Chicano (manchmal mit dem Zusatz Obsesión de venganza; frei übersetzt Besessen von Rache) ist ein spanischer Italowestern aus der letzten Phase des Genres. José Truchado führte Regie bei dem Film von 1980, der nie im deutschen Sprachraum gezeigt wurde.
Handlung Jonathan und Mary, die kürzlich geheiratet haben, halten sich vorübergehend in Jacksonville auf, als Chico Anderson mit seiner Outlaw-Bande dort eintrifft. Die Bandenmitglieder haben es auf die örtliche Bank abgesehen, die sie berauben wollen. Es kommt zu einem brutalen und blutigen Raubüberfall. Während eines tödlichen Schusswechsels gerät das gerade anwesende junge Paar ins Visier der Verbrecher. Jonathan kann nicht verhindern, dass die Bande Mary entführt und nur wenig später – nach gelungener Flucht – kaltblütig tötet.
Jonathan, der das Massaker schwer traumatisiert überlebt hat, schwört am Grab seiner geliebten Frau, dass er deren Mörder unerbittlich verfolgen werde, bevor er zusammenbricht.
Das Versprechen an seine tote Frau einlösend beginnt Jonathan mit seiner gnadenlosen Jagd auf die Bandenmitglieder, deren Anführer Chico Anderson ist. Es gelingt ihm tatsächlich, ein Mitglied nach dem anderen aufzuspüren und zu töten. Allerdings bringt ihm das seine Frau auch nicht zurück. Seine Einsamkeit nach seinen brutalen Vergeltungsschlägen und seine emotionale Zerstörung ist fast noch größer als zuvor.
Dreharbeiten, Zuschauer Spanischen Quellen zufolge wurde der Film teils in Portugal, aber auch in Spanien gedreht. In Spanien gehörten zu den Drehorten Chipiona und Chiclana de la Frontera.Chicano westernsallitaliana.blogspot.com (spanisch), 15. Februar 2010. Abgerufen am 22. August 2026.
Der Film kam im Januar 1980 erstmals in die spanischen Kinos, In Spanien sahen etwa 36.500 Menschen den Film im Kino.Chicano mundocine.net
Vereinzelte Besprechungen zum Film Es gibt keine zeitgenössischen oder professionellen Kinokritiken zu diesem Film, da er nach seiner kurzen Veröffentlichung im Jahr 1980 international völlig in der Versenkung verschwand. Der spanische Film-Blog Aqui Vale Todo beschreibt das Werk in einer detaillierten Einzelkritik als ein Musterbeispiel für „Müll-Kino“ („cine basura“). Der Film sei schlichtweg schlecht ausgestattet, schlecht gedreht, schlecht geschnitten, schlecht geschauspielert und schlecht erzählt. Nachdem man ihn angeschaut habe, bleibe man völlig ungerührt zurück. Kritisiert wurde auch, dass es sich bei dem Film kaum noch um einen klassischen Western handele. Man merke ihm an, dass er mit extrem geringen Budget gedreht worden sei, die Kulissen wirkten billig und unpassend für das Wildwest-Setting. Auch wurde die Besetzung, die nur aus einer Handvoll Leuten bestanden habe, als völlig überfordert beschrieben. Besonders „Dum Dum Pacheo“, ein Boxer, wurde kein schauspielerisches Talent bescheinigt. Man habe ihm die Rolle wohl gegeben, weil er als Co-Produzent etwas Geld in das Projekt gesteckt habe. Der Film gilt in Cineasten-Kreisen heute nicht einmal als so schlecht, dass er wieder gut sei, sondern schlicht als obskures, langweiliges Relikt der spanischen Kinogeschichte.Chicano aquivaletodo.blogspot.com (spanisch), 13. September 2021. Abgerufen am 22. August 2026.
Weblinks
Chicano, Regie: José Truchado letterboxd.com (englisch) Chicano filmaffinity.com (spanisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1980 Kategorie:Spanischer Film Kategorie:Italowestern