Boxhagener Platz ist eine deutsche Tragikomödie von Regisseur Matti Geschonneck aus dem Jahr 2010. Es ist die Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans aus dem Jahr 2004 von Torsten Schulz, der auch das Drehbuch verfasste.
Handlung Die Handlung spielt im Jahr 1968 in der Gegend um den Boxhagener Platz in Ost-Berlin. Holger besucht häufig seine Großmutter Otti Henschel, weil sich seine Eltern, die Friseurin Renate und der Volkspolizist Klaus-Dieter, häufig streiten. Otti hat im Laufe ihres Lebens schon mehrere ihrer Partner überlebt, als sie auf dem Friedhof mit dem ehemaligen Spartakusbund-Kämpfer Karl Wegner anbändelt und sich in ihn verliebt. Sie versucht dies ihrem aktuellen Partner Rudi zu gestehen, der aber stirbt kurz darauf.
Auch der Fischhändler Winkler interessiert sich für Otti. Die nimmt zwar seine Fischgeschenke, zeigt ihm aber sonst die kalte Schulter. Kurz darauf wird Fisch-Winkler, der in seinem Laden auch Bier verkauft, erschlagen aufgefunden. Die ermittelnde Volkspolizei verhaftet Karl Wegner unter Handgreiflichkeiten gegen den Vater während der Weihnachtsfeier der Familie. Karl gesteht, dass er mit einer Bierflasche in eine Rangelei zwischen Fisch-Winkler und Rudi eingegriffen hat. Nachdem er Otti und Holger einen letzten Brief geschrieben hat, stirbt Wegner in seiner Zelle an Herzversagen.
Holger ist fasziniert von Karls Geschichten und auch Lügen über dessen idealistischen wahren Sozialismus und den damit einhergehenden Kampf. Das bringt ihn im Politunterricht in der Schule in Probleme. Holgers Freund Burkhard nutzt solche Entwicklungen und hängt seinem gewalttätigen Vater Flugblätter gegen die Prager Besetzung an, um ihn loszuwerden.
Kritiken
Hintergrund Der Film spielt im Jahr 1968 am und um den Boxhagener Platz, wurde allerdings nicht am Originalschauplatz, sondern unter anderem in den Außenkulissen auf dem Freigelände des Studio Babelsberg in Potsdam gedreht, tip-berlin.de; abgerufen am 27. Februar 2012 da sich der Boxhagener Platz nach über 40 Jahren zu sehr verändert hatte. 2004 erschienen der Roman Boxhagener Platz von Torsten Schulz und 2005 das entsprechende Hörspiel im Ullstein Verlag. Die Bemerkung von Karl Wegner: „Goebbels und Ulbricht standen gemeinsam auf einer Tribüne.“, die später Holger in der Schule Ärger bereitet, bezieht sich auf den Streik bei der Berliner Verkehrsgesellschaft 1932.
Auszeichnungen 2011 erhielt Meret Becker eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis als Beste Nebendarstellerin.
Weblinks
Offizielle deutsche Website Interview mit dem Regisseur Kritiken zu Boxhagener Platz bei Moviepilot
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2010 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmkomödie Kategorie:Milieustudie (Film) Kategorie:Literaturverfilmung