Der Erlenzäpfchen-Becherling (Ciboria viridifusca) ist eine Pilzart aus der Familie der Sklerotienbecherlingsverwandten (Sclerotiniaceae).
Merkmale
Makroskopische Merkmale Die gestielten, becherförmigen Apothecien wachsen auf abgestorbenen Erlenzäpfchen, sind gelblich bis olivbraun und werden 1 bis 3 mm breit. Der Stiel wird 2–25 mm lang und ist 0,7–1,5 mm breit.
Mikroskopische Merkmale Die Sporen sind glatt, unseptiert und elliptisch und besitzen 1–2 Öltropfen. Sie werden 7,8 bis 10,6 × 4,2 bis 5,58 μm groß. Die Asci messen 110 bis 140 × 7 bis 10 μm. Die Paraphysen sind fädig mit keulenförmig erweiterter Spitze.
Ökologie Der Erlenzäpfchen-Becherling wächst saprophytisch ausschließlich auf abgestorbenen weiblichen Infloreszenzen und den Zäpfchen von Erlen. Die Zäpfchen sind „stromatisiert“, d. h. von den Hyphen durchzogen und geschwärzt. Der Pilz fruktifiziert im Herbst. Oft teilt er dieses sehr spezifische Habitat mit einem anderen Ascomyzeten: dem Erlenzäpfchen-Weichbecherchen (Mollisia amenticola), das ungestielte, weißliche, graue oder cremefarbene Fruchtkörper ausbildet. Ausschließlich auf männlichen Erlenkätzchen kommt der Erlenkätzchen-Becherling (Ciboria amentacea) vor.
Vorkommen Aufgrund der wenigen Funde ist ein Verbreitungsgebiet nur schwer anzugeben. So sind laut GBIF-Portal nur 21 Fundorte weltweit gelistet, die in Skandinavien, in Deutschland und Großbritannien liegen. Dennoch ist anzunehmen, dass sich das Vorkommen in etwa mit dem Vorkommen der Schwarz-Erle deckt. So stammt das abgebildete Foto aus Asturien, SpanienCiboria viridifusca auf Asturnatura.com. In Österreich ist er aus Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark und Tirol bekannt.Mykologische Datenbank (pilzdaten-austria.eu) Österreichische Mykologische Gesellschaft (abgerufen am 2. September 2024) Belege gibt es auch aus BerlinE. Gerhardt: 1990: Checkliste der Großpilze von Berlin (West) 1970-1990. Englera 13: S. 3–5 + 7–251 , aus GroßbritannienR. W. G. Dennis: 1962: New or interesting British Helotiales. Kew Bulletin 16: S. 317–327 und BulgarienEvtimia Dimitrova, 2002: Discomycetous Fungi of the Leotiales found on the Betulaceae in Bulgaria. Turk. J. Bot. 26: S. 253–258.. Vermutlich wird der Erlenzäpfchen-Becherling aufgrund seiner geringen Größe sehr oft übersehen.
Belege Key to Ciboria species Ciboria viridifusca auf Asturnatura.com
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Leotiomycetes (Klasse)