mini|Duple Dominant IV auf Leyland Tiger TRCTL11/3R-Fahrgestell Duple Coachbuilders war ein Hersteller von Aufbauten für Omnibusse aus England. Spezialisiert auf die Herstellung von Reisebussen, wurden auch Stadtbusse und vereinzelt Doppeldeckerbusse gefertigt. Das Unternehmen bestand von 1919 bis 1989.

Geschichte Gründung Duple Coachbuilders, kurz Duple, wurde im Jahr 1919 von Herbert White in Hornsey, London, gegründet. White hatte bereits vor dem Ersten Weltkrieg unter dem Markennamen Bifort in Fareham Kraftfahrzeuge produziert.

Der Name Duple geht auf die Idee Whites zurück, Kraftfahrzeuge zu entwickeln und zu bauen, die für zwei verschiedene Verwendungszwecke geeignet waren. Das erste nach diesem Konzept entwickelte Fahrzeug war der Bifort. Später wurden ehemals militärisch genutzte Ford Modell T mit einem neu entwickelten Mehrzweckaufbau versehen. Die Karosserie ähnelte dabei einem Tourenwagen, konnte aber durch Abnehmen des hinteren Teils der Karosserie und Aufsetzen eines entsprechenden Aufbaus in einen Lieferwagen verwandelt werden. Diese Art der Karosserie besaß eine große Anziehungskraft für kleinere Gewerbetreibende, die bei geringen Mehrkosten das Fahrzeug sowohl für geschäftliche als auch private Zwecke nutzen konnten. Derartige Aufbauten wurden von Duple in erheblichen Stückzahlen produziert. Um die wachsende Nachfrage befriedigen zu können, eröffnete Duple 1926 eine neue Fabrikationsstätte in Hendon.

Anfänge als Bushersteller Aufbauten für Busse wurden seit der Gründung des Unternehmens gelegentlich hergestellt. Im Jahr 1928 wurde beschlossen, diesen Geschäftszweig erheblich auszuweiten. Infolgedessen wuchs die Anzahl der Beschäftigten in kurzer Zeit auf ungefähr 800 Mitarbeiter. Ebenfalls im Jahr 1928 trat Walter Ernest Brown, ein früherer Teilhaber des Karosseriebauers Strachan & Brown, in das Unternehmen ein. Seine Tätigkeit hatte einen großen Einfluss auf die Erweiterung des Unternehmens. Hauptkunden zu dieser Zeit waren die Great Western Railway, die eine Anzahl von Aufbauten für ihre Busflotte bei Duple bestellten, und die Royal Blue Coach Services der Gebrüder Elliot.

Bis zum Jahr 1930 wurden ungefähr 250 Busse produziert. Duple war zum damaligen Zeitpunkt ein aufstrebender Karosseriebauer. Die von Duple produzierten Aufbauten beeinflussten mit ihren charakteristischen Designmerkmalen die Entwicklung im Vereinigten Königreich. Im Jahr 1930 kam es durch den Road Traffic Act zur Veränderung der Nachfrage. Der bisher ungeregelte Wettbewerb wurde durch ein Lizenzsystem ersetzt, was zur Stabilisierung der Transportwirtschaft führte. Die nun relativ sichere wirtschaftliche Basis der Buslinienbetreiber rief einen Trend zu hochwertigeren, besser verarbeiteten und komfortableren Bussen hervor. Im Jahr 1930 erhielt Duple den bis dahin größten Einzelauftrag – eine Bestellung von 50 Aufbauten für die Green Line Coaches, die neu gegründete Expresslinie der London General Omnibus Company. Die Karosserien wurden auf Fahrgestelle vom Typ AEC Regal gesetzt.

Im August 1931 begann Bedford mit der Produktion von zwei neuen Fahrgestelltypen: dem 14-Sitzer WHB und dem 20-Sitzer WLB. Duple nahm schon früh die Produktion von Aufbauten für den WLB auf. Im Werbematerial des Unternehmens Bedford wurde Duple als einer von vier Herstellern von Aufbauten für den WLB empfohlen. Die infolge der steigenden Nachfrage ausgeweiteten Produktionskapazitäten machten Duple zum führenden Karosseriehersteller im Vereinigten Königreich. Bedford-Busse mit Duple-Aufbauten kamen im ganzen Land zum Einsatz. Die Verbindung mit Bedford war für Duple für die nächsten fünfzig Jahre bestimmend.

Im Jahr 1932 übernahm Duple das Geschäft von London Lorries, die trotz des anderslautenden Namens ein damals bedeutender Hersteller von Aufbauten für Busse waren.

In der Mitte der 1930er Jahre engagierte sich Duple auch stark in der Entwicklung und im Bau von Karosserien für Pkw. 1933 wurden auf Bestellung von Vauxhall Motors Spezialkarosserien gebaut und im selben Jahr auf der London Motor Show gezeigt. Diese von Vauxhall noch bis 1935 beworbenen Fahrzeuge waren die letzten von Duple gefertigten Pkw-Karosserien.

Das Auslandsgeschäft entwickelte sich frühzeitig. Durch die Reisetätigkeiten der Direktoren, insbesondere von Walter Ernest Brown, konnten neue Märkte erschlossen werden. Brown bereiste die USA und Kanada und konnte dort erste Exportaufträge akquirieren. Er erschloss ebenfalls die Märkte in Griechenland, Syrien und Ägypten für Duple. Weitere Aufträge kamen aus Ostafrika, Argentinien und Europa. Das Auslandsgeschäft glich dabei die saisonal stark schwankende Nachfrage auf dem Inlandsmarkt aus. 1934 reichten die Produktionsstätten nicht mehr aus, so dass Duple ein benachbartes Grundstück zur Erweiterung seiner Produktion erwarb.

Die 1930er Jahre waren die Zeit des klassischen Bus-Designs, in der die Betreiber zunehmend das Aussehen der Busse beeinflussten. Viele Aufbauten waren individuell gestaltet, aber leicht als typische Aufbauten von Duple zu identifizieren. Die Einführung von schrägen Fenstersäulen, geschwungenen Dach- und Seitenlinien und ausgeformten Seitenteilen waren Anklänge an ein „aerodynamisches“ Design, das zu dieser Zeit immer populärer wurde. Obwohl der Bau von Pkw-Karosserien bis Mitte der 1930er Jahre den wichtigsten Geschäftszweig von Duple darstellte, machte die Herstellung von Aufbauten für Omnibusse einen zunehmenden Anteil am Geschäft aus. Beschleunigt wurde diese Entwicklung durch einen Großauftrag von Barton Transport, die für einen längeren Zeitraum eine große Anzahl von Bussen abnahmen.

Im Jahr 1936 führte Duple den Vista ein. Der Vista, meist auf Bedford WTB-Chassis gesetzt, hatte geschwungene Dach- und Seitenlinien sowie ein serienmäßiges Schiebedach. Im darauffolgenden Jahr wurde das Design modifiziert und als Vista II vertrieben. Im selben Jahr erschien ebenfalls der sehr ähnliche Hendonian. Beide Typen wurden bis zum Ende des Jahrzehnts produziert.

1939 begann Bedford die Produktion eines neuen Lkw-Fahrgestells mit dem charakteristischen Bullennasen-Kühlergrill. Die Fahrgestelle dieses Typs erhielten ein führendes "O" in der Bezeichnung. Der Unterbau für Busse wurde als Bedford OB bezeichnet. Duple passte den Aufbau des Hendonian an das neue Fahrgestell an, das länger als das WTB-Chassis war. Wegen des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges wurden nur 73 OB-Fahrgestelle produziert, da Bedford zur Produktion von Rüstungsgütern überging.

Zweiter Weltkrieg Während des Zweiten Weltkriegs war Duple Bestandteil der London Aircraft Production Group und stellte Rümpfe für den Bomber Handley Page Halifax sowie weitere Rüstungsgüter her. Daneben wurden noch verschiedene Doppeldeckerbusse nach speziellen Anforderungen produziert. Als einziges Eindecker-Modell wurde von 1942 bis 1945 der Bedford OWB hergestellt, im Prinzip ein radikal vereinfachter Vista mit geraden Dach- und Fensterlinien.

Nachkriegszeit mini|Bedford OB mit Duple Vista-Aufbau 1946 änderte sich der Name des Unternehmens in Duple Motor Bodies Limited. Als erstes Modell wurde nach Kriegsende der Vista auf dem Bedford OB-Fahrgestell gebaut. Normalerweise für 29 Sitzplätze vorgesehen, wurden auch Ausführungen mit einer anderen Anzahl von Sitzplätzen hergestellt. Der Vista auf diesem Chassis war die Standardausführung bis zur Einstellung der Produktion des Bedford OB in den frühen 1950er Jahren.

Im Mai 1946 lieferte Duple die ersten Aufbauten für Normalfahrgestelle wie den AEC Regal aus. Als A-type bezeichnet, lehnte sich das Design mit den geschwungenen Linien an die Vorkriegstypen an. Der Umbau von Vorkriegs-Chassis war zu dieser Zeit eine gängige Praxis, da neue Fahrgestelle unmittelbar nach dem Krieg nur schwer erhältlich waren. Duple fertigte eine Anzahl von Aufbauten für ältere Chassis. Nach kurzer Zeit waren der B-type und der C-type erhältlich, die sich nur in Details unterschieden und als Mehrzweckaufbauten vermarktet wurden. Der erste neue, eigenständige Designentwurf nach dem Krieg war der D-type. Dach- und Seitenlinie verliefen nun gerade. Alle Busse dieser Serien waren Kurzhauber, die halbseitige Fahrerkabine war fast bis zum Kühlergrill vorgezogen. Einige Umbauten für ältere Fahrgestelle waren jedoch auch als Frontlenker ausgeführt. Insgesamt besserte sich die Auftragslage zügig, und die Busse mit dem markanten Duple-Design wurden zu einem vertrauten Anblick im Britannien der Nachkriegszeit.

Nach dem Krieg entwickelte sich ein Trend hin zu Ganzmetallaufbauten. Bis zu dieser Zeit bestanden Aufbauten für Busse aus einem Holzrahmen, der mit Stahl- oder Aluminiumblechen beplankt war. Vollständig aus Metall gebaute Busse wiesen eine größere Haltbarkeit auf, auch war Holz für den Rahmenbau zunehmend schwerer erhältlich. Für den Export entwickelte Duple einen Almet genannten Ganzmetallaufbau für den Bedford OB und begann mit der Entwicklung eines Ganzmetallaufbaus für das neue SB-Chassis von Bedford. 1948 entwickelte Duple einen Doppelstockbus mit Metallrahmen, von dem einige Exemplare an die Red & White Services und SMT geliefert wurden.

1950er Jahre mini|Bedford SB3 mit Duple Vega-Aufbau Im Jahr 1950 produzierte Duple eine Anzahl von Ambassador-Aufbauten, einem Frontlenker-Bus mit der für Duple typischen geschwungenen Linienführung. Da in Großbritannien die Größenbeschränkungen für Omnibusse auf 9,1 m und 2,4 m Breite angehoben wurden, bereitete das Unternehmen einige neue Entwürfe vor. Die bekanntesten davon waren der Roadmaster und der Vega. Der Roadmaster wies ein für Duple neues Erscheinungsbild auf. Da er für den Aufbau auf Unterflurmotor-Chassis bestimmt war, bekam er eine sehr hohe und gerade Fensterlinie sowie niedrige Fenster. Die durch das Blech dominierte Ansicht der Karosserie führte zum Spitznamen Iron Duke. Der Vega war für das neue SB-Fahrgestell von Bedford bestimmt und besaß wieder die für Duple typische geschwungene Seiten- und Fensterlinie. Gegenüber dem Ambassador und vor allem dem Roadmaster waren Front und Heck dem Zeitgeist entsprechend deutlich stärker gerundet.

Die 1950er Jahre waren für die Karosseriebauer ein schwieriges Jahrzehnt. Das Nachlassen des wirtschaftlichen Aufschwungs der unmittelbaren Nachkriegszeit führte zu einem Einbrechen der Nachfrage. Der Wettbewerb wurde härter. Viele der ehemaligen Duple-Kunden waren nun in der Tilling Group zusammengeschlossen, die ihren Buspark standardisierte und Fahrzeuge auf Bristol-Chassis mit AEC-Aufbauten einsetzte. Ein 36 Wochen dauernder Streik hatte katastrophale Folgen für Duple. Das Unternehmen verlor bedeutende Marktanteile und war gezwungen, ihren Standort in London aufzugeben.

1952 übernahm Duple das Unternehmen Nudd Brothers & Lockyer Limited in Kegworth, die anschließend Metallrahmen für die Aufbauten in der Duple-Standardgröße herstellte. Weitere Erweiterungen in Loughborough folgten 1955. Im Jahr darauf wurden die Betriebsteile in Kegworth und Loughborough zusammengeschlossen und in Duple Motor Bodies (Midland) Limited umbenannt. Willowbrook Coachbuilders, einer der Mitbewerber von Duple, wurde 1958 übernommen, führte aber eine Zeit lang die Produktion unter eigenem Namen fort.

Während dieser Zeit führte Duple 1953 mit dem Elizabethan einen weiteren Aufbau für Unterflur-Fahrgestelle ein, der den Roadmaster praktisch ablöste. Durch eine geschwungene Fensterlinie und eine mehrteilige Panorama-Frontscheibe gelang es, das massive Erscheinungsbild des Roadmasters dynamischer zu gestalten. Der 1955 vorgestellte Britannia basierte auf dem Elizabethan, hatte aber im Unterschied zu diesem eine neu gestaltete Front mit senkrecht stehenden Säulen. Der Donington, als Mehrzweckbus gedacht, folgte 1956, nun wieder mit gerader Fensterlinie. Für die Fahrgestelle von Bedford wurden der Vista und der Vega weiter produziert, nun als Super Vista und Super Vega. Das Erscheinungsbild des Super Vista wurde dabei weitgehend an den Super Vega angeglichen, er war nun ebenfalls als Frontlenker ausgeführt.

1960er Jahre