Der (auch die oder das) WHtR (von ) ist der Quotient aus Taillenumfang und Körpergröße. Es soll im Gegensatz zum weit verbreiteten Body-Mass-Index (BMI) eine Aussage über die Verteilung des Körperfetts machen und eine größere Aussagekraft bezüglich der gesundheitlichen Relevanz von Übergewicht erlauben.Harald J. Schneider et al.: The Predictive Value of Different Measures of Obesity for Incident Cardiovascular Events and Mortality. In: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 95 (2010), Nr. 4, S. 1777–1785 (englisch, PDF; 324 kB).

Vorteile Laut einer über acht Jahre laufenden Studie der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität mit fast 11.000 Probanden ist die WHtR eine bessere Kennzahl für die Quantifizierung von gesundheitlichen Risiken als der BMI, da hier genauere Rückschlüsse auf den gesundheitlich bedenklichen Bauchfettanteil gezogen werden können. Der Wert gilt gleichermaßen für Frauen und Männer. 4.696 Männer und 5.956 Frauen wurden untersucht.

Der Vorteil der WHtR gegenüber dem BMI liegt vor allem darin, dass der BMI nur eine geringe Aussage über die gesundheitlich relevanten Ursachen eines Über- oder Untergewichts erlaubt, da beispielsweise sehr muskulöse Männer einen hohen BMI aufweisen.

Nicht zu verwechseln ist die WHtR mit der WHR (Taille-Hüft-Verhältnis, ). Diese wurde als körperästhetisches Maß eingeführt und ist ebenfalls eine Kennzahl, die das Körperfett quantifiziert.

Berechnung Der WHtR wird folgendermaßen berechnet:

wobei den Taillenumfang und die Körpergröße angibt, in Zentimetern, Zoll oder einer anderen Längeneinheit.

+ WHtR-GrenzwerteBody-Mass-Index kriegt sein Fett weg (stern.de). Alter Kritischer Bereich < 40 > 0,5 40–50 > 0,5 – > 0,6 > 50 > 0,6 Im Alter von 40 bis 50 verschiebt sich der kritische Wert pro Jahr um 0,01 nach oben. Mit 40 Jahren beträgt er also 0,50, mit 41 Jahren 0,51, mit 42 Jahren 0,52 und so weiter.

Adipositas In der S3-Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“ wurde für den WHtR ein Grenzwert von 0,5 für Männer und Frauen vorgeschlagen. Zukünftig sollten altersabhängige Grenzwerte für die Risikobewertung nach Schneider verwendet werden.

Eine Beziehung zwischen dem BMI und WHtR stellte Theodor Stemper dar. Er ordnete den WHtR folgenden Gewichtsbereichen zu und erhöhte ebenfalls altersbedingt die Werte um 0,01 zwischen 40 und 50 Jahren: +AlterUntergewichtNormalgewichtÜbergewichtAdipositasSchwere Adipositas≤ 40< 0,40,4 – 0,50,51 – 0,560,57 – 0,68> 0,6841< 0,410,41 – 0,510,52 – 0,570,58 – 0,69> 0,6942< 0,420,42 – 0,520,53 – 0,580,59 – 0,70> 0,7043< 0,430,43 – 0,530,54 – 0,590,60 – 0,71> 0,7144< 0,440,44 – 0,540,55 – 0,600,61 – 0,72> 0,7245< 0,450,45 – 0,550,56 – 0,610,62 – 0,73> 0,7346< 0,460,46 – 0,560,57 – 0,620,63 – 0,74> 0,7447< 0,470,47 – 0,570,58 – 0,630,64 – 0,75> 0,7548< 0,480,48 – 0,580,59 – 0,640,65 – 0,76> 0,7649< 0,490,49 – 0,590,60 – 0,650,66 – 0,77> 0,77≥ 50< 0,50,5 – 0,6 0,61 – 0,660,67 – 0,78> 0,78 Z.B. wäre mit 42 Jahren und einem WHtR von 0,58 das Gewicht noch in den kritischen Bereich „Übergewicht“ einzustufen.

Die Daten wurden im Rahmen einer Studie über Lipödem mit den 5.956 Frauen aus der Studie an der LMU als Kontrollgruppe überprüft. Der G-BA hat am 17. Juli 2025 angekündigt, dass die Liposuktionen bei Lipödem als Kassenleistung für Frauen im BMI32-35-Bereich an den WHtR im Normalbereich (0,50 bzw. 0,60) gekoppelt werden.

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Anthropometrische Größe Kategorie:Referenzgröße Kategorie:Menschliche Ernährung