-Forêts.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Friedrich Michel (1843–1925), Oberamtsrichter und Landtagsabgeordneter Franz Joseph Heinz (1884–1924), Politiker (DVP) und Separatist
Personen, die mit Orbis verbunden sind Fritz Heß (1879–1938), Politiker (NSDAP), half am 1. Dezember 1923 bei den Vorbereitungen für einen Brandanschlag auf eine örtliche Scheune, die Franz Josef Heinz gehörte. Manfred Fluhr, seit 2013 Inhaber der Freiherr-vom-Stein-Plakette.
Weblinks
Ortsgemeinde Orbis auf den Seiten der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Donnersbergkreis Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert