David Schatz (* 1667 oder 1668 in Leipzig; † 15. März 1750 ebenda David Schatz wurde in der Gruft Nr. 118 auf dem Alten Johannisfriedhof begraben.) gehörte zu den großen Baumeistern und Gartenarchitekten des Sächsischen Barock. Er war schwarzburgischer Hofbaumeister, polnischer und seit 1713 kursächsischer Landbaumeister.

Leben und Wirken mini|hochkant|Salvatorkirche in Gera Der Architekt und Landschaftsgestalter David Schatz, der nicht mit dem gleichnamigen Bildhauer aus Colditz Der Colditzer Bildhauer David Schatz schuf zum Beispiel 1599 die Kanzel der Stadtkirche St. Nicolai in Döbeln, s. Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon. Band 15: Santi, Antonio – Schoute, Jan. Fleischmann, München 1845, S. 149 (online, abgerufen am 13. März 2025). verwechselt werden darf, wurde als Sohn von Anna († 1703) und Asmus Schatz (1632–1686) Ende 1667, Anfang 1668 geboren. Sein Vater stammte aus Groitzsch, war Gärtner und lebte und arbeitete zu dem Zeitpunkt in der Grimmaischen Vorstadt. David Schatz wurde am 27. Januar 1668 in der Leipziger Nikolaikirche getauft.

Ausgebildet wurde Schatz vermutlich von seinem Vater, bis 1707 wird er in den städtischen Taufbüchern als Kunst-, Lust- oder Ziergärtner bezeichnet.Wolfgang Hocquél u. a. schreiben in ihren personenübergreifenden Schriften, dass Schatz in Dresden im Umkreis von Matthäus Daniel Pöppelmann ausgebildet wurde. Thomas Trajkovits fand bei der Quellenrecherche für seine Dissertation zu David Schatz (publiziert 2013) und der damit bisher ausführlichsten Forschungsarbeit zum Thema keine Belege. Ohne wie Johann Gregor Fuchs (1650–1715), Christian Döring (1677–1750), George Werner (1682–1758) oder Friedrich Seltendorff (1700–1778) der Maurerinnung der Messestadt angehört zu haben, setzte sich Schatz ohne entsprechende Ausbildung als einer der führenden Leipziger Baumeister des Barock durch. Im Gegensatz zu diesen Architekten erstreckte sich der Schwerpunkt seines Schaffens nicht nur auf Leipzig und dessen Umgebung, sondern auf den gesamten mitteldeutschen Raum. David Schatz ließ sich nicht vom Werk Fuchses oder Dörings beeinflussen und entwickelte von ihnen unabhängig seinen eigenen Baustil.

mini|Schloss Knauthain Schatz’ erstes nachweisbares Werk war der Entwurf und die Errichtung von Schloss Knauthain für Carl Hildebrand von Dieskau. Im Jahr 1701 stellte ihn der Leipziger Kaufmann und Handelsherr Andreas Dietrich Apel für die Planung und Betreuung seines Gartens ein, Schatz lebte als Gärtner bis 1712 in der Anlage. Apels Garten galt zu der Zeit als einer schönsten deutschen Barockgärten. Zwischen 1706 und 1710 folgte er Johann Moritz Richter d. J. von Leipzig aus als Baumeister für die Grafschaft Schwarzburg-Rudolstadt. 1713 bezog er mit seiner Frau Catharina Elisabeth geb. Andreas (1691–1734) ein selbst entworfenes Haus am Neumarkt.

Weitere Auftraggeber in seiner Tätigkeit als Baumeister und Gartenarchitekt waren unter anderem der sächsische Kurfürst August der Starke (Betreuung der Orangerie im Dresdner Zwinger im Jahr 1710, Erneuerung des Rosentals im Jahr 1717, Amtshaus Leipzig, Katholische Kapelle auf der Pleißenburg) Oberpostmeister Johann Jacob Kees d. J. (Große Funkenburg, vermutlich Kees' Wohnhaus Katharinenstraße 23, vermutlich das Herrenhaus mit Parkanlage in Zöbigker) Generalmajor Georg Friedrich von Hopffgarten (1657–1732) (Torhaus Rittergut Probstdeuben, Katharinenkirche Großdeuben) Fürst Leopold von Anhalt-Köthen (Schloss Köthen) Graf Heinrich XVIII. Reuß zu Gera (1677–1735) (Salvatorkirche Gera, Schloss Osterstein in Gera) Feldmarschall Friedrich Heinrich Graf von Seckendorff (Schloss Meuselwitz, Seckendorffsches Palais in Altenburg). Der von ihm in den Jahren von 1724 bis 1732 geleitete barocke Neu- beziehungsweise Umbau des Schlosses Burgscheidungen im Auftrag von Baron Levin Friedrich I. von der Schulenburg (1670–1729) wird als sein Hauptwerk gewertet und gehört zu den herausragenden Leistungen der Schlossbaukunst in Mitteldeutschland.

1738 wurde der geschätzte Fachmann gebeten, ein Gutachten zum geplanten Kuppelbau der Dresdner Frauenkirche abzugeben. Den Streit zwischen dem Baumeister George Bähr (1666–1738) und dem Statiker Gaetano Chiaveri (1689–1770) schlichtete David Schatz mit seinem Urteil zugunsten der von Bähr gewählten Lösung. Gaetano Chiaveri riet die steinerne Kuppel abzutragen und durch eine leichtere aus Holz zu ersetzen. George Bähr nahm an, dass die Last der Kuppel nicht nur auf die acht Innenpfeiler, sondern auch über die Außenwände abgeleitet wird. Heute weiß man, dass Chiaveri mit seinem Urteil richtig lag und die Innenpfeiler völlig überbeansprucht waren.

Ehrungen Auf Beschluss des Leipziger StadtratesRatsversammlung vom 18. Mai 2011 (Beschluss-Nr. RBV-822/11), amtliche Bekanntmachung: Leipziger Amtsblatt Nr. 11 vom 4. Juni 2011, bestandskräftig seit dem 5. Juli 2011 bzw. 5. August 2011. Vgl. Leipziger Amtsblatt Nr. 16 vom 10. September 2011. wurde 2011 eine Straße im Leipziger Stadtbezirk Südwest nach David Schatz benannt. Sie erhielt die Bezeichnung Schatzweg.

Werke (Auswahl) mini|Apels Garten und Manufakturgebäude, um 1720 Schloss Knauthain bei Leipzig (1700–1704) Apels Garten in Leipzig (1701–1718) vermutlich: Bürgerhaus Katharinenstraße 23 in Leipzig, (um 1707, Wohnhaus von Johann Jacob Kees d. J., im Zweiten Weltkrieg zerstört) Palais Kötteritz in Dresden (um 1711, Erneuerung) Funkenburg in der damaligen Frankfurter Allee in Leipzig (um 1712, 1895 abgerissen) Torhaus Rittergut Probstdeuben (1712) Bürgerhaus Neumarkt 13 in Leipzig (1713, eigenes Wohnhaus von Schatz, 1893/94 abgebrochen) Johann-Georg- und Ludwigsbau im Schloss Köthen (1715, Erneuerung) Katharinenkirche Großdeuben (1716) Amtshaus Leipzig und die darin befindliche alte Reformierte Kirche (1716/1717, 1719, Erneuerung, um 1900 abgebrochen) Zöbigker, Herrenhaus und dazugehörige Parkanlage, heute Ortsteil von Markkleeberg (1716–1724, Erneuerung und Erweiterung) Salvatorkirche in Gera (1717–1720) 1723 zeigten sich schon erste Risse und Sprünge an dem Gebäude, der Rat der Stadt bemängelte die Bauausführung und verweigerte David Schatz eine Nachzahlung von 134 Talern. Der dreischiffige Barockbau musste nach einem Brand 1780 erneuert werden, die heute sichtbare Haube des Westturmes wurde 1781–1782 gebaut. Schloss Osterstein in Gera (1717–1722, Erneuerung) Martin-Luther-Kirche (spätere Bezeichnung) im Ortsteil Gautzsch in Markkleeberg (1717/1718) Schloss Meuselwitz (1715–1727, Erneuerung des Schlosses, Neubau Orangerie, Neuanlegung des Schlossgartens) Schloss Schönwölkau (um 1720, Erneuerung und Ausbau) Seckendorffsches Palais in Altenburg (1721–1725) mini|Schloss BurgscheidungenDorfkirche in Calbitz unter Einbeziehung des alten Westturmes (1724–1727) Schloss Burgscheidungen mit Schlossgarten (1724–1732, umfassende Erneuerung und Erweiterung) Der Bauherr Levin Friedrich von der Schulenburg war seit 1698 in savoyischen Diensten und stieg aufgrund seiner Verdienste in den Kriegen gegen Ludwig XIV. zum Sardinischen Generalfeldzeugmeister auf. Trotzdem lehnte er eine dauerhafte Ansiedlung im Piemont ab und erstand 1722 als Wohnstatt die Rittergüter Burg- und Kleinscheidungen, auf deren Gebiet sich das alte Renaissanceschloss Burgscheidungen erhob. Der Ost- und Südflügel des Schlosses wurde neu gebaut, die restliche Anlage wurde modernisiert. Der Polier dieses Bauvorhabens war Johann George Müller. Kirche Burgscheidungen (1726–1728, Erneuerung) vermutlich: Schloss Otterwisch (1727–1730) Schloss Brandis (1727–1736) Herrenhaus in Beuchlitz (1729) Herrenhaus Gepülzig bei Erlau (1734–1737, 1947 abgetragen) Mühle in Goseck (späte 1730er Jahre) Schloss Jince in Böhmen (1737–1741, Erneuerung und Erweiterung) Gutachten zum Kuppelbau der Frauenkirche in Dresden (1738) Kirche Beerwalde in Erlau (1738/1739) Kapelle in der Leipziger Pleißenburg (1738/1739, Erneuerung und Ausbau, 1897 abgebrochen) David Schatz übernahm die Bauleitung im Auftrag von Johann Christoph Knöffel. Schloss Lodersleben (ab 1740–1746) Kirche in Dreiskau (1740/1741)

Literatur Nikolaus Pevsner: Leipziger Barock. Die Baukunst der Barockzeit in Leipzig. Jess, Dresden 1928, hier v. a. S. 31–32, 85–104 (online, abgerufen am 13. März 2025).

Peter Findeisen: Das Schloss. In: Hans Berger (Hrsg.): Schloss und Park Burgscheidungen im Unstruttal. Union-Verlag, Berlin 1975, , S. 35–60, mit Biographie und Diskussion des Werkes von David Schatz. Wolfgang Hocquél (Hrsg.): Leipzig. E. A. Seemann, Leipzig 1983, , S. 87–88. Marianne Mehling (Hrsg.): Knaurs Kulturführer in Farbe Sachsen. Droemer Knaur, München 1991, ISBN 978-3-426-26488-1, S. 42, 161, 189. Marianne Mehling (Hrsg.): Knaurs Kulturführer in Farbe Thüringen. Droemer Knaur, München 1991, ISBN 978-3-426-26487-4. Thomas Trajkovits: Die Adelsschlösser des sächsischen Landbaumeisters David Schatz. In: Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e.V. (1993), Nr. 2, , S. 22–31. Hermann Heckmann: Baumeister des Barock und Rokoko in Sachsen. Verlag für Bauwesen, Berlin 1996. ISBN 978-3-345-00594-7, S. 168–184. Thomas Trajkovits: Der sächsische Landbaumeister David Schatz (1668-1750). Leben und Werk. Sax-Verlag, Beucha 2003, ISBN 978-3-934544-46-8. Andreas Stephainski (Hrsg.): Zeit-Reise. 1200 Jahre Leben in Leipzig, Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft, Leipzig 2007, ISBN 978-3-9806625-4-3, S. 101. Andreas Höhn: Vom Gärtner zum Architekten. Der Barockbaumeister David Schatz. In: Leipziger Blätter 70 (2017), , S. 38–38. Wolfgang Hocquél: Architekturführer Leipzig. Von der Romanik bis zur Gegenwart. Passage-Verlag, Leipzig 2023, ISBN 978-3-95415-128-8, S. 364.

Einzelnachweise und Anmerkungen

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